Medikamente sind eine große Hilfe bei Schmerzen oder andere Beschwerden. Wir nehmen sie vorsorglich ein, um schweren Erkrankungen vorzubeugen (Herzinfarkt, Schlaganfall) oder um chronische Erkrankungen in Schach zu halten. Kommen allerdings mehrere Erkrankungen und somit viele Medikamente zusammen, besteht die Möglichkeit, dass sie sich gegenseitig beeinflussen. Es kann zu einer gewünschten Verstärkung der Wirkung kommen aber es können auch neue unerwünschten Nebenwirkungen auftreten.

So können zum Beispiel Unwohlsein, Kreislaufschwächen oder Schwindelzustände mit Medikamentenkombinationen zusammenhängen. Es steigt auch das Risiko einer Krankenhauseinweisung in Folge einer Komplikation, beispielsweise eines Sturzes. Beschwerden werden nicht immer als Folge von Polypharmazie (Fachbegriff für die Einnahme von mehreren Medikamenten) erkannt und führen zu weiteren Medikamentenverordnungen (Verschreibungskaskaden). Speziell, wenn wir älter werden, werden Beschwerden und Krankheiten häufiger und wir werden empfindlicher für Nebenwirkungen.


Was können Sie als Patientin und als Patient tun:

  • Bitten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um einen sogenannten Medikationsplan und tragen Sie den Medikationsplan immer bei sich.
  • Besprechen Sie ihre Fragen, Ängste und Sorgen rund um Ihre Medikamente bzw. Erkrankung mit ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
  • Fragen Sie auch nach, ob Sie wirklich (noch) alle Medikamente brauchen oder ob es alternative Behandlungsformen gibt.
  • Falls neue Beschwerden auftreten, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.
  • Setzen Sie kein Medikament ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab und verändern auch nicht die Menge.
  • Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt weshalb Sie die Medikamente einnehmen und informieren Sie Ihren Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt über Befunde und neue Medikamentenverschreibungen (z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder Facharztbesuch).