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Kräuterschätze für den Frühling (von Johannes Gutmann)


Foto: Johannes Gutmann

Der Frühling

„O seht, die liebe Sonne lacht; die Wiese kleidet sich in Pracht; zerronnen ist der Winterschnee; und Blumen dringen aus dem Klee!“

Johann Martin Miller



Der Winter neigt sich dem Ende zu, der Frühling steht ins Haus. Die Natur erwacht, bald sprießen wieder zarte Pflänzchen und die „Grünkraft“ breitet sich aus. Ein guter Moment sich mit Kräutertees etwas Gutes zu tun. Nachfolgend möchte ich Ihnen drei wunderbare Kräuterschätze für den Frühling vorstellen:

Brennessel – köstliche Brandgefahr
(urtica dioica / urtica urens)

In Europa sind Brennessel weit verbreitet, sie wachsen auf nährstoffreichen Böden bevorzugt in der Nähe des Menschen. Brennesselblätter sind zart und schmecken ähnlich wie Spinat, allerdings würziger und aromatischer. Mit den frischen Blättern lässt sich im Frühling eine sehr feine Suppe, gedünstet als Gemüse oder ein leckeres Brennesselrisotto zubereiten. In der Volksmedizin werden Sie aufgrund Ihrer blutreinigenden, stoffwechselanregenden und harntreibenden Wirkung traditionell gerne zur Entschlackung eingesetzt.

Löwenzahn – das Puste-Blumenkraut
(taraxacum officinale)

Kaum ein Kraut ist so vielseitig einsetzbar wie der Löwenzahn. Sowohl die Blätter als auch die Blüten und Wurzeln finden Verwendung. Ein wunderbares Frühlingsgericht: Löwenzahnsalat, der aus den Blättern und einem Dressing aus Kern- oder Walnussöl zubereitet wird. Löwenzahnblättertee schmeckt herb-frisch und hat eine bräunlich-grüne Farbe. Er ist ein klassisch reinigender Frühlingstee, der auch als Kur getrunken werden kann, generell als stärkend gilt und auch bei Frühjahrsmüdigkeit hilft.

Fenchel – süße, gute Laune
(foeniculum vulgare)

Der Fenchel ist eine Lieblingspflanze der Hildegard von Bingen: “Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt eine angenehme Wärme, guten Schweiß und verursacht gute Verdauung. So wundert es nicht, dass Fencheltee bei Entschlackung und Fasten zu empfehlen ist. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Fenchel zur Stärkung des Nieren-Yang und gegen Stagnation des Leber-Qi eingesetzt.

Tipp: Je hochwertiger die Kräuter sind, desto mehr Wirkstoffe enthalten sie. Damit kein Gewöhnungseffekt auftritt, ist es ratsam, nicht immer denselben Kräutertee zu trinken, sondern nach spätestens drei Wochen die Sorten zu wechseln.

Auszug aus dem Buch „ Auf der Sonnenseite - Leben und Genießen mit Kräutern & Gewürzen“ von Johannes Gutmann

Autor:
Johannes Gutmann
Gründer der SONNENTOR Kräuterhandels GmbH
Sprögnitz 10
3910 Zwettl
E-Mail
Homepage: www.sonnentor.com

Die Beschreibung der Kräuter stammt aus alten Überlieferungen und der traditionellen Volkskunde, sie soll als Ergänzung zur Schulmedizin verstanden werden und ersetzt nicht die ärztliche Meinung.
Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021