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Pilotprojekt in Oberösterreich fördert Lehrpraxis für Kinderärzte

Erstmals können auch angehende Fachärztinnen und Fachärzte der Kinder- und Jugendheilkunde eine finanziell geförderte Lehrpraxis absolvieren. Das neue honorierte Modell ist ein Pilotprojekt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Kooperation mit der Ärztekammer für Oberösterreich.

Shutterstock: Ärztin mit Kind

„Praxisluft schnuppern“ bei einem erfahrenen Kollegen, ehe man die eigene Ordination führt: Diese wertvolle Starthilfe ins Berufsleben gab es bisher – mit finanzieller Unterstützung der Gehaltskosten – nur für Absolventinnen und Absolventen der Allgemeinmedizin. „Unsere Vertragsärztinnen und Vertragsärzte haben einen enormen Erfahrungsschatz. Viele von ihnen nehmen gerne junge Kolleginnen und Kollegen unter ihre Fittiche. Dieses Erfolgsmodell erweitern wir erstmals auf Kinderärzte“, so Albert Maringer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses. „Der Bedarf an gutem Nachwuchs ist auch hier sehr hoch.“ 

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Honorar ähnlich Spitalsturnus

Die neue Lehrpraxis ist für beide Seiten freiwillig. Bewerben können sich alle Medizinerinnen und Mediziner, die bereits in Ausbildung stehen und einen Bezug zu Oberösterreich haben, sprich: Hauptwohnsitz oder Fachausbildung für Kinder- und Jugendheilkunde in OÖ oder angestrebte Vertragsarzttätigkeit in OÖ. Die Lehr(gruppen)praxis kann frei gewählt werden. Auf Wunsch hilft die Ärztekammer bei der Suche. Eine Lehrpraxis dauert neun Monate, wobei verschiedene anrechenbare Ausbildungsmodule zur Wahl stehen. Die Gehaltskosten werden von der Sozialversicherung und aus einem gemeinsamen Finanzierungstopf gefördert – das Gehalt der Lehrpraktikanten ist ähnlich dem Gehalt eines Turnusarztes im Spital. Ein gutes Drittel steuern die Lehrpraxisinhaber bei.

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„Vorteile für Jung und Älter“

Beide Seiten – Praktikant und Vertragsarzt – profitieren. Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für OÖ: „Die Praktikanten erleben hautnah die abwechslungsreiche Arbeit eines niedergelassenen Vertragsarztes. Sie lernen vom erfahrenen Kollegen der Kinder- und Jugendheilkunde alle nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Führung einer eigenen Kassenpraxis.“ Die Praktikanten arbeiten in gewissem Rahmen selbstständig. Das Wissen der erfahrenen Kollegen fließt in die Arbeit ein. Im Idealfall finden beide eine längerfristige Form der Zusammenarbeit oder regeln sogar eine Nachfolge. 

 

Rückfragen:


Österreichische Gesundheitskasse

Mag. Gregor Smejkal

Gregor.Smejkal@oegk.at

Tel. +43 5 0766-14102214

www.gesundheitskasse.at                                

Ärztekammer für Oberösterreich:

Markus Neißl

markus.neissl@aekooe.at

Tel. 0732 77 83 71 - 326

www.aekooe.at                    

                

Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2021