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Förderung der Resilienz

Krokus auf einer Wiese_Bild: Akif CUBUK/shutterstock.com

Die Resilienz ist die Fähigkeit eines jeden Menschen, durch innere Widerstandsfähigkeit mit Rückschlägen des Lebens umzugehen, etwa auch Krisen zu bewältigen. Wir alle tragen ein unterschiedliches Ausmaß an Resilienz in uns. Das Vorhandensein der eigenen Widerstandsfähigkeit bzw. Standhaftigkeit gegenüber schwierigen Situationen ist wichtig und hilfreich für das eigene psychische, psychosoziale und auch körperliche Wohlbefinden.  

Wie wichtig es ist, seine eigene Resilienz zu fördern, „upzudaten“ und rechtzeitig dafür zu sorgen, dass wir in Krisenzeiten darauf zurückgreifen können, zeigt sich gerade in unserer jetzigen gesellschaftlichen Situation aufgrund der Pandemie.

Es kommt zu zusätzlichen „Life Events“ wie Jobverlust, finanziellen Einbußen oder Existenzängsten, steigenden Konflikten innerhalb der Familie, die schließlich zu Trennungen führen können. Aber auch beginnendes oder ansteigendes Suchtverhalten oder die Entstehung von Angststörungen und/oder depressiven Erkrankungen verschärfen nochmal individuell die für viele schon schwer aushaltbare allgemeine Belastbarkeit durch die aktuellen Gegebenheiten.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Anregungen und Ausführungen zur Förderung der Resilienz. Wir zeigen Ihnen hier als Anregung die „7 Säulen der Resilienz“ (nach Rampe, M., 2005), die aufeinander aufbauen und später noch erweitert wurden (von Gruhl, M. 2008). 

7 Säulen der Resilienz 

  1. Optimismus:
    Überzeugung, dass Krisen nach einer Zeitlang überwunden werden können.
    z.B. Rückschau auf vergangene bewältigte Krisen, das eigene Selbstvertrauen damit stärken („Das schaffe ich auch noch!“)

  2. Akzeptanz:
    Schritte zur Krisenbewältigung sind erst möglich, wenn man den Tatsachen ins Auge blickt.
    z.B. „Es ist gerade schwierig, manches kann ich nicht ändern.“

  3. Lösungsorientierung:
    Mit Optimismus und Akzeptanz Stress bewältigen und nach Lösungen suchen.
    • Austausch mit Freunden, Familie, Selbsthilfegruppen oder professioneller Hilfe („Ich bin nicht alleine damit“) 
    • Sich einen Krisenplan machen (To-Do-Liste), zeitliche Struktur einhalten

  4. Die Opferrolle verlassen:
    Statt sich als Opfer zu sehen, sich auf seine eigenen Stärken besinnen und die Realität in angemessener Weise interpretieren.
    z.B. Ressourcen stärken, um Stress zu reduzieren, Entspannungsmethoden (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training), Pausengestaltung und persönliche Energiequellen stärken.

  5. Verantwortung übernehmen:
    z.B. sich aktiv den Anforderungen stellen, mitunter eingestehen, dass man Hilfe braucht.

  6. Netzwerkorientierung:
    Stabiles, soziales Umfeld pflegen, um Wege aus der Krise zu finden.
    z.B. sich zum Spazierengehen treffen, Videotelefonie, Onlinetreffen

  7. Zukunftsplanung:
    Wichtig dabei ist die realistische Sicht des eigenen beruflichen Entwicklungspotentials.
    z.B. „Wo will ich in drei oder fünf Jahren sein?“, realistische berufliche Ziele stecken, die greifbar sind, „Step by Step“

Die Grundvoraussetzung, um Resilienz aufrechterhalten bzw. stärken zu können, ist auf die Einhaltung der Grundbedürfnisse zu achten:

  • ausreichend Schlaf
  • sich etwas Gutes kochen
  • gesund ernähren
  • frische Luft/Sauerstoff tanken
  • sich regelmäßig bewegen (Spazierengehen, Sport treiben)
  • die sozialen Kontakte als Ressource pflegen (als regelmäßigen positiven Austausch wahrnehmen) 

Literatur:

„The Resilience Factor“ (Reivich, K. und A. Shatte, 2003).
„Der R-Faktor: Das Geheimnis unser inneren Stärke“ (Rampe, M., 2005).


Mag. Silvia Bolena, Klinische und Gesundheitspsychologin 

Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021