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Vienna Bone & Growth Center wird Vollmitglied der europäischen Referenznetzwerke

Internationale Anerkennung für Wiener Einrichtung zur Erforschung, Diagnose und Behandlung von seltenen Erkrankungen des Knochens

Ärztin erklärt anhand eines Skelettes / Credit: ÖGK

Das Vienna Bone & Growth Center betreut fächerübergreifend Patientinnen und Patienten mit seltenen Knochenerkrankungen. Der Zusammenschluss aus mehreren Wiener Gesundheitsinstitutionen wurde nun als Vollmitglied in das European Reference Network BOND aufgenommen. Mitglied dieses europäischen Netzwerks werden ausschließlich Zentren, die durch hochspezialisierte Behandlung sowie konzentriertes Wissen und Ressourcen in der Lage sind, komplexe oder seltene Krankheiten zu betreuen. 

Schwerpunkt des Vienna Bone & Growth Center sind die Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Knochens (Osteologie) sowie die osteologische Forschung. Beteiligte Institutionen sind die Medizinische Universität Wien und das Universitätsklinikum AKH Wien, das Orthopädische Spital Speising, die I. Medizinische Abteilung des Hanusch-Krankenhauses der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und das Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie am Hanusch-Krankenhaus und am Traumazentrum Meidling der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). 

Der Zusammenschluss und die Vernetzung aller beteiligten Expertinnen und Experten ermöglichen eine fächerübergreifende Betreuung nach neuesten internationalen Standards. Durch die Kooperation der verschiedenen Institutionen wird eine konsistente Versorgung sichergestellt. Kinder mit Knochenerkrankungen werden mit Erreichen der Volljährigkeit von der Betreuung durch Kinderärztinnen und Kinderärzte am AKH Wien bzw. im Orthopädischen Spital Speising in die Erwachsenenmedizin im Hanusch-Krankenhaus übernommen. Das ermöglicht langfristig die bestmögliche Betreuung der Patientinnen und Patienten. 

Die Europäischen Referenznetzwerke für seltene und komplexe Krankheiten

Europäische Referenznetzwerke (ERNs) sind virtuelle Netzwerke, an denen Referenzzentren in ganz Europa beteiligt sind. Sie basieren auf einer Direktive des Europäischen Parlaments und zielen darauf ab, komplexe oder seltene Krankheiten zu betreuen, die eine hochspezialisierte Behandlung sowie konzentriertes Wissen und Ressourcen erfordern.  

Derzeit gibt es 24 thematische ERNs, an denen über 900 hochspezialisierte Gesundheitsdienstleister aus 26 Ländern teilnehmen. Diese arbeiten gemeinsam an einer Vielzahl von Themen, von Knochenerkrankungen bis zu hämatologischen Erkrankungen, von Kinderkrebs bis hin zu Immunschwäche. Auf nationaler Ebene dient der Nationale Aktionsplan für Seltene Erkrankungen (NAP.se) im Vorfeld zur internationalen Bewerbung dazu, Expertisezentren in ganz Österreich zu designieren.

ERN BOND vereint international alle seltenen Krankheiten, die im Wesentlichen angeboren, chronisch und genetisch bedingt sind und Knochen sowie Wachstum betreffen. Das Hauptziel von ERN BOND ist die Umsetzung von Maßnahmen, die Menschen mit seltenen Knochenerkrankungen eine multidisziplinäre, ganzheitliche, kontinuierliche, patientenzentrierte und partizipative Versorgung ermöglichen sowie klinische- und grundlagenorientierte Forschung zur Verbesserung von Diagnose und Therapie.

Kurzprofile

Medizinische Universität Wien

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen, 30 Universitätskliniken und zwei klinischen Instituten, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.  

AKH Wien

Im Universitätsklinikum AKH Wien des Wiener Gesundheitsverbundes werden jährlich rund 80.000 Patientinnen und Patienten stationär betreut. Die Ambulanzen und Spezialambulanzen des AKH Wien werden zusätzlich etwa 1,2 Mio. Mal frequentiert. Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten der MedUni Wien stehen für die Betreuung unserer PatientInnen rund 3.000 Krankenpflegepersonen, über 1.000 Angehörige der medizinischen, therapeutischen und diagnostischen Gesundheitsberufe und viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedensten Berufsgruppen zur Verfügung. 

Orthopädisches Spital Speising

Das Orthopädische Spital Speising ist Österreichs führende Fachklinik für den Bewegungsapparat. 

Ludwig-Boltzmann-Institut für Osteologie

Das Ludwig-Boltzmann-Institut für Osteologie (kurz: LBIO) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung unter dem Dach der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Das LBIO beschäftigt sich mit der Erforschung der Funktion von Knochen, im speziellen von muskuloskelettalen Erkrankungen. Das LBIO verbindet grundlagenorientierte mit klinischer Forschung, mit dem Ziel der Entwicklung von neuen Strategien zur Diagnose, Prävention und Behandlung dieser Erkrankungen. Um den Knochen auf allen hierarchischen Ebenen zu untersuchen, hat das LBIO ein interdisziplinäres Team aus Medizinern, Biologen, Physikern, (Bio-)Chemikern und Statistikern aufgebaut, die sich diesem hochkomplexen Thema widmen. 

Hanusch-Krankenhaus

Das Hanusch-Krankenhaus ist das Schwerpunktkrankenhaus der Österreichischen Gesundheitskasse mit zehn Abteilungen und zahlreichen Instituten, Zentren und Ambulanzen und medizinisches Kompetenzzentrum der Sozialversicherung. Das Hanusch-Krankenhaus ist gemeinsam mit dem Traumazentrum Meidling der AUVA Standort des Ludwig Boltzmann Instituts für Osteologie.

Zuletzt aktualisiert am 08. März 2022