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Wie behandle ich eine Covid-19 Infektion zuhause?

Wir haben für Sie zusammengefasst, wie eine Covid-19-Infektion mit nur leichten Symptome zuhause behandelt werden kann.  

Mann mit Mund-Nasen-Schutz blickt aus dem Fenster_Bildquelle: DimaSid/shutterstock.com

Mein PCR-Test ist positiv, ich habe kaum oder nur leichte Symptome. Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt: Personen mit Risikofaktoren sollten sich nicht gemeinsam mit einer positiv-getesteten Person im Haushalt aufhalten. Das gilt speziell für Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, Personen mit unterdrücktem Immunsystem und ältere Menschen.

Behalten Sie die Symptome im Auge:

  • Messen Sie zweimal täglich Ihre Körpertemperatur. Bei Fieber kontaktieren Sie bitte Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt.
  • Beobachten Sie die Stärke Ihrer Symptome: Husten, Halsweh, Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Ruhe und Schlaf: Damit unser Körper das Virus bekämpfen kann, braucht er viel Ruhe. Schlaf ist sprichwörtlich die beste Medizin. Im Schlaf bildet unser Immunsystem neue Zellen und bekämpft Erreger. Trotzdem wichtig: regelmäßig aufstehen und einige Schritte auf- und abgehen. Das verhindert die Bildung von Thrombosen (Verstopfung von Blutgefäßen).
  • Ausreichend trinken: Am besten sind Wasser und ungesüßte Tees.

Wichtig: Verschlechtert sich Ihr Gesundheitszustand, so kontaktieren Sie gleich Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt!
Verschlechtert sich Ihr Zustand sehr schnell und stark, dann rufen Sie die Rettung mit 144.
Alarmsignale: Atemnot, Druck oder Schmerzen in der Brust, Verwirrung oder wenn Sie Probleme haben, wach zu bleiben.

  • Zeigt ein weiteres Haushaltsmitglied Krankheitszeichen: ebenfalls Hausärztin bzw. Hausarzt kontaktieren und 1450 anrufen.


 Gut zu wissen

  • Stark schnäuzen: Kräftig ins Taschentuch zu schnäuzen ist nicht sinnvoll. Dabei entsteht hoher Druck, der Viren direkt in die Stirn- und Nasennebenhöhlen katapultieren kann. Das fördert Entzündungen.
  • Niesen unterdrücken: Hält man sich beim Niesen die Nase zu, so entsteht starker Druck in den Nasenhöhlen, der Viren in die Nebenhöhlen oder Richtung Mittelohr pressen kann. Dort kann es zu einer Entzündung kommen.
  • Zu viel Nasenspray: Die Nase ist dicht? Dann helfen Mittel, die die Gefäße verengen, beim Durchatmen. Bitte aber nicht zu oft und höchstens eine Woche lang nutzen. Sonst gewöhnen wir uns und die Schleimhäute trocknen aus. Alternativen: Nasenduschen, Meersalz-Sprays oder ätherische Öle.
  • Die falschen Hustenmittel: Es gibt zwei Arten von Husten, die unterschiedlich behandelt werden sollten. Bei trockenem Reizhusten hilft ein Hustenstiller. Hustet man Schleim, dann keinen Hustenstiller nehmen, denn dieser verhindert das Abhusten. Hier hilft ein schleimlösendes Mittel – für eine ruhige Nacht aber nicht mehr nach 18 Uhr nehmen. Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke.
  • Zu viel Action: Nach drei bis sieben Tagen fühlt man sich oft schon besser. Wer jetzt zu schnell aktiv wird, riskiert eine Verschlechterung! Der Körper ist noch angeschlagen, zu viel Belastung kann im schlimmsten Fall zu einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung führen. Lassen Sie sich nach sieben bis zehn Tagen von der Hausärztin bzw. dem Hausarzt untersuchen.

 

Hygienemaßnahmen und Alltag zuhause:

  • Schwierig, aber wichtig: So wenig Kontakt wie möglich mit der erkrankten Person. Verzichten Sie auf jeden direkten Körperkontakt.
  • Die erkrankte Person sollte sich möglichst alleine in einem Zimmer aufhalten. Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad, WC sollten so kurz wie nötig und alleine genützt werden.
  • Bei jedem Kontakt sollen alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Waschen Sie sich die Hände mit Wasser und Seife:
    • vor und nach jedem Kontakt mit anderen Personen
    • vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen
    • nach dem Toilettengang
  • Trennen Sie die Hygieneartikel und Handtücher der im Haushalt lebenden Personen klar voneinander. Verwenden Sie Einmalhandtücher bzw. tauschen Sie Handtücher aus, wenn sie feucht sind.
  • Die Wäsche der erkrankten Person soll bei mindestens 60°C mit einem üblichen Vollwaschmittel gewaschen werden. Danach soll die Wäsche gut getrocknet werden. Das gilt für Kleidung, Bettwäsche und Handtücher. Sammeln Sie die Wäsche der erkrankten Person getrennt und verwenden Sie Handschuhe.
  • Husten und niesen Sie in Ihre Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das danach gleich in einem verschließbaren Behälter (Mistkübel oder reißfester Plastiksack) gegeben wird.
  • Abfälle der erkrankten Person in einem verschließbaren Müllsack im Krankenzimmer sammeln. Der Müll kann dann in dem verschlossenen Sack im Restmüll entsorgt werden.
  • Lüften Sie alle Räume regelmäßig.
  • Wenn Sie ein Haustier haben: organisieren Sie bitte jemanden, der mit dem Hund rausgeht. Infizierte Personen sollten den Kontakt mit ihren Haustieren möglichst einschränken, um diese zu schützen. Vor und nach dem Kontakt mit dem Haustier immer die Hände waschen.

 

Was gehört in die eigene Apotheke zuhause?

Besprechen Sie Ihre individuelle Hausapotheke am besten mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt. Ratsam sind in jedem Fall:

  • Fieberthermometer
  • Abschwellendes Nasenspray und Meersalz-Nasenspray
  • Lutschpastillen und Gurgellösungen gegen Halsschmerzen
  • Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung
  • Mittel gegen Übelkeit
  • Schmerzmittel – fragen Sie hier Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt

 

Welche Hausmittel helfen unterstützend?

  • Mit Salzwasser gurgeln
  • Spezielle Tees helfen besonders gut: Salbei, Kamille, Lindenblüte
  • Frische Ingwerscheiben (ungeschält) zum Tee dazu geben.
  • Wärmende Mittel: Kirschkernkissen oder Wärmeflasche im Nackenbereich auflegen, das hilft gegen Kopfschmerzen
  • Mit Wasser inhalieren: gleich morgens anwenden. Die Schleimhäute werden gereinigt, befeuchtet und besser durchblutet.


Zuletzt aktualisiert am 26. April 2022