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Umgang mit Angst und Ungewissheit in Zeiten von Corona

Spaziergang_Bildquelle: Joe Besure/shutterstock.com

Die derzeitige Situation und ihre Folgen belasten fast die gesamte Bevölkerung. Zu den allgemeinen Einschränkungen, die uns alle stark betreffen, kommen zudem oft negative Stimmungen, Gefühle der Einsamkeit und Unsicherheit bis hin zu Existenzängsten. 

Angesichts aller Einschränkungen – wie der Wegfall geliebter Aktivitäten und sozialer Kontakte – sind Ohnmachtsgefühle, psychische Belastungen sowie Angst völlig normal. Wichtig ist jedoch: Jede und jeder kann etwas tun, um sich besser zu fühlen! 

Probieren Sie die nachfolgenden Tipps aus. Eines vorweg. Jeder Mensch ist anders, deshalb suchen Sie sich einfach die für Sie passenden Vorschläge aus. Vielleicht haben Sie noch weitere Ideen?

So bleiben Sie gesund:

  • Halten Sie sich an die vorgegebenen Maßnahmen, Abstands- und Hygieneregeln.

  • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte durch gesunde, abwechslungsreiche Ernährung (Obst, Salat, Gemüse – machen Sie Ihren Teller bunt!)

  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft, ein ruhiger Spaziergang tut dem Körper und der Seele gut – und stärkt die Abwehrkraft. 

  • Gönnen Sie sich ausreichend Erholung und Schlaf, um Ihr Immunsystem zu stärken.

So bleiben/werden Sie angstfrei:

  • Lassen Sie die Angst zu, gestehen Sie sich ein, Angst zu haben. Das ist eine völlig normale Reaktion in einer Ausnahmesituation. Versucht man die Angst zu ignorieren, wird sie dadurch nur verstärkt. Akzeptieren Sie dieses Gefühl, das nimmt ihm die Macht. Wenn Sie die Angst annehmen und sich daran gewöhnen, ist sie weniger schlimm.

  • Es hilft, über Ängste zu sprechen, aber: Lenken Sie das Gespräch in eine positive, zuversichtliche Richtung. Wichtig ist auch, zwischen realistischen und unrealistischen Ängsten zu unterscheiden.

  • Machen Sie einen Faktencheck: Gehören Sie zur Risikogruppe? Was wäre das Schlimmste, was passieren kann? Haben Sie einen finanziellen Engpass? Bleiben Sie aktiv und suchen Sie Informationen und Hilfe – diese anzunehmen ist wichtig. Scham hat hier keinen Platz!

  • Beschränken Sie die Nachrichtenflut, zu viele negative Informationen verstärken die Angst nur. Egal ob Internet oder Fernsehen, eine Stunde am Tag reicht, um sich zu informieren. Erheitern Sie sich stattdessen mit einem guten Film, Ihrer Lieblingsmusik oder einem lustigen Video.

  • Wenn man mit der Angst alleine ist, verstärkt sich diese meist, deshalb pflegen Sie nach Möglichkeit soziale Kontakte, entweder per Telefon – oder noch besser – per Videotelefonie.

  • Suchen Sie Ihre Gesprächspartner gut aus. Wer denkt positiv und bringt Sie zum Lachen? Auch Beratungsstellen sind hier eine mögliche Hilfe. Holen Sie sich professionelle Unterstützung durch die Telefonseelsorge oder diverse speziell eingerichtete Krisentelefone.

  • Die Unsicherheiten um uns herum können wir derzeit nicht beeinflussen, deshalb ist es wichtig, Dinge zu kontrollieren, wo es möglich ist. Schaffen Sie sich eine fixe Tagesstruktur, fixe Zeiten für Körperpflege, Haushalt, das Einnehmen von Mahlzeiten, für soziale Kontakte, Hobbys und Arbeit.

  • Wo können Sie helfen? Wie geht's meinen Nachbarn? Was kann ich ganz besonders gut? Gerade im zwischenmenschlichen Bereich kann man vieles positiv gestalten, wenn wir wohlwollend miteinander umgehen. Das stärkt auch das eigene Selbstwertgefühl.

  • Atmen Sie die Angst weg. Die eigene Körperregulation kann durch langsames und bewusstes Atmen beruhigt werden. Probieren Sie es aus!

 

Mag. Andrea Büttner
Klinische und Gesundheitspsychologin der ÖGK

Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021