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Bärlauch: zu gesund, um ihn nicht zu essen! (von Theres Rathmanner)


Bärlauch: zu gesund, um ihn nicht zu essen!

Bärlauch_Foto: Mag. Dr. Theres RathmannerBärlauch, ein Wildkraut mit dem botanischen Namen Allium ursinium (Allium = Knoblauch, ursus = Bär), hat einen intensiven, scharfen Geruch, der beim Kochen milder wird. Diese Schärfe rührt von Schwefelverbindungen her, die auch einen Teil seines Gesundheitswerts ausmachen: Sulfide wirken als Radikalfänger, entzündungshemmend und können möglicherweise der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Außerdem ist Bärlauch reich an Vitamin C und Eisen.

Am besten schmecken die jungen Blätter, hervorragend als Suppe oder wie Blattspinat zubereitet. Oder wie in unten stehendem Rezept.

Vorsicht!
Beim Pflücken nicht mit den giftigen Maiglöckchen verwechseln! Maiglöckchen haben dickere, fleischigere Blätter, die außerdem nicht so kräftig grün sind wie die des Bärlauchs.

Löwenzahn und Brennessel

Die beiden Wildkräuter gelten landläufig als „Unkraut“. Doch auch sie sind gesund und wohlschmeckend. Löwenzahn enthält reichlich Mineralstoffe und Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A.

Brennessel sind so eisenreich, dass eine Frau mit 35 Gramm dieser Blätter ihren Tagesbedarf decken kann. Beide Wildkräuter schmecken gut als Suppen, als Spinat und Löwenzahnblätter auch roh im Salat.

Für alle Wildkräuter gilt: Pflücken Sie sie möglichst weit abseits von stark befahrenen Straßen und waschen Sie die Kräuter vor dem Verzehr!

Rezept: Gefüllte Bärlauchblätter

Rezept von Angelika Brandhofer, aus dem Buch: Omas Bio-Küche von Theres Rathmanner und Klaus Ebenhöh

Zutaten:
ca. 40 große Bärlauchblätter
120 g Körndl-Linsen-Mischung (2 Teile Dinkelreis, 1 Teil Buchweizen, 1 Teil rote Linsen, alles roh)
½ Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
200 g Rindsfaschiertes
Petersilie, gehackt
Salz
Pfeffer
Paprikapulver
½ Liter Gemüse- oder Rindsuppe

Zubereitung:
Bärlauchblätter waschen, durch heißes Wasser ziehen.
Körndl-Linsenmischung in 200 ml Salzwasser 10 - 15 Minuten vorkochen. Etwas überkühlen lassen.
Zwiebel fein hacken, Knoblauch zerdrücken. Beides in Olivenöl hellbraun rösten.
Körndl-Linsenmischung, das rohe Faschierte, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Salz, Pfeffer und Paprikapulver gut vermischen. Aus der Masse 9 kleine Röllchen formen.

2 - 3 Bärlauchblätter so zusammenlegen, dass eine größere Fläche entsteht. Jeweils ein Röllchen Fülle darin einwickeln.

Die Röllchen eng nebeneinander in einen großen Topf schlichten, mit einem Teller und Gewicht (z. B. einem Steinmörser) beschweren, vorsichtig Suppe angießen. Zirka 30 Minuten zugedeckt bei geringer Hitze köcheln lassen. Wenn nötig, Suppe nachgießen.

Mit Salzkartoffeln und einem Klecks Rahm servieren.

Autorin:
Mag. Dr. Theres Rathmanner
Ernährungs- und Gesundheitswissenschafterin
Homepage: www.ernaehrungsgewissen.at

Buchtipp:
Theres Rathmanner, Klaus Ebenhöh
Omas Bio-Küche
Regional, saisonal, gesund & gut
Kneipp-Verlag
ISBN 978-3-7088-0464-4

Zuletzt aktualisiert am 29. Oktober 2021