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Informationen für Angehörige

Der Großteil der Erkrankten wird von Angehörigen betreut. Da der Pflege- und Betreuungsalltag eine große Herausforderung ist, wird dabei häufig die Belastungsgrenze überschritten. Um das zu vermeiden, sollten die Angehörigen Hilfe annehmen, damit sie dieser Belastung dauerhaft standhalten können. 

Junge Frau hält alte Frau / Credit: shutterstock_643581415

Hilfe für Angehörige

Der Pflege- und Betreuungsalltag ist eine große Herausforderung. Oft wird dabei die persönliche Belastungsgrenze überschritten.

Hier finden Angehörige Unterstützung:

  • Selbsthilfegruppen
  • Betreuung und Pflege
  • Entlastungsmöglichkeiten
  • Stresskurse
  • Erholungsaufenthalt
  • Psychotherapie

10 Grundregeln im Umgang mit Menschen mit Demenz

  1. Informieren Sie sich über das Krankheitsbild. Um die Krankheit und die Veränderungen zu verstehen, die sie mit sich bringt, ist es wichtig, möglichst gut informiert zu sein.
  2. Behalten Sie wichtige Gewohnheiten der Betroffenen bei. Sie sollten so lange wie möglich zum Beispiel an ihrem geliebten Stammtisch oder dem Kaffeebesuch mit Freunden teilnehmen dürfen. Das gibt den Betroffenen ein Stück Vertrautes und Sicherheit zurück.
  3. Achten Sie auf einen gleichbleibenden Tagesablauf. Überfordern Sie die Betroffenen nicht durch zu viele oder zu belastende Aktivitäten (z. B. Lärm, Gedränge).
  4. Streiten Sie nicht, sondern sprechen Sie eher Lob und Anerkennung aus. Menschen mit Demenz folgen einer anderen Logik und sind mit Argumenten in der Regel nicht zu überzeugen. Vermeiden Sie deshalb unnütze Wortgefechte, die nur für schlechte Stimmung sorgen. Versuchen Sie, Konflikte zum Beispiel durch Ablenkung und Anerkennung von Geleistetem aufzulösen.
  5. Bleiben Sie gelassen. Nehmen Sie Gefühlsschwankungen und Aggressionen nicht persönlich. Sie können sehr belastend sein, aber sie sind typische Symptome der Erkrankung. Obwohl es oft anstrengend ist - bleiben Sie wertschätzend und bewahren Sie Respekt vor dem Demenzerkrankten. Suchen Sie rechtzeitig Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen kommen.
  6. Üben Sie sich in Geduld. Sprechen Sie deutlich und langsam und in einfachen, kurzen Sätzen. Wiederholen Sie das Gesagte nach Bedarf und geben Sie den Betroffenen ausreichend Zeit zu reagieren.
  7. Geben Sie Orientierung. Große Uhren, gut lesbare Hinweisschilder (z. B. auf Türen), ein Kalender mit dem aktuellen Datum und wichtige Mitteilungen auf einer Tafel können den Betroffenen die zeitliche und räumliche Orientierung erleichtern.
  8. Bleiben Sie in Kontakt. Im Verlauf der Erkrankung wird die sprachliche Verständigung immer schwieriger. Umso wichtiger ist es, durch körperliche Nähe, Blicke und Gesten mit dem Betroffenen in Kontakt zu bleiben.
  9. Sprechen Sie oft über schöne Erlebnisse in der Vergangenheit. Das Langzeitgedächtnis bleibt bei Demenz zu Beginn noch erhalten und durch schöne Erinnerungen lassen sich bei Betroffenen oft positive Gefühle hervorrufen.
  10. Denken Sie an sich selbst. Die Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz ist eine große Herausforderung. Denken Sie daran, für sich selbst Auszeiten zu schaffen, um wieder Energie auftanken zu können. Nutzen Sie externe Hilfs- und Beratungsangebote und sprechen Sie auch mit Familie und Freunden über Ihre Sorgen und Nöte. Viele Angehörige empfinden es als hilfreich, sich mit anderen Menschen, die in der gleichen Situation sind, auszutauschen.
Zuletzt aktualisiert am 04. November 2021