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Home-Office und seine Herausforderungen

Vater im Home Office_Bildquelle: Sharomka/shutterstock.com

Die aktuelle Krisensituation bringt viele Neuerungen und Herausforderungen mit sich. So arbeiten derzeit so viele Menschen wie noch nie im Home-Office. Diese Anforderung stellt einige von uns vor neue technische und menschliche Herausforderungen.

Doch wie geht man damit um? Wir haben für Sie einige Tipps und Empfehlungen zusammengestellt:  

Nutzen Sie technische Mittel

Handys, Computer, Tablets usw. können unseren Arbeitsalltag erleichtern. Eine Unterstützung bei den Telefonkonferenzen kann etwa der Einsatz eines Headsets sein oder statt E-Mails zu tippen, können Sie Texte als Audiodatei aufnehmen und verschicken. 

Leider können die technischen Geräte auch zur Belastung werden. So ist es entscheidend, dass Sie immer wieder Bildschirmpausen einplanen und am Ende Ihres Arbeitstages den Computer abdrehen, E-Mails nicht mehr bearbeiten bzw. das Handy lautlos schalten. Schenken Sie sich bewusst „techno-freie“ Zeiten, in denen Sie z. B. an die frische Luft gehen, garteln oder ein Buch lesen. 

Arbeitspausen

Um gut und qualitativ arbeiten zu können, braucht es neben konzentrierten Arbeitsphasen auch immer wieder Pausen und Erholung. Besonders wenn Sie viel am Computer arbeiten, sind Bildschirmpausen unerlässlich. So sollte alle 90 bis 120 Minuten bewusst eine Pause eingeplant werden. Vielleicht stellen Sie sich dafür einen Wecker, um sich daran zu erinnern.

Besonders wertvoll sind Erholungsphasen, wenn sie anders gestaltet sind als die Arbeitsphasen: Waren Sie gerade in einer Telefonkonferenz? Dann nützen Sie die Pause, um frische Luft zu schnappen, mit Ihrem Hund Gassi zu gehen oder die Zeitung zu lesen. Haben Sie am Computer gearbeitet? Dann telefonieren Sie mit Kolleginnen und Kollegen oder machen Sie ein paar Sportübungen, wie Kniebeugen, Hampelmänner oder laufen Sie eine Minute am Stand. 

Nutzen Sie Ihre Kontakte

Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen weiterhin in Kontakt bleiben und wichtige Informationen austauschen können. Diese Besprechungen wirken meist motivierend und kraftspendend. Sie können auch eine Telefonkonferenz als gemeinsame Kaffeepause vereinbaren. Führen Sie hier bewusst auch mal persönlichere Gespräche, wie es Ihnen mit der aktuellen Situation geht. Dies kann eine Entlastung sein und Ihnen auch neue Ideen bringen, wie Sie die Situation für sich erleichtern können. 

Bildschirmfreie Zeiten

Viele Menschen sind es nicht gewohnt, den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen. Planen Sie bewusst im Laufe des Arbeitstages auch Zeiten und Aufgaben ein, wozu Sie keinen Computer benötigen. Drucken Sie einen Text aus, den Sie lesen müssen, oder telefonieren Sie mit einer Person, mit der Sie sonst E-Mails geschrieben hätten.  

Wenn es mal nicht so klappt

Seien Sie nachsichtig mit sich selbst. Wir alle haben auch mal einen schlechten Tag, egal ob im Büro oder im Home-Office. Verschieben Sie Aufgaben, die nicht unbedingt an diesem Tag erledigt werden müssen oder gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, eine Lauf-/Walking-Runde im Sonnenschein oder eine Auszeit mit Ihrer Familie.

Manche erkennen erst nach einiger Zeit, dass die Büroecke zuhause nicht optimal ist. Finden Sie sich nicht damit ab, sondern packen Sie es an und gestalten Sie sie neu. Es braucht hier manchmal mehrere Versuche, um den richtigen Weg für sich zu finden. Tauschen Sie sich mit anderen aus und lassen Sie sich so auf neue Ideen bringen. 

So finden einige es hilfreich, den Arbeitstag genauso zu gestalten wie im Büro: Manche achten darauf, dass sie sich weiterhin so anziehen, als würden sie ins Büro gehen. Andere beginnen ihren Tag damit, dass sie sich erstmal einen Kaffee oder Tee (vielleicht auch dieselbe Sorte wie im Büro) machen. Wiederum andere hängen in der Büroecke ähnliche Bilder wie am Arbeitsplatz auf, um eine ähnliche Atmosphäre zu schaffen.

Seien Sie geduldig mit sich selbst und nehmen Sie sich Zeit, um Ihren eigenen Weg zu finden. 

 

Mag. Veronika Wagerer
Klinische und Gesundheitspsychologin der ÖGK

Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021