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Elektronischer Austausch von Sozialversicherungsdaten

Veröffentlichung: Magazin DGservice Nr. 1/Jänner 2021


Die grenzüberschreitende Tätigkeit von Beschäftigten, die in den Anwendungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 fallen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Dadurch ergibt sich ein großer Bedarf, Informationen zwischen den Sozialversicherungsträgern auszutauschen.

Das EU-Projekt "Elektronischer Austausch von Sozialversicherungsdaten" (EESSI) konnte nunmehr umgesetzt werden und ist in Betrieb gegangen. 

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Formular PD A1

Als Serviceleistung und Entlastung der Dienstgeber sowie im Hinblick auf ­EESSI wurde die elektronische Beantragung des Formblattes PD A1 (Entsendung in einen anderen Mitgliedstaat bzw. Tätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten) mittels elektronischem Datenaustausch mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern (ELDA) geschaffen. 

Der Aufwand für die Beantragung des Formblattes via ELDA ist gering. Das Formular PD A1 wird durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zeitnah ausgestellt und über ELDA an den Antragsteller (rück-)übermittelt. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass Dienstgeber für die Übermittlung von Daten an ausländische Sozialversicherungsträger kein zweites Mal aktiv werden müssen, da die ELDA-Anträge im Hinblick auf EESSI schon entsprechend gestaltet sind. 

Die Kommunikation zwischen der ÖGK und den ausländischen Sozialversicherungsträgern erfolgt vollautomatisiert. Die erforderlichen Daten werden an den richtigen Sozialversicherungsträger übermittelt. Dadurch kann rascher als bisher die Rechtssicherheit für Dienstnehmer, die gewöhnlich in mehreren Mitgliedstaaten agieren, sichergestellt werden. Zudem ist durch die jederzeitige Nachvollziehbarkeit (Abfrage der Daten im System) gewährleistet, dass Scheingeschäfte sowie etwaige gefälschte Formblätter schneller identifiziert werden können. Dies bringt auch für die Betrugsbekämpfung einen wesentlichen Vorteil mit sich.

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Vorteile von EESSI auf einen Blick

  • Schnelle und verwaltungsökonomische Bearbeitung der stetig steigenden grenzüberschreitenden Fälle.
  • Wegfall des Postweges und der damit verbundenen Zeitverzögerung sowie des Verlustrisikos von Schriftstücken.
  • Wegfall einer erheblichen Anzahl an Übersetzungen und Reduktion von diesbezüglichen Kosten durch die Verwendung von strukturierten Dokumenten.
  • Sichere und schnelle Übertragung von Daten.
  • Nachweis über die Zustellung.
  • Erhebliche Reduktion von Papier und der damit verbundenen Kosten.
  • Einfache und kundenfreundliche Beantragung des Formblattes PD A1.
  • Abwicklung des grenzüberschreitenden Datenaustausches nach Ausstellung des Formulars PD A1 ohne weitere Kontaktaufnahme durch den Dienstgeber.
  • Ermittlung des zuständigen Sozialversicherungsträgers durch das elektronische Trägerverzeichnis - keine Irrläufer.
  • Sämtliche der ausgehenden und eingehenden Daten sind sicher gespeichert und können von den zuständigen österreichischen Sozialversicherungsträgern abgefragt werden.
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Nutzen für Versicherte

Durch EESSI ist auch für den Bereich der Versicherten sichergestellt, dass z. B. Versicherungszeiten, die in einem anderen Staat erbracht wurden, rasch zur Verfügung stehen. Dies ist vor allem im Zusammenhang mit Anträgen auf eine freiwillige Versicherung (Vorliegen von Vorversicherungszeiten) wesentlich.

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Weiterentwicklung von EESSI

EESSI ist ein System, das sich mittlerweile - auch in Zeiten von Corona - bestens bewährt hat und einen hohen EU-weiten Stellenwert einnimmt. EESSI wird deshalb laufend weiterentwickelt, wobei die Verwaltungsökonomie, die Schaffung von Synergien und in weiterer Folge noch mehr positive Auswirkungen für die Kunden der Sozialversicherung im Vordergrund stehen. 

Autor: Harald Tastl/ÖGK