DRUCKEN

Gutscheine für Mahlzeiten - Einlösemöglichkeiten erweitert

Veröffentlichung: Newsletter Nr. 3/Februar 2021


Durch den Lohnsteuerrichtlinien-Wartungserlass 2020 wurden auf Grund der COVID-19-Krise die Einlösemöglichkeiten von Gutscheinen für Mahlzeiten erweitert. 

Gutscheine für Mahlzeiten (Papierform oder elektronisch) bleiben bis zu einem Wert von € 8,00 pro Arbeitstag steuer- und beitragsfrei, wenn die Gutscheine nur am Arbeitsplatz (z. B. Werksküche oder Kantine) oder in einer Gaststätte zur dortigen Konsumation eingelöst werden. Können die Gutscheine auch zur Bezahlung von Lebensmitteln verwendet werden, sind sie bis zu einem Betrag von € 2,00 pro Arbeitstag steuer- und beitragsfrei (vgl. § 3 Abs. 1 Z 17 Einkommensteuergesetz 1988 - EStG 1988). 

Übersteigt der Wert der abgegebenen Gutscheine € 8,00 bzw. € 2,00 pro Arbeitstag, liegt hinsichtlich des übersteigenden Betrages ein steuer- bzw. beitragspflichtiger Sachbezug vor.

Pro Arbeitstag darf nur ein Gutschein ausgegeben werden. Der Dienstnehmer kann die Gutscheine kumuliert ohne wertmäßiges Tageslimit an jedem Wochentag (auch an arbeitsfreien Tagen) einlösen. Die Einlösung von Gutscheinen kann auch durch Dritte (Angehörige, Kollegen) erfolgen.

zum Seitenanfang springen

Gaststätte

Als Gaststätten gelten Gastgewerbebetriebe im Sinne des § 1 Abs. 1 der Gastgewerbepauschalierungsverordnung 2013, die Speisen jeder Art anbieten, die an Ort und Stelle genossen werden können. Eine reine Handelstätigkeit fällt nicht darunter. 

Betreibt ein Lebensmittelgeschäft, eine Bäckerei oder Fleischhauerei auch einen gastgewerblichen Betrieb, ist die Anwendung des erhöhten Freibetrages von € 8,00 pro Arbeitstag nur dann zulässig, wenn der Gastgewerbebetrieb vom Handelsbetrieb organisatorisch und durch einen eigenen Verrechnungskreis (eigene Kassa) getrennt ist, sodass die Einlösung beim Gastgewerbebetrieb nachvollziehbar ist und die Einlösung der Gutscheine im Handelsbetrieb nicht gestattet wird.

zum Seitenanfang springen

Abhol- bzw. Lieferservice

Auf Grund der COVID-19-Krise besteht im Jahr 2021 kein Bedenken, wenn Dienstnehmer die Gutscheine für Mahlzeiten in Höhe von € 8,00 pro Arbeitstag einlösen, indem die Speisen in einer Gaststätte abgeholt oder von der Gaststätte bzw. einem Lieferservice geliefert und zu Hause konsumiert werden (vgl. Lohnsteuerrichtlinien 2002 - Randzahl 96).

zum Seitenanfang springen

Dienstreisen

Werden an Dienstnehmer, die sich auf Dienstreisen befinden, Essensmarken für die Verpflegung außer Haus ausgegeben, sind diese Essensbons wie Tagesgeld zu behandeln. Übersteigt die Summe aus ausgezahltem Tagesgeld und dem Wert des Essensbons die nicht steuerbaren Ersätze (§ 26 Z 4 EStG 1988) bzw. die steuerfreien Ersätze (§ 3 Abs. 1 Z 16b EStG 1988), liegt insoweit ein steuer- und beitragspflichtiger Bezug vor.

Gutscheine bis zu einem Betrag von € 2,00 pro Arbeitstag, die auch zur Bezahlung von Lebensmitteln verwendet werden können, die nicht sofort konsumiert werden müssen, bleiben dabei unberücksichtigt (vgl. Lohnsteuerrichtlinien 2002 - Randzahl 98).

Autor: Matthias Berger/ÖGK