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Tabak und Covid-19: Rauchstopp zahlt sich aus!

Ist Rauchen ein Risikofaktor, wenn es um das Coronavirus geht? Die wissenschaftlichen Hinweise darauf mehren sich. Auch wenn noch mehr Forschung zu den Zusammenhängen zwischen Tabakkonsum und Covid-19 notwendig ist, empfehlen die Lungenfachärzte- und ärztinnen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Zigaretten und Co. aufzugeben. Auch über die Pandemie hinaus ist ein Rauchstopp ein Gewinn für die Gesundheit. Die ÖGK unterstützt ihre Versicherten dabei.

Junge Frau zerbricht Zigarette / Bildquelle: Josep Suria/shutterstock.com

28.5.2020 - Umfassende Antworten rund um Covid-19 und Rauchen wird es erst geben, wenn globale epidemiologische Auswertungen vorliegen. Auf Basis von derzeit verfügbaren Studien bzw. von etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich aber bestimmte Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen:

  • Bestimmte Personen haben bei Covid-19 ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das sind z. B. Menschen mit Vorschädigungen der Lunge oder Blutgefäße bzw. mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Unter den von diesen Vorerkrankungen betroffenen Personen befinden sich überdurchschnittlich viele Raucher und Raucherinnen.  
  • Die durch das Rauchen geschädigte Oberfläche der Atemwege erleichtert das Eindringen von Viren. Raucher und Raucherinnen sind daher anfälliger für Infektionen. Das zeigen Erkenntnisse über Influenzaviren bzw. Coronaviren, die mit dem aktuellen SARS CoV-2 verwandt sind. Bei der COVID-19-Erkrankung wurde untersucht, dass Rauchen das „Schloss“ - den ACE-2 Rezeptor an der Lungenzelle - durch welches das SARS-Virus in die Lungenzelle hineingelangt, hinaufregelt. Dadurch ist ein vermehrter Eintritt von Viren in die Lunge wahrscheinlich.  
  • Es ist auch bekannt, dass Rauchen das Immunsystem negativ beeinflussen kann, was das Eindringen von Viren ebenfalls erleichtert bzw. die körpereigene Abwehr erschwert.  
  • Dazu kommen beim Rauchen vermehrte Bewegungen von der Hand zum Gesicht, was die Virusübertragung begünstigt – Stichwort Schmierinfektion über nicht gründlich gewaschene Hände. 

Lungenfachärzte der ÖGK empfehlen Rauchstopp

„Die Folgen der Covid-19-Pandemie lösen bei vielen Menschen Stress aus, etwa durch die Angst vor Ansteckung, den Verlust des Arbeitsplatzes oder finanzielle Sorgen“, so Dr. Anna Kropfmüller, Lungenfachärztin der Österreichischen Gesundheitskasse im Peterhof in Baden bei Wien: „Manche nutzen Rauchen zur Stressregulierung bzw. werden rückfällig, obwohl ihnen der Ausstieg schon einmal gelungen ist. Gerade jetzt ist es wichtig, alternative Strategien im Umgang mit Stress zu finden.“ Die Österreichische Gesundheitskasse unterstützt ihre Versicherten in ganz Österreich beim Rauchausstieg. Dr. Kropfmüller: „Es gibt vielfältige Angebote mit professioneller Begleitung – stationär oder ambulant, einzeln oder in der Gruppe, telefonisch oder digital. Da ist für jeden etwas dabei. Gesundheitlich ist ein Rauchstopp immer ein Gewinn, auch über die Covid-19-Pandemie hinaus.“

Stationäre Raucherentwöhnung der ÖGK

Die Österreichische Gesundheitskasse bietet für stark tabakabhängige Personen mit bereits bestehenden Folgeerkrankungen eine dreiwöchige, stationäre Raucherentwöhnung im Gesundheitszentrum Linzerheim in Bad Schallerbach an. Das Programm umfasst tägliche psychotherapeutische Gruppenarbeit, Herz-Kreislauf-Training und Atemtherapie, Entspannungsübungen, Ernährungsberatung sowie eine Nikotinersatztherapie. Im Anschluss an den Aufenthalt werden die Patientinnen und Patienten ein halbes Jahr nachbetreut. Für die Teilnahme muss von der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt ein entsprechender Kurantrag für stationäre Rauchertherapie ausgestellt werden, der dann bei der ÖGK eingereicht wird. Die stationäre Raucherentwöhnung im Gesundheitszentrum Linzerheim wird wieder angeboten, sobald dies für die Patientinnen und Patienten ohne erhöhtes Infektionsrisiko möglich ist.


Hier finden Versicherte einen Überblick über die Angebote der Österreichischen Gesundheitskasse zum Rauchausstieg:

Zuletzt aktualisiert am 04. Juni 2020