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ÖGK sichert stabile ärztliche Versorgung für Linz

Die aktuelle Debatte über offene Arztstellen in Linz verunsichert die Bevölkerung. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) beruhigt mit Fakten: Das Ärzte-Netz in der Landeshauptstadt ist groß und stabil. Es gibt offene Stellen, aber auch Ordinationen mit freien Kapazitäten. Zudem gelingt der Aufbau moderner Versorgungsform.

Schmuckbild Shutterstock: Arzt mitPatient

Die Vertragsärzte-Situation in Linz ist fordernd, aber unter Kontrolle: Von 87 Stellen für Allgemeinmedizin sind derzeit fünf unbesetzt, eine wird interimistisch geführt. Bei den Fachärzten sind derzeit 2 von 120,9 Stellen vakant. Trotz des starken Generationenwechsels bei den Medizinern kann die ÖGK insgesamt rund 96 Prozent der Arztstellen in Linz besetzen. „Wir haben für unsere Versicherten ein sehr großes und stabiles Ärzte-Netz aufgebaut. Damit liegen wir international an der Spitze. Jetzt tun wir alles, um dieses Niveau zu halten“, erklärt Michael Pecherstorfer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses in Oberösterreich.

Lücken gut überbrückt

Wo ein niedergelassener Arzt fehlt, klafft nicht unbedingt eine Versorgungslücke: Im Regelfall können umliegende Ordinationen vorübergehend mehr Patienten betreuen. Die ÖGK unterstützt dies finanziell. Einige „Nachbarpraxen“ stocken mit den zusätzlichen Mitteln ihr Personal auf. Das neue Primärversorgungszentrum am Domplatz meldet von sich aus noch freie Behandlungskapazitäten. Das zeigt zweierlei: Neue Ärzte schließen sich eher Gruppen an, wo schon Kollegen arbeiten. Und: Das gruppenorientierte Arbeiten gewinnt auch unter Neugründern Bedeutung, wie das neue PVZ zeigt. In jedem Fall begünstigt gut organisierte Teamarbeit die Behandlungskapazitäten der Ärzte.

„Planung statt Panik“

„Wir durchleben derzeit einen starken Generationenwechsel bei den Ärzten. Darum sind wir voll dahinter, Jungmediziner fürs Niederlassen zu gewinnen“, so Pecherstorfer. Neben guter Planung entschärfen vor allem moderne, attraktive Kassenverträge die angespannte Lage. „Panik bringt keinen einzigen neuen Arzt ins Netz. Im Gegenteil: So schreckt man Jungmediziner bloß ab, und der sogenannte ‚Ärztemangel‘ wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung.“

Attraktive Verträge für Jungärzte

Tatsächlich hat die Österreichische Gesundheitskasse den bewährten Kassenvertrag auf vielen Ebenen modernisiert und attraktiviert. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der neuen Ärzte-Generation. Ob Jobsharing, Gruppenpraxis, erweiterte Vertretung, Anstellung oder Hilfe beim Aufbau einer Primärversorgung: Niemals zuvor hatten niedergelassene Ärzte so viele Möglichkeiten, ihre Praxis nach dem persönlichen Bedarf zu gestalten. Im Vergleich zum herkömmlichen Einzelvertrag bieten die neuen Vertragsmodelle eine bessere Work-Life-Balance, familienfreundlichere Arbeitszeiten (Teilzeit) und die Arbeit im Team. Die Bezahlung freilich bleibt auf dem hohen Niveau der „Altverträge“.   

Alle neuen Vertragsmodelle sind hier aufgeführt

 

Primärversorgung zeigt Wirkung

Nach dem erfolgreichen Start des neuen Primärversorgungszentrums (PVZ) am Domplatz letzten Oktober plant die Österreichische Gesundheitskasse derzeit weitere Standorte mit Primärversorgung (PV) in Linz-Mitte und Linz-Süd. Pecherstorfer: „Wenn sich die Primärversorgung weiterhin so gut entwickelt, ist Linz auf Dauer optimal medizinisch versorgt. Dann schließen wir nicht nur ans alte Niveau auf, sondern stellen den niedergelassenen Bereich gleichzeitig auf zukunftssichere Beine. Klassische Kassenverträge bieten wir freilich auch weiterhin an.“

Ärztekammer reduzierte Notdienst

Nicht glücklich ist die Österreichische Gesundheitskasse über Einschränkung des Ärztlichen Notdienstes in Linz von bisher 19.00 bis 7.00 Uhr morgens auf nun 19.00 bis 23.00 Uhr. Diese Reduktion geschah auf Initiative der Linzer Ärzte durch die Ärztekammer für Oberösterreich. Pecherstorfer: „Wir schätzen die Ärztekammer als überaus zuverlässigen Partner in der gemeinsamen Pflicht, die Gesundheitsversorgung zu sichern. Den Einschnitt beim Notdienst haben wir aber nicht mitgetragen. Wir sind jedoch überzeugt, die Linzerinnen und Linzer im Rahmen unseres Pilotprojektes auch durch die Mitarbeit von gut ausgebildeten diplomierten Gesundheitspersonal bestmöglich rund um die Uhr versorgen zu können.“   

 

Rückfragen:
Österreichische Gesundheitskasse Mag. Gregor Smejkal

Gregor.Smejkal@oegk.at

Tel. +43 5 0766-14102214

www.gesundheitskasse.at

 

Zuletzt aktualisiert am 02. Februar 2021