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Linz: Hausärzte eröffnen Primärversorgungszentrum

Mehrere Hausärzte und Gesundheitsberufe unter einem Dach, die Fachkompetenz eines interdisziplinären Teams, längere Öffnungszeiten, starker Fokus auf Gesundheitsförderung und Prävention: Das sind die Vorteile eines Primärversorgungszentrums. Mitte Oktober eröffnen die „Hausärzte am Domplatz“ in der Linzer Innenstadt. Es ist das erste Primärversorgungszentrum in Linz und das fünfte in Oberösterreich. 

PVZ am Dom

Die „Hausärzte am Domplatz“ in der Stifterstraße 3 in Linz öffnen am 14. Oktober ihre Türen. Auf 750 m² werden drei Allgemeinmediziner, eine Allgemeinmedizinerin und ein interdisziplinäres Team in Zukunft ihre Patientinnen und Patienten behandeln. Damit geht das erste Primärversorgungszentrum im Linzer Stadtgebiet in Betrieb und reiht sich in die bestehenden Einrichtungen in Enns, Marchtrenk, Haslach und Sierning-Neuzeug (letzteres ist ein Netzwerk mit zwei Standorten) ein.  

Eingespieltes Ärzteteam  

Drei Allgemeinmediziner und eine Allgemeinmedizinerin nehmen im Oktober ihre Tätigkeit im Primärversorgungszentrum in der Stifterstraße auf: Dr. Paul Schimmerl, Dr. Katrin Einwagner, Dr. Thomas Nenning und Dr. Herbert Forstner. Sie kennen sich seit ihrer Studienzeit in Graz und haben nach ihrer praktischen Ausbildung für Allgemeinmedizin mehrere Jahre in der Notaufnahme eines Linzer Krankenhauses gearbeitet. Dort waren sie täglich mit einem breiten medizinischen Spektrum konfrontiert. Zusätzlich haben sie auch außerhalb des Spitals Erfahrungen aufgebaut, etwa durch Vertretungen in Hausarztpraxen oder im hausärztlichen Notdienst. Die angehenden „Hausärzte am Domplatz“ – so wird die neue Ordination heißen - sind also bereits ein eingespieltes Team.

Zu den vier Ärzten und der Ordinationsassistenz kommen Pflegekräfte sowie ein Gesundheitsangebot aus den Bereichen Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Klinische Psychologie, Diätologie und Sozialarbeit. Für die Patienten wird es ein Terminmanagement geben.   

Was ist eine Primärversorgungseinheit (PVE)?

  • In einer Primärversorgungseinheit (PVE) arbeiten mehrere Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner mit anderen Gesundheits- und Sozialberufen zusammen. Das Kernteam besteht aus Hausärzten, Pflegekräften und Organisationsassistenz. Dazu kommen weitere Berufe, hauptsächlich aus den Bereichen Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Klinische Psychologie bzw. Psychotherapie, Diätologie oder Sozialarbeit. Welche Berufe es genau sind, hängt vom jeweiligen Standort und den Bedürfnissen vor Ort ab.
  • Eine teambasierte PVE kann entweder als Zentrum (PVZ) an einem Standort oder als Netzwerk (PVN) an mehreren Standorten geführt werden. Im PVZ arbeitet das gesamte Team unter einem Dach. Im PVN bleiben die Ärztinnen und Ärzte in ihren eigenen Praxen und arbeiten über mehrere Standorte hinweg eng zusammen. Die anderen Gesundheitsberufe werden direkt eingebunden.
  • Zu den Vorteilen einer PVE zählen eine erleichterte gegenseitige Vertretung von Ärzten, der fachliche Austausch bzw. „voneinander Lernen“ im Team. Ein PVE-Management entlastet das Team von administrativen Aufgaben. Das erleichtert Teilzeitarbeit für Ärzte - Stichwort Familienfreundlichkeit bzw. Work-Life-Balance.
  • Vorteile für Patienten sind unter anderem die erweiterten Öffnungszeiten (mindestens 40 Stunden pro Woche) und kurze Wege bzw. direkte Weiterleitung zu anderen Gesundheitsangeboten wie Physiotherapie oder diätologische Beratung etc. 
  • Die Österreichische Gesundheitskasse und das Land Oberösterreich unterstützen eine PVE mit einer einmaligen Anschubfinanzierung, der teilweisen Kostenübernahme für das PVE-Management sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention. 

 

„Wir haben mit den Primärversorgungseinheiten ein attraktives Angebot geschaffen – sowohl für Patienten als auch für Ärzte. Es ist ein innovatives Modell und die ersten dieser neuen Institutionen bewähren sich. Mit jeder Erfahrung, mit jeder neuen PVE werden wir besser und es zeigt sich einmal mehr: Wenn die Gesundheitspartner an einem Strang ziehen, kommt etwas Gutes heraus. Das haben wir in Oberösterreich schon oft bewiesen“, so Albert Maringer, Österreichische Gesundheitskasse, Vorsitzender des Landesstellenausschusses


Bild:

Von links: Paul Schimmerl, Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander, Katrin Einwagner, Thomas Nenning, Herbert Forstner, Albert Maringer (ÖGK)

Foto: Land OÖ/Gerstmair


 

Zuletzt aktualisiert am 29. September 2020