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Hanusch-Krankenhaus der ÖGK: Erfolg für standardisierten Knochen-Check nach schweren Frakturen

„Fracture Liaison Service“ von internationaler Osteoporose Foundation anerkannt

Ärztin erklärt Mann Skelett / Credit: ÖGK

Das Hanusch-Krankenhaus der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Wien setzt seit Jahren auf die Prävention von Knochenbrüchen: Im Fokus stehen Patientinnen und Patienten, die nach einem Knochenbruch stationär aufgenommen werden. Dr.in Elisabeth Zwettler, Ärztliche Direktorin des Hanusch-Krankenhauses erklärt: „Ziel unseres abteilungsübergreifenden, interdisziplinären ‚Fracture Liaison Services‘ ist es, Patientinnen und Patienten mit einer bestehenden Osteoporose bzw. einem hohen Osteoporose-Risiko standardisiert zu identifizieren und eine Behandlung einzuleiten.“

Dieses in den vergangenen zwei Jahren aufgebaute „Fracture Liaison Service“ (FLS) wurde nun von der International Osteoporosis Foundation (IOF) anerkannt. Das Hanusch-Krankenhaus ist damit das erste österreichische Krankenhaus, das von der IOF auf der Website www.capturethefracture.org gelistet ist. In einem Jahr wird sich das Hanusch-Krankenhaus einer weiteren Überprüfung durch die IOF stellen und sich damit dann auch zertifizieren können.

Die Arbeit des Fracture Liaison Service

Primar Priv. Doz. Dr. Jochen Zwerina, Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung, an der das „Fracture Liaison Service“ angesiedelt ist, erklärt die Arbeit des Teams: „Unsere Zielgruppe sind alle stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten über 50 Jahren mit einer Fraktur des Oberschenkels, des Beckens, des Unter- oder Oberarms oder eines Wirbelkörpers. Bereits bei deren Aufnahme erfolgt eine Meldung an das „Fracture Liaison Service“ über das interne, digitale Patientenführungssystem durch die Pflege. Gleichzeitig wird auch eine Laboruntersuchung des Knochenstoffwechsels veranlasst. Die Fachärztinnen und Fachärzte für Osteologie des „Fracture Liaison Services“ prüfen alle eingehenden Befunde und gehen auch auf Visite. Eine Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D wird veranlasst, anschließend eine spezifische Osteoporose-Therapie begonnen. Jährlich werden auf diese Weise rund 600 Patientinnen und Patienten versorgt.“

Ist die Therapieeinleitung während des Aufenthalts nicht möglich, erhalten Betroffene einen ambulanten Termin in der Osteoporose-Ambulanz oder eine Therapieempfehlung für die Allgemeinmedizinerin bzw. den Allgemeinmediziner. Bei einfach zu behandelnden Fällen erfolgt die Weiterbehandlung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Komplexere Fälle werden direkt im Hanusch-Krankenhaus betreut. Nach einem Jahr werden alle Patientinnen und Patienten zur Kontrolle ins Hanusch-Krankenhaus eingeladen.

Leid und Kosten verhindern – Lebenszeit und Lebensqualität gewinnen

Primar Priv. Doz. Dr. Johannes Holinka, Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie betont: „Knochenbrüche haben vor allem im höheren Alter häufig schwere Auswirkungen auf die Lebensqualität und Lebenserwartung. Vor allem Brüche der Wirbelkörper oder des Oberschenkelhalses führen oft zu längerer Immobilität, Schmerzen, Verminderung bzw. Verlust der Selbständigkeit. Und auf einen Bruch folgt leider oft bald ein zweiter. Das bedeutet viel Leid, aber auch hohe Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem. Gemeinsam mit dem ‚Fracture Liaison Service‘ können wir hier gezielt gegensteuern.“

Zuletzt aktualisiert am 16. Februar 2022