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ÖGK: Hautschutz ist Selbstschutz

22 Jahre Hautschutzkampagne in Kärnten

Sommer, Sonne und Urlaub: Wer freut sich nicht darauf? Richtig vorbeugen, richtig nachsorgen – den ganzen Sommer lang - ist dabei von großer Bedeutung. Wie das funktioniert wird heuer bereits zum 22. Mal im Rahmen der jährlichen Hautschutzkampagne in zehn Kärntner Strandbädern gezeigt.


Die Sonnencreme liegt oftmals im Schrank, bis der lang ersehnte Urlaub anbricht. Doch nicht nur beim stundenlangen Sonnenbad am Meer braucht unsere Haut bestmöglichen Schutz vor den UVA- und UVB-Strahlen – auch bei einem Nachmittag auf dem Balkon, bei der Gartenarbeit oder bei einem ausgedehnten Spaziergang sollte die Sonnencreme ein ständiger Begleiter sein. Wird die Wirkung der Sonne unterschätzt, rötet sich die Haut und der Sonnenbrand ist das Ergebnis. Insbesondere junge Menschen sollten das Thema Hautschutz ernst nehmen, denn mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs und eine verfrühte Hautalterung. 

Gemeinsam mit dem Gesundheitsreferat des Landes Kärnten, der Ärztekammer für Kärnten, der Kleinen Zeitung sowie der Österreichischen Apothekerkammer – Landesgeschäftsstelle Kärnten und Cetaphil Sun Daylong wird die erfolgreiche Initiative „Hautschutz ist Selbstschutz“ daher heuer bereits zum 22. Mal in den Kärntner Bädern durchgeführt.

Die Zahl der Hitzetage hat sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt, allein in Kärnten waren es im vergangenen Jahr 23 Tage. Aus diesem Grund braucht es mehr Bewusstsein für die so wichtigen Schutzmaßnahmen. Speziell für Personen mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder ist zu viel Sonne eine Gesundheitsgefahr.

Hautschutz in den Bädern

Im Zeitraum von 18. Juli bis 23. Juli 2022 können sich Badegäste in zehn Kärntner Strandbädern bei Fachärztinnen und Fachärzten der Dermatologie sowie Ärztinnen und Ärzten der ÖGK kostenfrei über Hautschutz und Hautkrebsvorsorge informieren und haben die Möglichkeit, eine hautmedizinische Beratung in Anspruch zu nehmen - dies ersetzt natürlich nicht den jährlichen Kontrolltermin.

 „Dass die Hautschutzkampagne heuer bereits zum 22. Mal durchgeführt wird und mehr als 330.000 Menschen beraten wurden, spricht für den Erfolg und die Notwendigkeit dieser Vorsorgeinitiative. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Menschen zu informieren und sie für die Prävention zu gewinnen. Zahlreiche bösartige Hautveränderungen konnten in den vergangenen Jahren rechtzeitig diagnostiziert werden, wodurch einige schwerwiegende und lange Krankheitsverläufe verhindert werden konnten. Und wo lässt es sich dafür besser sensibilisieren als vor Ort, in den Kärntner Bädern“, betonen Sylvia Gstättner und Georg Steiner, Landesstellenausschussvorsitzende der ÖGK in Kärnten. „All das konnte nur durch die jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit aller Kooperationspartner erreicht werden, denen wir dafür ausdrücklich danken möchten.“

Tausende Hautschutz-Info-Packages, bestehend aus Informationsmaterialien für Groß und Klein, Sonnenschutz-Produktproben von Cetaphil Sun Daylong und einer SUN-Checkkarte, werden bei den Beratungsterminen kostenlos an die interessierten Strandbadbesucherinnen und -besucher verteilt.

„Die Sommer werden heißer, die Gefahren der Sonne potenzieren sich. Umso notwendiger ist es, über die Sonne, ihre Strahlen und ihre Auswirkungen auf unseren Körper Bescheid zu wissen“, ist Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner überzeugt. „Mit der Hautschutzkampagne bündeln wir in Kärnten seit 2001 unsere Kräfte, um vor Ort – an unseren Seen und in Strandbädern – das Bewusstsein zu schärfen. In den vergangenen 20 Jahren haben wir wichtige Aufklärungsarbeit geleistet“, unterstreicht die Gesundheitsreferentin und dankt den Kooperationspartnern: „Unsere gemeinsame Maßnahme hat sich zu einer der erfolgreichsten Vorsorgeaktionen österreichweit entwickelt. Und sie ist bestes Beispiel dafür, dass es partnerschaftlich einfach besser funktioniert. Auf weitere 20 Jahre!“ Der Appell von Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner in Richtung sonnenhungrige Badegäste lautet: „Wer seine Haut schützt, schützt seine Gesundheit!“

„Oft wird unterschätzt, mit welcher Kraft die Sonne auf unsere Haut einwirkt. Auch wenn unsere Haut tagtäglich Großartiges vollbringt – im Sommer kommt sie schnell an ihre Grenzen, wenn wir uns ungeschützt in der Sonne aufhalten. Um sich vor der Sonne zu schützen, hat der Körper Schutzsysteme wie die Bräunung und die Verdickung der obersten Hautschicht entwickelt. Schädigungen in den Zellen durch übermäßige UV-Bestrahlung werden jedoch als Erbinformation an nachwachsende Zellen weitergegeben. Summieren sich diese Defekte, kann Hautkrebs die Folge sein. Hautkrebs tritt zu 80 Prozent an Hautstellen auf, die der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Es bilden sich Flecken oder Knoten, die rasch wachsen und leicht verletzbar sind. Daher ist ein regelmäßiger Selbst-Check sowie eine Kontrolle bei einer Hautärztin bzw. einem Hautarzt essentiell“, informiert Ärztekammer-Fachgruppenobmann der Dermatologie, Dr. Max Wutte.

Gut geschützt durch den Sommer

„Individueller Sonnenschutz ist sowohl als Vorbeugung gegen Sonnenbrand als auch im Hinblick auf die langfristige Erhaltung der Hautgesundheit zu sehen. Bei der Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels kommt es auf die so genannte Eigenschutzzeit der Haut an – diese ist stark vom Hauttyp abhängig. Dabei handelt es sich um jene Zeit, in der ein Aufenthalt in der Sonne ohne Sonnenbrand möglich ist. Eine individuelle Beratung ist daher sehr wichtig“, erklärt Jutta Polligger-Juvan, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Kärnten.

Termine der Hautschutzkampagne 2022  

Strandbad Uhrzeit Termin
Campingbad Nord Klopeinersee 11:00 - 13:00 Uhr

18.07.2022

 

Stadionbad Wolfsberg 15:00 - 17:00 Uhr
Strandbad Hermagor-Pressegger See 11:00 - 13:00 Uhr

19.07.2022

 

Strandbad Millstatt 15:00 - 17:00 Uhr
Strandbad Reifnitz 11:00 - 13:00 Uhr

21.07.2022

 

Strandbad Maiernigg 15:00 - 17:00 Uhr
Strandbad Egg am Faaker See 10:00 - 12:00 Uhr

 

22.07.2022

 

Strandbad Velden 14:00 - 16:00 Uhr
Strandbad Loretto 17:00 - 18:30 Uhr
Strandbad Klagenfurt 10:00 - 15:00 Uhr 23.07.2022

Hautgesunde Tipps

  • Schatten suchen: Meiden Sie zwischen 11.00 – 15.00 Uhr direktes Sonnenlicht, da in diesem Zeitraum 80 Prozent der Gesamttages-UV-Strahlung freigesetzt wird. Hier sollte der Aufenthalt in der Sonne überhaupt vermieden werden. Achtung: selbst im Schatten dringen bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen vor.
  • Sonnenschutzmittel: Verwenden Sie Sonnenschutzmittel entsprechend Ihrem Hauttyp. Bei der Auswahl des richtigen Sonnenschutzmittels kommt es auf die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut an. Das ist jene Zeit, in der ein Aufenthalt in der Sonne ohne Sonnenbrand möglich ist. Diese Zeit ist je nach Hauttyp unterschiedlich lange. Ganz helle Menschen und Kinder haben eine Eigenschutzzeit von maximal zehn Minuten, bei Menschen mit dunklerem Teint kann sie bis zu 30 Minuten betragen. Bei südländisch-dunkler Haut und Vorbräunung ist die Eigenschutzzeit noch länger.

    Die Eigenschutzzeit verlängert sich je nach Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels:

    Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor
    =
    tägliche erlaubte Aufenthaltszeit in der Sonne in Minuten

    Tragen Sie das Sonnenschutzmittel eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt in der Sonne gleichmäßig und ausreichend auf die Haut auf (Empfehlung: sechs Esslöffel).
    Nach dem Schwimmen oder auch wenn man schwitzt sollte man sich regelmäßig eincremen, dabei stark gefährdete Körperstellen wie Nasenrücken, Stirn, Ohren, Hände, Unterarme sowie Lippen besonders gründlich.
  • Augenschutz: Tragen Sie qualitativ hochwertige Sonnenbrillen, um auch Ihre Augen zu schützen.
  • Haut bedecken: Vor allem Kinder haben noch kein voll entwickeltes Selbstschutzsystem und sollten sich daher vorwiegend im Schatten aufhalten, entsprechende Kleidung tragen und Sunblocker (höherer LSF-Faktor) verwenden.
  • Nach der Sonne: Ist die Haut rot, hitzt und schmerzt, helfen schmerzstillende Medikamente, kalte Umschläge und spezielle Pflegeprodukte (z.B. After Sun Lotions). 

Das ABC der Melanom-Früherkennung

Grundsätzlich sollte jeder Mensch seine Muttermale laufend beobachten und kontrollieren lassen. Durch Hautschädigungen können sich ungefährliche Muttermale schnell zu bösartigen Melanomen entwickeln. Wird eine Veränderung rechtzeitig bemerkt, kann das Muttermal entfernt werden.

Asymmetrie: Gutartige Muttermale sind rund und symmetrisch. Melanome wachsen ungleichmäßig, meist stärker in eine Richtung.

Begrenzung: Muttermale sind scharf zur normalen Haut hin abgegrenzt. Melanome haben eine zackige, unregelmäßige Begrenzung.

Colorit (Farbe): Muttermale sind einheitlich hell- bis dunkelbraun. Melanome weisen unterschiedliche Braun-, Schwarz-, Rot-, Grau- oder Weißtöne auf.

Durchmesser: Muttermale bleiben über lange Zeit gleich groß. Melanome hingegen nehmen an Größe, Dicke und Umfang zu.

Ist ein Muttermal in einer oder mehreren dieser Kategorien auffällig, sollte zur Abklärung eine Hautärztin bzw. ein Hautarzt aufgesucht werden.

Sie wollen Ihren Hauttyp und Ihre Eigenschutzzeit wissen oder haben Fragen rund um das Thema Hautgesundheit? Nähere Informationen finden Sie unter www.gesundheitskasse.at/hautschutz oder kontaktieren Sie Ihre Hautärztin bzw. Ihren Hautarzt des Vertrauens.