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Richtige Zahnpflege von Anfang an

Kleine Kinder wissen nicht, wie wichtig das Zähneputzen ist und wie es funktioniert. Umso wichtiger ist es, dass ihre Eltern es ihnen sagen und vorleben: Die regelmäßige und richtige Zahnpflege zu Hause ist dabei entscheidend.

Baby hat Handtuch über dem Kopf und lacht

Wie können Sie Ihr Kind aber dazu bewegen, sich die Zähne putzen zu lassen bzw. zu putzen?

Zähneputzen lernen braucht Zeit

Kinder brauchen viel Zeit, um das Zähneputzen richtig und gut zu lernen. Am besten ist, Sie gehen schrittweise vor. Das möglichst frühe Putzen ist wichtig, aber nur dann gut, wenn es mit der nötigen Sorgfalt geschieht. Führen Sie deshalb Ihr Kind Schritt für Schritt an die richtige Zahnpflege heran und beaufsichtigen Sie es. In den folgenden Abschnitten finden Sie alle wichtigen Informationen dazu.

Schwangerschaft (Phase 1)

Bereits während der Schwangerschaft wird die Grundlage für gesunde Kinderzähne gelegt. Hormonbedingt sind in dieser Zeit die Menge und der Säuregehalt des Speichels der Mutter erhöht. Häufig kommt es auch zu Zahnfleischproblemen bzw. Zahnfleischbluten. Solche Entzündungen belasten Mutter und Kind. Durch die richtige Mundhygiene werden Probleme vermieden bzw. reduziert. Zahnärztliche Kontrollen finden idealerweise zu Beginn und im letzten Drittel der Schwangerschaft statt. Bei akuten Zahnschmerzen sollten Schwangere sofort zum Zahnarzt gehen, da Schmerzen auch Stress für das Baby bedeuten.

Zahnloses Baby (Phase 2)

Beobachten Sie die Entwicklung des Mundes Ihres Babys. Sie werden erstaunt sein, wie stark sich dieser verändert. Sie können Ihr Baby bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähne vorbereiten: Massieren Sie ihm mit einem Finger sanft den zahnlosen Kiefer. Dadurch gewöhnt sich Ihr Kind früh an die spätere Zahnpflege. Und Sie fühlen, wann aus dem weichen Kieferkamm eine harte Zahnleiste wird.

Zähne putzen - vom ersten Zahn an (Phase 3)

Sie sollten die tägliche Zahnpflege bereits mit Durchbruch des ersten Zahnes starten – also im Alter von 6 bis 8 Monaten. Zu Beginn können Sie täglich mit einem feuchten Wattestäbchen reinigen, später mit einer Kinderzahnbürste. (kurzer Bürstenkopf) Benutzen Sie dafür einen Hauch Kinderzahncreme. (mit max. 500 ppm Fluorid) Putzen Sie ab dem ersten Zahn alle Zahnflächen rundherum sauber.


Unser Tipp:

Vereinbaren Sie einen Kontroll-Termin bei Ihrem Zahnarzt bzw. Ihrer Zahnärztin. Sagen Sie, dass Sie schwanger sind und lassen Sie sich untersuchen und beraten.

Je nach Empfehlung sollten Sie

  • fluoridhaltige Zahnpasta, eine weiche, kleine Zahnbürste,
  • Zahnseide, Bürstchen für Zahnzwischenräume und
  • fluoridhältige Mundspülungen verwenden sowie
  • regelmäßig professionelle Zahnreinigungen durchführen lassen.


Bei dem Ungeborenen bilden sich übrigens bereits während der Schwangerschaft die Grundlagen für die Zähne. Diese brechen dann im Babyalter durch.

Putzen Sie die Zähne Ihres Kindes mindestens einmal täglich – vor allem abends vor dem Schlafengehen. Öffnen Sie dazu den Mund des Kindes und ziehen Sie behutsam die Lippe nach oben bzw. unten. Dann können Sie die Frontzähne vom Zahnfleisch zum Zahn hin putzen. („von rot nach weiß“) Üben Sie nicht zu viel Druck aus, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. So können Sie die ersten Zähne von den schädlichen Zahnbelägen reinigen und Ihr Kind gewöhnt sich an die tägliche Zahnpflege.

In diesem Alter reichen einfache Maßnahmen:

  • Gründliche, regelmäßige Zahnreinigung
  • Ausgewogene Ernährung mit möglichst wenig Zucker
  • Fluoride in der Zahnpasta und im Kochsalz
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch die Zahnärztin bzw. den Zahnarzt


Nach dem Windelwechseln auf dem Wickeltisch gelingt das Putzen besonders gut, weil der Kopf des Kindes durch ein „Nest“ stabil gehalten wird. Mit einer Hand können Sie putzen, mit der anderen Ihr Kind halten.


Auch auf Ihrem Schoß hat es Ihr Kind gemütlich. Die Füße des Kindes können seitlich baumeln, es kann sich nicht wegstoßen. Mit der freien Hand können Sie locker die Hände Ihres Kindes halten. Sie haben Blickkontakt und können sich mit Ihrem Kind unterhalten und erklären, was Sie gerade machen.


Sie können aber auch den Hochstuhl dafür nutzen oder einen kleinen Hocker, wenn das Kind schon sitzen kann. Sie können Ihr Kind auch ins Bett legen beim Putzen, das verschafft Ihnen einen besseren Überblick. Kleinkinder können übrigens noch nicht sehr gut ausspucken: Es ist normal dass sie einen Teil der wenigen Zahnpasta verschlucken.

Etwa um den 1. Geburtstag sind alle oberen und unteren Schneidezähne durchgebrochen. Die ersten Backenzähne kommen zwischen dem 12. und 16. Monat. Bei den meisten Kindern ist das Milchgebiss vor dem 3. Geburtstag komplett ausgebildet.

Spätestens ab dem 2. Geburtstag sollten Sie die Zähne Ihres Kindes zweimal täglich gründlich putzen – morgens und abends. Verwenden Sie dazu eine kleine Menge fluoridhaltiger Zahnpasta für Kinder.

Besonders gefährdet für Bakterien bzw. Karies sind die Furchen in den Kauflächen der Backenzähne und die Zahnzwischenräume. Achten Sie daher bitte darauf, dass alle Zähne bestmöglich gereinigt werden.
Kinder haben Phasen, in denen Sie nicht Zähneputzen wollen. Das ist normal und legt sich wieder. Wichtig ist, dass Sie konsequent bei bzw. mit Ihrem Kind die Zähne putzen – auch bei Protest.


Gesunde Milchzähne sind wichtig

Sie sind Platzhalter für die zweiten Zähne und eine wichtige Basis für gesunde Zähne bis ins hohe Alter.
Wenn ein Milchzahn zu früh verloren geht, dann „kippen“ die Milchzähne daneben in die Lücke – die bleibenden
Zähne finden keinen Platz, es entstehen Zahnfehlstellungen.

  • Sie sind wichtig für die sprachliche Entwicklung.
  • Mit Karies befallene Zähne stecken sonst die gesunden mit Karies an.
  • Sie sind einfach schön. Stellen Sie sich bitte darauf ein, dass Sie das Zähneputzen mindestens bis ins Volksschulalter täglich begleiten wird. Erst dann können Kinder richtig und effektiv selbst putzen.


Grafik Entwicklung des Gebisses / Credit ÖGK

Ab dem Kleinkindalter: 3 – 6 Jahre (Phase 4)

Etwa ab dem 2. Geburtstag wollen Kinder selbst putzen. Das ist gut – unterstützen Sie Ihr Kind dabei. Lassen Sie es ab diesem Zeitpunkt am besten zweimal täglich die Zähne „vorputzen“. In diesem Alter hat Ihr Kind schon gute motorische Fähigkeiten und probiert unterschiedliche Griffarten aus.

Die Zahnbürste sollte die richtige Größe haben und spätestens alle zwei Monate gewechselt werden. Wichtig ist in dieser Phase die Erziehung zur Selbständigkeit.
Putzen Sie in jedem Fall selbst nach und kontrollieren Sie das Ergebnis!


Richtige Zahnbürste:

  • Altersgerecht, mit nicht zu großem Bürstenkopf
  • Borsten mit runden Kanten
  • Weiche Borsten sind schonender
  • Kunststoffborsten sind hygienischer als Naturborsten (Bakterien)
  • Rutschfester Griff

Ab dem Schulalter - ab 6 Jahren (Phase 5)

Das richtige, selbstständige Putzen gelingt Kindern ab dem Erwerb der Schreibfähigkeit. Je nach Entwicklung der motorischen Fähigkeiten kann das bis zum 12. Lebensjahr dauern – das ist völlig normal. Die Kinder können zwar die Zahnflächen putzen, dabei aber noch nicht alle Beläge entfernen. Putzen Sie deshalb so lange nach bzw. kontrollieren Sie das Ergebnis, bis Sie sicher sind, dass Ihr Kind das alleine gut schafft.

Die zweiten Zähne sind bereits im Kieferknochen hinter den Milchzähnen angelegt. Sie sind nach dem Durchbruch noch nicht voll mineralisiert und deshalb besonders anfällig für Karies. Sie brauchen daher besondere Zuwendung. Der Zahnwechsel dauert bis etwa zum 12. Lebensjahr.

Lockere Milchzähne, Zahnlücken und durchbrechende Zähne können das Putzen erschweren. Damit ist ebenfalls ein höheres Kariesrisiko verbunden. Vor allem neu durchgebrochene Backenzähne liegen oft noch tiefer als die Kauflächen vorhandener Zähne – diese können quer geputzt werden. Zahnbürsten mit X-Borsten reinigen auch in den Zahnzwischenräumen. Wichtig ist, dass alle Zahnflächen gut und regelmäßig geputzt werden.


Zuletzt aktualisiert am 30. März 2022