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Sachbezug für Elektrofahrzeug?

Veröffentlichung: Magazin DGservice Nr. 2/Mai 2021


Wenn Dienstgeberinnen und Dienstgeber ihren Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern ein firmeneigenes Kraftfahrzeug für Privatfahrten zur Verfügung stellen, ist ein Sachbezug anzusetzen. Dies gilt sozialversicherungsrechtlich auch für freie Dienstnehmerinnen und freie Dienstnehmer. Ob für ein Elektrofahrzeug auch ein Sachbezug anfällt, lesen Sie im folgenden Beitrag.

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Elektrofahrzeuge

Ein Elektrofahrzeug ist ein Verkehrsmittel, das rein mit elektrischer Energie angetrieben wird. 

Laut Straßenverkehrsordnung ist damit ein Kraftfahrzeug gemeint, welches mit einem elektrisch aufladbaren Energiespeichersystem betrieben wird, das extern aufgeladen werden kann. 

Besteht für die Dienstnehmerin bzw. den Dienstnehmer die Möglichkeit, ein firmeneigenes Elektrofahrzeug (mit einem CO2-Emissionswert von Null Gramm pro Kilometer) für Privatfahrten zu nutzen, ist ein Sachbezugswert von Null anzusetzen.

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Unentgeltliches Aufladen und Ersatz der Stromkosten

Kann die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer bei der Dienstgeberin bzw. beim Dienstgeber ein firmeneigenes Elektrofahrzeug, welches sie bzw. er auch privat nutzen darf, unentgeltlich aufladen oder erhält sie bzw. er belegmäßig nachgewiesene Ladekosten von der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber ersetzt (Auslagenersatz), dann ist kein zusätzlicher Sachbezug anzusetzen.

Kann die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer bei der Dienstgeberin bzw. beim Dienstgeber ein dienstnehmereigenes (privates) Elektrofahrzeug unentgeltlich aufladen, liegt ebenso kein Sachbezug vor, wenn es gratis E-Ladestationen am Abgabeort (in der Gemeinde des Unternehmenssitzes und in der unmittelbaren sehr nahen Umgebung) gibt, da in diesem Fall der übliche Endpreis am Abgabeort Null ist.

Ersetzt hingegen die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber der Dienstnehmerin bzw. dem Dienstnehmer die Stromkosten für ein dienstnehmereigenes Elektrofahrzeug, handelt es sich nicht um einen Auslagenersatz. Es liegt somit beitrags- und steuerpflichtiger Arbeitslohn vor (vgl. Lohnsteuerrichtlinien 2002, Randzahl 175b).

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Fahrrad und Krafträder

Besteht für die Dienstnehmerin bzw. den Dienstnehmer die Möglichkeit, ein firmeneigenes Fahrrad oder Kraftrad mit einem CO2-Emissionswert von Null Gramm pro Kilometer für nicht beruflich veranlasste Fahrten zu benützen, ist kein Sachbezugswert anzusetzen. 

Zu diesen Krafträdern zählen Motorfahrräder, Motorräder mit Beiwagen, Quads, Elektrofahrräder und Selbstbalance-Roller mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb. 

Für andere Krafträder ist § 4 der Sachbezugswerteverordnung anzuwenden. 

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Gut zu wissen

Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem von der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber zur Verfügung gestellten Kraftfahrzeug steht kein Pendlerpauschale zu. 

Eine Ausnahme stellen hier Fahrräder bzw. Elektrofahrräder dar (§ 16 Abs. 1 Z 6 lit. b Einkommensteuergesetz 1988).

Autor: Matthias Berger/ÖGK