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ÖGK und Ärztekammer für OÖ. bauen Ärztementoring aus: Hausärzte helfen Kollegen beim Berufswechsel in die Praxis

Um offene Kassenstellen zu besetzen, gehen die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und die Ärztekammer für Oberösterreich (ÄKOÖ) einen neuen Weg: Verstärkt sollen fertig ausgebildete Allgemeinmediziner aus anderen Arbeitsbereichen für Kassenverträge gewonnen werden. Viele von ihnen reizt eine (eigene) Arztpraxis. Aber nur wenige haben Einblick in den niedergelassenen Bereich und wagen den Umstieg. Ein neuartiges „Ärztementoring“ erleichtert nun den Sprung in die Praxis.

Zwei Ärzte beraten sich / Credit: shutterstock_1242800590_goodluz

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Kassenpraxis beim Routinier lernen 

Die Gründung einer Kassenpraxis ist meist Neuland. Das gilt auch für erfahrene Allgemeinmediziner, die bereits in Betrieben, Behörden oder Spitälern tätig sind: Sie haben großes medizinisches Know-how, doch die Hausarzt-Rolle ist den meisten fremd. Viele zögern daher vor dem Sprung in die Praxis. Das neue Ärztementoring gibt die nötige Sicherheit für den beruflichen Wechsel. Das Prinzip: Erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte schulen als Mentoren die neuen Kolleginnen und Kollegen (Mentees) in die Praxis ein – wortwörtlich. Der kollegiale Wissensaustausch über mindestens drei Monate baut Unsicherheit ab und erleichtert dem Mentee die spätere Führung der eigenen Kassenpraxis. Plakativer Titel des Mentoring-Projekts: „neuAMstart“  

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So läuft das neue Ärztementoring „neuAMstart“

  • Ab sofort können sich alle Kassenärzte für Allgemeinmedizin als Mentoren bei der Ärztekammer melden.
  • Interessierte Mentees müssen über das ius practicandi (Berufszulassung als Allgemeinmediziner) verfügen. In den letzten fünf Jahren dürfen sie nicht oder nicht regelmäßig in eine Kassenordination für Allgemeinmedizin gearbeitet haben.
  • Die Teilnahme am Mentoring-Programm erfolgt auf Antrag und ist für beide Seiten stets freiwillig. Die Ärztekammer vermittelt auf Wunsch gerne Interessenten.
  • Die kollegiale „Lehrtätigkeit“ der Mentoren wird finanziell gefördert: Die Bezahlung des Mentees (Prinzip: Arzt stellt Arzt an) wird gemäß Kollektivvertrag abgegolten. Weiters erhält der Mentor ein Zusatzhonorar während des gesamten Programms. Zudem sind alle erbrachten Leistungen des Mentees in vollem Umfang mit der ÖGK abrechenbar.

 

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Pilotbetrieb bestätigt Erfolg 

Die Idee „Hausärzte schulen neue Hausärzte“ funktioniert tatsächlich gut, wie bereits mehrere Pilotprojekte in Oberösterreich zeigen. Zwei Beispiele: In Haslach erlernte Dr. Martha Rabl bei ihrem Mentor Dr. Erwin Rebhandl die Kniffe der Praxisführung. In Braunau war Dr. Renate Schiller der Mentee von Dr. Kurt Roitner, der maßgeblich an der Entwicklung des Mentoring-Projekts beteiligt war. „Für die Allgemeinmedizin braucht man ein breites Wissensspektrum und viel Erfahrung. Für neu- oder quereinsteigende Ärzte ist das schon eine Herausforderung. Mit dem Mentoringprogramm ‚neuAMstart‘ gebe ich als erfahrener Hausarzt mein fachliches und unternehmerisches Wissen weiter“, so Dr. Kurt Roitner, der auf diese Weise auch seine Nachfolge sichern möchte. 

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„Einstieg oder Umstieg – wir unterstützen immer“ 

Albert Maringer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses, betont die Bedeutung von „neuAMstart” für die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Oberösterreich: „Dutzende Medizinerinnen und Mediziner reizt der Gedanke einer eigenen Arztpraxis. Leider zögern viele, ihren Traum umzusetzen. Mit dem Mentoring-Programm geben erfahrene Hausärzte ihr Wissen an interessierte Mediziner aus anderen Bereichen weiter. Damit setzen wir einen starken Impuls für den großen Generationswechsel, der uns in der Allgemeinmedizin aktuell sehr fordert. Mit den flexiblen Arbeitsmöglichkeiten der modernen Kassenverträge können wir den Bedürfnissen vieler Ärztinnen und Ärzten sehr gut entsprechen. Wir unterstützen jeden Einstieg und Umstieg in den Hausarztberuf!“ 

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„Große Chance, Wissen weiter zu geben“ 

„Das Ärztementoring ‚neuAMstart‘ soll den (Wieder-)einstieg von Medizinern und Medizinerinnen zur allgemeinmedizinischen Praxis leichter und rascher gestalten. Und für die Mentoren ist es eine große Chance, ihr Wissen weiterzugeben und mit einem zusätzlichen Mediziner in der Ordination eine Arbeitsentlastung zu haben“, erklärt OMR Dr. Wolfgang Ziegler, Stv. Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich

 

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Rückfragen:


Österreichische Gesundheitskasse:    Mag. Gregor Smejkal, Tel. +43 5 0766-14102214                                                             Gregor.Smejkal@oegk.at | www.gesundheitskasse.at

                                                            

Ärztekammer für Oberösterreich:         Markus Neißl, Tel. 0732 77 83 71 - 326

                                                             markus.neissl@aekooe.at | www.aekooe.at



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Zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2021