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Stabil und kraftvoll durchs Leben


Stabilität – was ist das?

Foto: Heli Brunner-Plosky, IMSB-AustriaOhne Stabilität würde sich der Mensch nicht aufrecht auf zwei Beinen durch die Welt bewegen können. In der Entwicklung des Homos Erectus hin zum Homo Sapiens wurde aus der Vier-Fuß-Technik ein aufgerichtetes dynamisch-stabiles Gehen. 

Die Stabilität ist eine wichtige Voraussetzung um die Bewegungen des Menschen dynamisch und ökonomisch koordiniert zu meistern!

Die Stabilität des Körpers ist in diesem Zusammenhang nicht statisch sondern in einem stabilen dynamischen Konsens zu sehen.

Eine einfache, aber wirkungsvolle Übung sind zum Beispiel Kniebeugen auf einem wackeligen Untergrund.

Leitsatz: „Machen Sie ihre Muskulatur intelligent“

Warum sollen wir unsere Stabilität trainieren?

Schutzfunktion:
Um die Gelenkskette Sprunggelenk, Knie, Hüfte, Wirbelsäule und Kopfgelenke in ihrer physiologischen Stellung zu erhalten und zu unterstützen, ist ein umfassendes Stabilisationstraining für den gesamten Körper sinnvoll. Ziel dabei ist es, die genannten Systeme vor Fehlstellungen, Abnützungen und Dysbalancen zu schützen.

Typische orthopädische Fehlstellungen wie Senkfuß oder X-Bein-Stellung kann man durch ein gezieltes Beinachsenstabilisationstraining einerseits vorbeugen, aber auch therapieren. Gehen Sie zum Beispiel so oft wie möglich ohne Schuhe auf weichem Untergrund oder üben Sie das Stehen auf wackeligen Untergründen.

Werden Fehlstellungen im Sprung- und/oder Kniegelenk und die resultierenden muskulären Dysbalancen nicht erkannt und behandelt, kann es langfristig zu Abnützungserscheinungen der Hüfte oder zu Wirbelsäulenproblemen kommen, was nicht selten zu operativen Eingriffen führt.

Beim Stabilisationstraining werden viele Muskelgruppen angesprochen und gekräftigt, die eine Schutzfunktion für den passiven Bewegungsapparat, aber auch für die inneren Organe ermöglichen.

Sturzprophylaxe:
Verfügen wir über eine gute Ganzkörperstabilität, ist es uns möglich in unvorhersehbare Situationen, wie Stolpern oder Ausrutschen durch bewusstes koordiniertes Anspannen, flexibel zu reagieren und somit so manchen Sturz und dessen Folgen zu verhindern.

Das Skelett bildet die Rahmenstruktur. Es ist doppelt so widerstandsfähig wie Granit, aber fünfmal leichter als Stahl und dennoch formbar, um den Anforderungen des Alltags zu entsprechen und dem Körper Gestalt und Stütze zu geben. Die Muskulatur sorgt für die funktionelle Bewegungsausführung.

Merke:

  1. „Stabi-Training“ ist eine vorbeugende Maßnahme!
  2. Ihr Training sollte mehr mit Übungen für die tiefliegende Muskulatur ausgerichtet sein.

Was muss man beim Stabi–Kraft-Training beachten?

Übungen im Stand oder in Bewegung sowie auch auf einem labilen Untergrund sind förderlich. So können Koordination und Stabilisation ideal kombiniert werden. Beginnen sollte man zunächst mit Übungen im Stand.

Die Auswahl der Übungen orientiert sich an der aktuellen Leistungsfähigkeit. Die Übungen sollten so ausgewählt werden, dass auch eine entsprechende Herausforderung gegeben ist. Man sollte durchaus an die Grenze der Stabilität gehen. Übungen sollten auch immer wieder verändert und gesteigert werden.

Sie sollten, wenn möglich - ermüdungsfrei sein, denn Koordinationstraining ist auch Konzentrationstraining. Zwischen den Übungen sollte man daher auch immer wieder Pausen zur psychischen Erholung setzen.

Auch gilt wieder bei koordinativem stabilisierendem Training der Grundsatz: „Vom Leichtem zum Schweren“.

Übungen sollten auch auf verschiedenem Untergrund erfolgen. Je instabiler der Boden, umso größer die Herausforderung.
Stabi-Training mit allgemeinem Koordinations- und Krafttraining zu kombinieren ist zu empfehlen. So kann der Erfolg spürbar erhöht werden.

Merke:
„Das einfache Tun hilft uns, das Komplexere zu lernen und zu nützen“!

Autor:
Helmut Brunner-Plosky
Leistungssport Austria
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Homepage: www.leistungssport.at

Logo Leistungssport Austria

Zuletzt aktualisiert am 28. Oktober 2021