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Behandlung

Die Therapie umfasst in der Regel verschiedene Maßnahmen, die darauf abzielen, die Symptome und die Alltagsfähigkeiten zu verbessern oder zumindest zeitweise zu stabilisieren.

Junge Frau hält alte Frau / Credit: shutterstock_643581415

Nicht medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Nicht-medikamentöse Therapien haben einen wichtigen Stellenwert in der Demenz-Behandlung. So können zum Beispiel ein spezielles Gedächtnistraining, Ergotherapie, Bewegung, Musiktherapie und Biografie-Arbeit die geistige Leistungsfähigkeit und die Alltagskompetenzen fördern oder zum Wohlbefinden der Betroffenen beitragen.
Wichtig dabei ist, dass die Betroffenen nicht überfordert werden und die Auswahl der Maßnahmen an die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst ist.


  • Physiotherapie

    Durch die Physiotherapie verbessert man die Fähigkeiten für den Alltag und erhält Mobilität, ebenso trainiert man die Feinmotorik. Bewegung stellt auch einen Beitrag zur Gang- und Standsicherheit dar und wirkt sich positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit aus.  Krankengymnastik ist sinnvoll, wenn die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit eines Menschen in Folge einer Krankheit bedroht ist.


  • Ergotherapie

    Die Ergotherapie unterstützt Menschen mit Demenz, denen kontinuierlich motorische Kompetenzen verloren gehen, ihre vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Die Ergotherapie unterstützt sie dabei die Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. kochen, ankleiden, Körperpflege, Arbeiten im Haushalt, einkaufen etc.) auszuführen und die Herausforderungen im Alltag wie zB öffentliche Verkehrsmittel benutzen, die Orientierung behalten, bewältigen zu können.


  • Logopädie

    Logopädie kann Menschen mit Demenz helfen z.B. wenn kommunikative Fähigkeiten nachlassen oder Schluckstörungen auftreten. Die logopädische Behandlung konzentriert sich auf die noch vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten und stärkt diese. Mit gezielten Übungsprogrammen kann bei beginnender Demenz das Sprachverständnis, die Wortfindung und somit die kommunikativen Fähigkeiten des Betroffenen unterstützt werden. Bei Schluckstörungen werden Bewältigungsstrategien entwickelt, um weiterhin die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zu gewährleisten.


  • Ernährung
    Eine gesunde, ausgewogene und vollwertige Ernährung ist mit zunehmendem Alter von großer Bedeutung, genauso für Menschen mit Demenz. Demenz und Mangelernährung steht häufig in enger Verbindung.

    Bei Menschen mit Demenz ändert sich das Geschmacksempfinden. Außerdem fällt es vielen schwer, ihren Hunger oder Appetit auf bestimmte Speisen auszudrücken. Gleichzeitig vergessen Betroffene, ob sie schon gegessen haben. Sie können nicht mehr wie gewohnt mit Lebensmitteln und Besteck umgehen, da sie häufig schlechter sehen.
    Essen hat auch mit Struktur und Routine zu tun. Feste Essenszeiten und immer gleiche Routinen teilen den Tag ein und schaffen Sicherheit. Deshalb ist es hilfreich, den Tag klar zu strukturieren. Gewohnte Routinen wie ein Glas Wasser vor dem Essen oder das gemeinsame Tischdecken geben weitere Struktur.


  • Hören

    Laut Studien erhöht eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko, an Demenz zu erkranken. Mit abnehmendem Hörvermögen lässt auch die geistige Leistung nach. Dazu kommt, dass Menschen mit zunehmendem Hörverlust sich gesellschaftlich zurückziehen.  weniger unter Menschen kommen und damit seltener Gespräche führen. Die gesellschaftliche Isolierung ist wiederum ein Risikofaktor für Demenz.


  • Sehen

    Sehprobleme können sich bei Menschen mit Demenz unterschiedlich auswirken, z.B. Erhöhung der Sturzgefahr, Beeinträchtigung beim Orientieren, Schwierigkeiten im Umgang mit Lebensmitteln und Besteck.

    Eine Anpassung des visuellen Umfeldes von Menschen mit Demenz kann hilfreich sein, z.B. durch eine bessere Ausleuchtung, um die Sturzgefahr zu verringern.


  • Psychotherapie für Betroffene und Angehörige

    Die Diagnose Demenz löst bei den Betroffenen, wie auch bei den Angehörigen Gefühle wie Scham, Angst und Unsicherheit aus - vor allem im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung. 
    Eine frühzeitig begonnene psychotherapeutische Behandlung unterstützt Betroffene wie Angehörige sich mit der Lebenssituation auseinander zu setzen und hilft ihnen besser mit ihren Gefühlen und ihrer Hilflosigkeit umzugehen. 
    Eine einfühlsame Begleitung kann vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnose sehr hilfreich sein.


  • Musiktherapie

    Im fortgeschrittenen Stadium lässt manchmal bei Menschen mit Demenz die Fähigkeit zu kommunizieren nach. Gemeinsames Musikhören, Singen oder eine Musiktherapie können einen Zugang zum Betroffenen ermöglichen. Musik kann Auffälligkeiten im Verhalten, Unruhe und Stimmung positiv beeinflussen.
    Musikhören oder selber musizieren macht Freude. Musik weckt Erinnerungen bei Menschen mit Demenz und gibt ihnen auch eine Möglichkeit sich auszudrücken.


  • Gedächtnistraining

    Gedächtnistraining eignet sich besonders, wenn Betroffene Erfolgserlebnisse haben. Dazu ist es wichtig, dass der Betroffene Freude daran hat. Zu schwierige Aufgaben sind zu vermeiden, ebenso ein Vergleich mit anderen (daher bevorzugt Individualtraining statt Gruppentraining).


  • Ätherische Öle
    Der Einsatz ätherischer Öle aus Rosmarin und Lavendel können positive Wirkungen haben

 

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Durch verschiedene Medikamente können zum einen Gedächtnis- und Denkstörungen und zum anderen auch Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Probleme wie Depressionen behandelt werden.
In Abhängigkeit von der Ursache und dem Stadium der Erkrankung können verschiedene verschiedenen Formen der Demenz nicht geheilt werden. Allerdings bedeutet eine Verbesserung der Symptome oder ein verzögertes Fortschreiten der Erkrankung oftmals eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität – sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für ihre Angehörigen.



Welche Therapieformen im Einzelfall geeignet sind, hängt unter anderem von der Ursache und vom Stadium der Demenz ab. Demenz ist nicht heilbar. Durch eine geeignete und frühzeitige Behandlung lassen sich die Symptome jedoch oft hinauszögern und lindern. Häufig können Menschen mit Demenz länger selbständig leben, wenn sie rechtzeitig behandelt wird.


Zuletzt aktualisiert am 04. November 2021