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Gesundheit für Seele und Psyche durch Bewegung im Freien


Gesundheit für Seele und Psyche durch Bewegung im Freien

Foto: Claudia HäringSeele, Psyche und Mentale Gesundheit - die Schlagwörter in vielen aktuellen Gesundheitsreportagen. Laut WHO ist bereits jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal von einer psychischen Erkrankung oder Beeinträchtigung betroffen, und die Zahlen der Erkrankten steigen aus den unterschiedlichsten Gründen ständig weiter an.

Gleichzeitig sinkt unser Bewegungspensum. Legten unsere Vorfahren in der Steinzeit noch täglich 20 - 40 Kilometer zu Fuß zurück, so sind es beim durchschnittlichen Büromenschen in den Industriestaaten nur noch 2 - 5 Kilometer, die zu Fuß gegangen werden - allerdings wöchentlich. Wenn wir uns noch bewegen, dann vorzugsweise in Fahrzeugkabinen oder den virtuellen Räumen des Internets.

Im Prinzip wissen wir alle, dass grün gut tut. Bei den einen jedoch reicht es kaum für einen Spaziergang im Park während der Mittagspause, andere hingegen investieren in eine sündhaft teure Ökotherapie oder verbringen ein Extrem-Water-Rafting-Wochenende.

Hier die Top-Tipps zur einfachen Steigerung Ihres Wohlbefindens:

  1. Zum „Entstressen“ täglich (oder mind. 3x wöchentlich ca. 30-60 Minuten) eine Runde Nordic-Walking oder langsames Joggen. Dadurch wird der Stresshormonpegel wesentlich stärker abgebaut als ohne Bewegung. Die Konzentration wird von den Tagesgeschehnissen weg auf die Körperwahrnehmung gelenkt und hilft beim „Abschalten“. Ärger scheint durch die Produktion der Glückshormone, deren Ausschüttung durch die Bewegung und das Sonnenlicht angeregt wird, zu verfliegen. Wenn es uns also gelingt, regelmäßig Bewegung im Freien, am besten täglich - wenn das nicht möglich ist - zumindest dreimal wöchentlich (30-60 Minuten) einzuplanen, so werden wir merken, wie der Kopf frei wird und sich eine neue Form der Entspannung in uns breit macht, die das Wohlbefinden wieder steigert. Der angenehme Nebeneffekt von regelmäßiger Bewegung als Stresskiller ist natürlich eine Beeinflussung von allfällig vorhandenem Übergewicht.
  2. Regelmäßige Wanderungen - als Familienfixpunkt 1x im Monat werden Wanderungen zum Wohlfühlerlebnis für die ganze Familie. Durchs Wandern wird das Tempo während dieser Zeit endlich wieder aufs menschliche Maß reduziert, die (HighTec-) Bildersturzflut wird zum langsamen Strom an besser zu verarbeitenden Eindrücken: Es regnet, ich werde nass. Ich gehe und fühle einen harten, steinigen Untergrund. Es raschelt hier, es plätschert da. Bei jedem Schritt kann sich ein neues Klang- oder Duftfeld auftun. Vor allem auch durch mehrtägige Wanderungen entsteht ein besonderes Raum-Zeitgefühl. Nah und fern bekommt wieder eine andere Qualität. Auch in der Kinderpädagogik werden Wanderungen gern zur Stärkung der Resilienz verwendet. Gemeint ist damit das seelische Immunsystem, das uns hilft, Belastungen auszuhalten, Misserfolge zu überwinden, die eigenen Ressourcen und Energien kreativ zu mobilisieren. Ein Grundvertrauen in die eigene Kraft und den eigenen Wert ist die Basis. So ermöglicht eine Wanderung die Welt mit allen Sinnen zu erleben und dabei die eigenen Potentiale einsetzen um Hindernisse zu überwinden und am Ende doch das Ziel zu erreichen.
    Neuesten Ergebnissen aus der Hirnforschung zu Folge, sollen durch Bewegung im Freien sogar bis ins hohe Alter neue Gehirnzellen gebildet werden können. Diese sogenannte Adulte Neurogenese werde besonders stimuliert durch komplexe Erfahrung und Bewegung, also ein schönes Plädoyer fürs Wandern.
  3. Einen eigenen kleinen Garten anlegen, denn seine Betreuung ist gerade in stressigen Zeiten eine Wohltat. Es gibt viele Pflanzen die sehr wenig (Zeit-) Aufwand verlangen und dennoch eine Auszeit vom Alltag ermöglichen. Bereits das tägliche Gießen und Zurecht-Zupfen an Balkon- oder sogar Zimmerpflanzen bringt physiologisch messbare Beruhigungseffekte: angefangen bei der Milderung von Verspannungen, Ängsten und Depressionen bis hin zum Zunehmen ruhiger Alphawellen im Gehirn. Dies ist somit ein geeignetes Ritual um auch hektische Arbeitstage in Ruhe und mit klarem Kopf zu beginnen oder auch ausklingen zu lassen.
    Befinden sich bei Ihren Pflanzen auch ein paar Kräuter, wie zum Beispiel Zitronenmelisse, können Sie diese regelmäßig ernten, einfach mit kochendem Wasser übergießen, nach Geschmack ziehen lassen und danach als köstlichen Tee genießen, der zudem antibakteriell, wie auch entspannend wirkt.
  4. Auch die Kraft der Farben können Sie für Ihr Wohlbefinden bei der Gartengestaltung nutzen. Da die Farben der Pflanzen nicht nur optisch unseren Garten beeinflussen, sondern auch Einfluss auf unser Unterbewusstes haben kann. Rote Pflanzen bzw. Blüten wirken sehr aktivierend und belebend. Die Farbe Orange fördert die Geselligkeit und weckt Arbeitsfreude. Gelb wirkt nervenstärkend, konzentrationsfördernd und stressabbauend. Blau und Grün stehen laut Farbpsychologie für Harmonie, Beruhigung und Entspannung.


Autorin:
Claudia Häring
Schiftner & Partner KG
Training / Coaching / Organisationsentwicklung
Aichgasse 3/Top 2
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Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021