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Kurzarbeit - Beitragsabrechnung

Veröffentlichung: Dienstgeber-Newsletter Nr. 1/Jänner 2021


Durch das BGBl. I Nr. 135/2020 kam es mit 1.1.2021 zu einer Änderung bei der Berechnung des Dienstnehmeranteiles zur Arbeitslosenversicherung (§ 2a Abs. 7 Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz - AMPFG) und rückwirkend mit 1.10.2020 zur Änderung der Bemessungsgrundlage der Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (§ 6 Abs. 4 Betriebliches Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz - BMSVG). Nachstehend ein Überblick über die aktuelle Vorgehensweise:

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Beitragsgrundlage bei Kurzarbeit

Die Beiträge und Leistungen der Sozialversicherung während der Kurzarbeit sind grundsätzlich nach der letzten Beitragsgrundlage (inkl. abgerechneter Provisionen, Zulagen und Zuschläge) vor Eintritt der Kurzarbeit zu bemessen, wenn diese höher ist als die aktuelle Beitragsgrundlage (Günstigkeitsvergleich). Konkret ist ein Vergleich zwischen der Beitragsgrundlage vor Beginn der Kurzarbeit und jener Beitragsgrundlage, die ohne Kurzarbeit vorliegen würde, anzustellen. Von der jeweils höheren Beitragsgrundlage sind die Sozialversicherungsbeiträge sowie die Leistungen aus der Pflichtversicherung zu bemessen. "Stichtag" ist dabei der erste Tag der Kurzarbeit bzw. der erste Tag einer etwaig verlängerten Kurzarbeit. 

Von der so ermittelten Beitragsgrundlage sind sowohl die Sozialversicherungsbeiträge (Krankenversicherung - KV, Unfallversicherung - UV, Pensionsversicherung - PV), der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung (AV) als auch die Umlagen/Nebenbeiträge (Arbeiterkammerumlage, Landarbeiterkammerumlage, Wohnbauförderungsbeitrag, Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz, Nachtschwerarbeits-Beitrag) zu entrichten. Der Schlechtwetterentschädigungsbeitrag (SW) ist dagegen vom Arbeitsverdienst (tatsächliches Entgelt während der Kurzarbeit plus Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsunterstützung) zu berechnen.

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Bemessungsgrundlage Betriebliche Vorsorge

Seit 1.10.2020 ist für die Dauer der Kurzarbeit als Bemessungsgrundlage für die Betriebliche Vorsorge (BV) grundsätzlich das monatliche Entgelt auf Grundlage der Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit heranzuziehen. Übersteigt allerdings das monatliche Entgelt (einschließlich Kurzarbeitsunterstützung) während der Kurzarbeit diesen Betrag, ist dieses als Bemessungsgrundlage für den Beitrag zur BV relevant. Anders als in der Sozialversicherung hat ein monatlicher Günstigkeitsvergleich zu erfolgen. 

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Beiträge des Versicherten

Vom Versicherten sind während der Kurzarbeit die Beiträge vom

  • erzielten beitragspflichtigen Arbeitsverdienst (inkl. Sachbezüge) und
  • der Kurzarbeitsunterstützung

zu tragen. Der auf den Versicherten entfallende Teil der KV-, PV- und AV-Beiträge darf 20 % seiner Geldbezüge nicht übersteigen. Den Unterschiedsbetrag trägt der Dienstgeber allein.

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Arbeitslosenversicherungsbeitrag bei geringem Einkommen

Seit 1.1.2021 richtet sich der Anteil des Dienstnehmers zur AV während der Kurzarbeit nach dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt - einschließlich Kurzarbeitsunterstützung. Werden die im AMPFG angeführten Grenzbeträge unterschritten, so ist auch der vom Dienstnehmer zu tragende Anteil zur AV entsprechend geringer bzw. entfällt allenfalls vollständig. 

Insgesamt ist ungeachtet dessen jener Beitragssatz in der AV anzuwenden, der sich aus der Beitragsgrundlage vor Beginn der Kurzarbeit ergibt. Eine sich allenfalls dadurch ergebende Differenz (z. B. Dienstnehmeranteil vor Kurzarbeit 3 %, Dienstnehmeranteil bemessen am tatsächlichen Entgelt während Kurzarbeit 2 %) ist vorläufig vom Dienstgeber zu tragen. Im Rahmen der vom Arbeitsmarktservice (AMS) geleisteten Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt ein entsprechender Ersatz der diesbezüglichen Aufwendungen. 

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Beiträge des Dienstgebers

Der Dienstgeberanteil der zu entrichtenden Beiträge ist von der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelten Beitragsgrundlage, Bemessungsgrundlage bzw. im Falle des SW vom tatsächlichen Arbeitsverdienst zuzüglich Kurzarbeitsunterstützung zu leisten.

Zusätzlich trägt der Dienstgeber den auf den Dienstnehmer entfallenden Anteil der Beiträge von der Differenz zwischen Beitragsgrundlage und tatsächlich erzieltem Arbeitsverdienst (inkl. Sachbezüge) samt Kurzarbeitsunterstützung allein.

Darüber hinaus hat der Dienstgeber Beiträge auf Grund der 20 %-Regelung zu übernehmen sowie den allfälligen Differenzbetrag bei einkommensabhängiger Verminderung des Dienstnehmeranteiles am AV-Beitrag zu leisten.

Der dadurch entstehende Aufwand wird seitens des AMS durch die Kurzarbeitsbeihilfe pauschal ersetzt.

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Verrechnungsbasis

Seit 1.1.2021 erfolgt die Abrechnung des AV-Beitrages bei geringem Einkommen in der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) wie für eine normale Beschäftigung ohne Kurzarbeit (Verrechnungsbasistyp AB bzw. SZ). 

Die bis zum 31.12.2020 zur Anwendung kommenden Verrechnungsbasis-Typen AZ (allgemeine Beitragsgrundlage für spezielle AV-Minderung) und SA (Sonderzahlung für spezielle AV-Minderung) sind nur noch bei einem untermonatigen Beginn oder untermonatigen Ende der Kurzarbeit im Zeitbereich einer Altersteilzeit relevant. 

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Beispiele zum AV-Beitrag bei geringem Einkommen

Beispiel 1

Beitragsgrundlage: € 1.800,00
Gehalt inklusive Kurzarbeitsunterstützung: 
€ 1.700,00
Dienstnehmeranteil: € 1.700,00 x 0 % € 0,00
Dienstgeberanteil: € 1.800,00 x 3 %  
€ 54,00 
vom Dienstgeber zu tragender Differenzbetrag:
€ 1.800,00 x 1 % - € 1.700,00 x 0 %  
€ 18,00 € 72,00
AV-Beitrag gesamt   
€ 72,00

Beispiel 2

Beitragsgrundlage:€ 2.000,00
Gehalt inklusive Kurzarbeitsunterstützung: € 1.800,00
Dienstnehmeranteil: € 1.800,00 x 1 %
€ 18,00
Dienstgeberanteil: € 2.000,00 x 3 % € 60,00 
vom Dienstgeber zu tragender Differenzbetrag:        
€ 2.000,00 x 2 % - € 1.800,00 x 1 % 
€ 22,00 € 82,00
AV-Beitrag gesamt€ 100,00

Weitere Informationen sowie ein Abrechnungsbeispiel zur Kurzarbeit finden Sie unter dem Link "Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsunterstützung" in der Rubrik "Mehr zum Thema". 

Autor: Hannes Holzinger/ÖGK