DRUCKEN

Papa sein, das ist nicht schwer

Rechtliche Rahmenbedingungen Väterfrühkarenz

Veröffentlichung: Magazin DGservice Nr. 1/Jänner 2021


Frühkarenzmodelle ermöglichen es berufstätigen Vätern, ihr Dienstverhältnis in den ersten Lebens­wochen ihres Kindes zu unterbrechen - um sich ganz dem Neugeborenen und der Mutter widmen zu können. Nachstehend finden Sie einen Überblick über die sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen der möglichen Varianten des Papamonates.

zum Seitenanfang springen

Papamonat

Für Dienstnehmer besteht ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf Väterfrühkarenz laut Väter-Karenzgesetz (VKG). Weiters besteht ein Anspruch auf Väterfrühkarenz auf gesetzlicher Basis im ­öffentlichen Dienst sowie in einigen Branchen auf kollektivvertraglicher Ebene. 

Besteht kein Anspruch, können Dienstnehmer und Dienstgeber vertraglich einen Karenzurlaub (= Arbeitsunter­brechung ohne Entgeltzahlung) vereinbaren.

zum Seitenanfang springen

Väterfrühkarenz laut Väter-­Karenzgesetz (VKG)

Bei der Väterfrühkarenz laut § 1a VKG endet die Pflichtversicherung mit dem Ende des Entgeltanspruches, da Anspruch auf eine Freistellung besteht. 

Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind erforderlich.

zum Seitenanfang springen

Väterfrühkarenz im ­öffentlichen Dienst

Bei Vätern, die einen Frühkarenzurlaub nach § 29o Vertragsbedienstetengesetz oder gleichartigen landesgesetzlichen Bestimmungen in Anspruch nehmen, besteht die Pflichtversicherung weiter (vgl. § 11 Abs. 3 lit. b Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - ASVG). Es ist somit keine Abmeldung zu erstatten.

zum Seitenanfang springen

Väterfrühkarenz laut Kollektivvertrag (KV)

Bei einer Väterfrühkarenz laut Kollektivvertrag endet die Pflichtversicherung unabhängig von der Dauer der Väterfrühkarenz mit dem Ende des Entgeltanspruches, da Anspruch auf Freizeit besteht. 

Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind erforderlich.

zum Seitenanfang springen

Vereinbarter Karenzurlaub

Wird Karenzurlaub bis zu einem Monat vereinbart, besteht die Pflichtversicherung weiter. Der Dienst­nehmer trägt für diesen Zeitraum den gesamten Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag sowie gegebenenfalls den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag. 

Der Dienstgeber hat den Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz und gegebenenfalls den Nachtschwerarbeits-Beitrag sowie den Weiterbildungsbeitrag nach dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz weiter zu entrichten. Der Wohnbauförderungsbeitrag, die Arbeiter- bzw. die Landarbeiterkammerumlage entfallen (Ausnahme: in Kärnten und in der Steiermark ist die Landarbeiterkammerumlage vom Dienstnehmer weiter zu entrichten). 

Wird ein Karenzurlaub für länger als ­einen Monat vereinbart, endet die Pflichtversicherung mit dem Tag vor Beginn des unbezahlten Urlaubes. Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind zu erstatten. 

zum Seitenanfang springen

Überblick der möglichen Varianten des Papamonates

Überblick - barrierefrei gemäß PDF/UA (61.2 KB)

zum Seitenanfang springen

Fragen und Antworten

Zum Papamonat laut Väter-Karenzgesetz erreichen uns regelmäßig Anfragen. Eine Zusammenfassung der am häufigsten gestellten Fragen inklusive Antworten können Sie hier abrufen:

Fragen und Antworten zum Papamonat


Autorin: Mag. (FH) Karina Sandhofer/ÖGK