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Abzugsrecht der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers

Veröffentlichung: Newsletter Nr. 5/April 2021


Die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber hat die zu entrichtenden Beiträge zur Gänze einzuzahlen (§ 58 Abs. 2 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - ASVG).

Sie bzw. er ist daher berechtigt, die auf die Versicherte bzw. den Versicherten entfallenden Beitragsteile vom Entgelt abzuziehen (§ 60 Abs. 1 ASVG). Dieses Recht muss bei sonstigem Verlust spätestens bei der auf die Fälligkeit des Beitrages nächstfolgenden Entgeltzahlung ausgeübt werden. Dies ist dann nicht der Fall, wenn die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber die Verzögerung nicht verschuldet hat.

Auch bei unverschuldet verspäteter Entrichtung dürfen nicht mehr Beiträge abgezogen werden, als auf zwei Lohnzahlungszeiträume entfallen.

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Sonderbeiträge

Das Abzugsrecht gilt auch für Sonderbeiträge. Dies mit der Maßgabe, dass der auf die Versicherte bzw. den Versicherten entfallende Teil der Sonderbeiträge nur von den Sonderzahlungen abgezogen werden darf.

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20 Prozent-Regel

Der Versichertenanteil der Beiträge zur Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung darf 20 Prozent der Geldbezüge nicht überschreiten. Den Unterschiedsbetrag trägt die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber (§ 53 Abs. 1 ASVG).

Gleiches gilt für Sonderbeiträge. Die Nebenbeiträge und Umlagen bleiben außer Betracht.

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Sonderregeln

Für Pflichtversicherte, die nur Anspruch auf Sachbezüge haben oder kein Entgelt erhalten, trägt die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber auch die auf diese Personen entfallenden Beitragsteile. Darunter fallen etwa im Betrieb der Eltern beschäftigte Kinder (§ 4 Abs. 1 Z 3 ASVG).

Für Fachkräfte der Entwicklungshilfe kommt in der Pensionsversicherung eine Mindestbeitragsgrundlage zur Anwendung. Die Beiträge, die die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer vom Unterschiedsbetrag zwischen der Mindestbeitragsgrundlage und dem Entgelt zu entrichten hat, bleiben bei der Beurteilung, ob die 20 Prozent-Grenze überschritten wird, außer Betracht.

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Beispiel

  • Angestellter mit einem Brutto-Monatslohn von 2.400,00 Euro und einem Personenkraftwagen als Sachbezug von 800,00 Euro;
  • Beitragszeitraum April 2021.


Ermittlung des Dienstnehmeranteiles:

Sozialversicherungsbeiträge 17,12 % € 3.200,00 € 547,84
Arbeiterkammerumlage 0,50 % € 3.200,00 € 16,00
Wohnbauförderungsbeitrag 0,50 % € 3.200,00 € 16,00
Errechneter Dienstnehmeranteil     € 579,84
20 Prozent-Regel 20,00 % € 2.400,00 € 480,00

 

Der Angestellte hat inklusive der Arbeiterkammerumlage und dem Versichertenanteil am Wohnbauförderungsbeitrag (je 16,00 Euro) 512,00 Euro zu tragen.

Ermittlung des Dienstgeberanteiles:

Sozialversicherungsbeiträge 20,53 % € 3.200,00 € 656,96
Wohnbauförderungsbeitrag 0,50 % € 3.200,00 € 16,00
Insolvenz-Entgeltsicherungszuschlag 0,20 % € 3.200,00 € 6,40
Errechneter Dienstgeberanteil     € 679,36
Restbetrag des Dienstnehmeranteiles     € 67,84
Vom Dienstgeber zu tragende Beiträge     € 747,20

 
Autor: Daniel Leitzinger/ÖGK