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Wohltuende Gewürze im Winter (von Johannes Gutmann)


Foto: Johannes GutmannDer Winter ist ins Land gezogen. Gerade richtig um die Küche mit einigen wohltuenden, wärmenden Gewürzen zu bereichern. Diesmal möchten wir Ihnen drei Hildegard von Bingen Gewürzklassiker vorstellen. Mit viel Hingabe befasste sich Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert mit der Wirkung von Kräutern und Gewürzen. In einer schnellen Zeit, in der wir uns nach Rückzug sehnen, entdecken wir dieses bedeutende Wissen um die Kraft der Natur wieder und viele „vergessene“ Gewürzschätze erleben eine Renaissance.

Beifuß – artemisia vulgaris
Yomogi meets hildegard

Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und wächst in fast allen gemäßigten Zonen. Das Kraut war bei unseren Vorfahren im 18. Jahrhundert eines der beliebtesten Küchenkräuter, verschwand danach großteils und erlebt jetzt wieder einen Aufschwung auch aufgrund der Hildegard Lehre. Doch nicht nur gesundheitliche Gründe sprechen dafür, Beifuß in die Küche zu integrieren: Das herrlich, scharfe Gewürz hat ein pfeffriges Aroma mit etwas Süße und einem Hauch von Minze. Es passt gut zu fettem Fisch, zu Gans, Huhn und Ente. Am besten schon am Beginn des Kochvorganges der Speise zufügen und mitkochen.

Galgant – thymus serpyllum
der „Hildegard Pfeffer“

Galgant findet sich in der südostasiatischen Küche in jedem Haushalt. Bei uns ist es durch die Hildegard Lehre bekannter geworden und wird gerne als Pfefferersatz in der Küche verwendet. Der Duft des Galgant erinnert an süßen Senf und Ingwer. Im Geschmack dominiert seine pikante Schärfe mit einer fein-herben Note. Die Thailänder verwenden Galgant für fast alle Speisen, er wird meist frisch und anstatt Ingwer für Currys, Suppen und Eintöpfe verwendet.

Ysop – hyssopus officinalis
Schön und köstlich

Der Name soll aus dem Arabischen stammen und „heiliges Kraut“ bedeuten. Er gehört zur Familie der Lippenblütler und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Gedeiht auch bei uns prächtig. Ysop gemahlen hat ein würzig erdiges Aroma und erinnert durch seine leichte Herbheit an Spinat. Der leicht herbe Geschmack des Ysop lässt einen Hauch von kühlender Minze erkennen und passt gut in Suppen und Salatdressings. Auch in Gemüseeintöpfen, frischen Topfenaufstrichen und zu Huhn schmeckt das aromatische Gewürz.

Auszug aus dem Buch „ Auf der Sonnenseite - Leben und Genießen mit Kräutern & Gewürzen“ von Johannes Gutmann - Gründer der SONNENTOR Kräuterhandels GmbH aus dem Waldviertel.

Autor:
Johannes Gutmann
Gründer der SONNENTOR Kräuterhandels GmbH
Sprögnitz 10
3910 Zwettl
Homepage: www.sonnentor.com
E-Mail

Die Beschreibung der Kräuter stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie sollen als Ergänzung zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzen nicht die ärztliche Meinung.
Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021