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Hilfe für Typ-2-Diabetiker via Handy-App

Handy beim Essen_Foto: Nok Lek/www.shutterstock.com

ÖGK unterstützt FH-Forschungsprojekt in NÖ zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Kann die Kommunikation mittels einer Messenger-App am Handy das Selbstmanagement bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 fördern?  Inwieweit werden krankheitsspezifische Parameter dadurch dauerhaft verbessert? Führt das auch zu einer höheren Lebensqualität? - Darüber soll die in Niederösterreich gestartete Studie Aufschluss geben.

Der Österreichischen Gesundheitskasse ist es ein großes Anliegen, zur Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Versorgung ihrer Versicherten die wissenschaftliche Forschung voranzutreiben und innovative Ansätze wie diese nutzbringend umzusetzen. Deshalb unterstützt die ÖGK zusammen mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und dem Universitätsklinikum St. Pölten das Forschungsprojekt der FH St. Pölten mit dem Titel DiabPeerS („Verbesserung der glykämischen Kontrolle bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 durch Peer Support Instant Messaging Service: eine randomisierte kontrollierte Studie“). 

Herausforderungen von Diabetes gemeinsam meistern

Eingesetzt wird in der Studie das Programm grape – eine App, die auf dem Smartphone installiert wird, mit der Nachrichten, Bilder, Videos und Audioaufnahmen innerhalb von Gruppen geteilt werden können. Das soll den Betroffenen ermöglichen, sich per Mobiltelefon untereinander über ihre Erkrankung und die damit verbundenen spezifischen Herausforderungen auszutauschen. Dieses Prinzip wird „Peer-Support“ genannt und begünstigt laut ersten Studienergebnissen ein verbessertes Selbstmanagement, die Kontrolle des Blutzuckerspiegels sowie die langfristige Gesundheit der Patientinnen und Patienten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der auf 14 Monate angelegten Studie werden zwei Gruppen zugeordnet: Die Interventionsgruppe erhält neben der gewohnten Diabetestherapie auch Online-Peer-Unterstützung über die App, die Kontrollgruppe muss ohne digitale Begleitung auskommen. Vor, während und nach der siebenmonatigen Intervention wird die Wirksamkeit an insgesamt vier Messterminen anhand psychosozialer, verhaltensbezogener und biochemischer Parameter (u.a. mittels Messung des Langzeitzucker-Wertes HbA1c) überprüft. 

ÖGK wirbt um Probandinnen und Probanden

Für die Studie werden 200 Menschen mit Typ-2-Diabetes gesucht. Dafür wendet sich die ÖGK nun in einem ersten Schritt an Teilnehmende des kostenlosen Disease-Management-Programms „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ der ÖGK in Niederösterreich, das auf ein Miteinander von Betroffenen in der Behandlung abzielt. Die Versicherten erhalten ein Schreiben samt Infoflyer (191.9 KB) mit Details und den Teilnahmebedingungen zur Studie. Außerdem ergeht an Ärztinnen und Ärzte in Niederösterreich ein Schreiben der ÖGK, mit der Bitte, ihre Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 über die Studie zu informieren und zur Teilnahme zu motivieren.

 

Die Anmeldung für Probandinnen und Probanden erfolgt ausschließlich über die FH St. Pölten. Auch die definitive Studieneignung wird anhand verschiedener Kriterien im Studienzentrum bei den Messterminen geprüft.

 

Kontakt:
FH-Prof. Mag. Dr. Elisabeth Höld
Senior Researcher Institut für Gesundheitswissenschaften
Department Gesundheit
Tel: +43 2742-313228572
E-Mail: diabpeers@fhstp.ac.at
FH-Homepage: www.diabpeers.fhstp.ac.at/anmeldung

Zuletzt aktualisiert am 04. Oktober 2021