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Tipps und Regeln für die Betreuung von Covid-19-Erkrankten Zuhause

Zum Glück verlaufen viele Covid-19-Infektionen mild und die Infizierten können sich in häuslicher Quarantäne auskurieren. Wir haben einige Tipps und Regeln für die Quarantäne für Betroffene und ihre Angehörigen zusammengefasst.

Mann mit Mund-Nasen-Schutz blickt aus dem Fenster / Bildquelle: DimaSid/shutterstock.com

Zum Glück verlaufen viele Covid-19-Infektionen mild und die Infizierten können sich in häuslicher Quarantäne auskurieren. Die behördlich verordnete Quarantäne ist unbedingt einzuhalten, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Von der Quarantäne betroffen sind alle Haushaltsmitglieder. Die medizinische Betreuung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt bzw. die Hausärztin Trotzdem brauchen Erkrankte auch noch soziale und pflegerische Unterstützung. Für allein wohnende Menschen, gibt es bei Bedarf Hilfsangebote der Bundesländer und Gemeinden. Wohnen mehrere Personen zusammen, bedeutet die Betreuung Zuhause einen Spagat zwischen der Versorgung der Patientin bzw. des Patienten und größtmöglichen Schutz der anderen. Hier einige Tipps dazu. 

  • Verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Patientin bzw. des Patienten, informieren Sie umgehend die behandelnde Ärztin bzw. Arzt. Auch wenn ein weiteres Haushaltsmitglied Krankheitszeichen zeigt, informieren Sie bitte Ihren Hausarzt bzw. Hausärztin und 1450.
  • Personen mit Risikofaktoren sollten sich nicht gemeinsam mit einem Infizierten im Haushalt aufhalten. Das gilt speziell für Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, Personen mit unterdrücktem Immunsystem und ältere Menschen. Es sollte mit der betreuenden Ärztin bzw. dem betreuenden Arzt und mit der Behörde besprochen werden, welche zusätzlichen Schritte zum Schutz dieser Personen getroffen werden müssen.
  • Die erkrankte Person sollte sich möglichst durchgehend alleine in einem Zimmer aufhalten. Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad, WC sollten von ihr so kurz wie unbedingt nötig und dann alleine genützt werden.
  • Die erkrankte Person sollte so wenig Kontakt mit anderen Haushaltsmitglieder wie möglich haben. Im Idealfall übernimmt nur eine Person die direkte Versorgung.
  • Verzichten Sie auf jeden direkten Körperkontakt. Wenn die Patientin bzw. der Patient Hilfe bei der Körperpflege etc. benötigt, unterstützen die Hilfsdienste.
  • Auf jeden Fall muss der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Bei jedem Kontakt ist sowohl von der infizierten Person als auch von der Betreuung ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Hygienemaßnahmen

  • Waschen Sie sich die Hände mit Wasser und Seife:
    • vor und nach jedem Kontakt mit anderen Personen.
    • vor der Zubereitung von Speisen
    • vor dem Essen
    • nach dem Toilettengang
    • bei sichtbarer Verschmutzung
    • nach jedem Kontakt mit der erkrankten Person oder deren unmittelbaren Umfeld
  • Trennen Sie die Hygieneartikel und Handtücher der im Haushalt lebenden Personen klar voneinander. Verwenden Sie Einmalhandtücher bzw. tauschen Sie Handtücher aus, wenn sie feucht sind.
  • Reinigen Sie von der infizierten Person berührte Oberflächen (Nachtkästchen, Betten, Smartphones, Tablets,…) einmal täglich. Reinigen Sie Bad- und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich.
  • Benutzen Sie zur Reinigung haushaltsübliche Reinigungsmittel und ggf. ein Flächendesinfektionsmittel (Beschriftung: „begrenzt viruzid“).
  • Wäsche der erkrankten Person soll bei mindestens 60°C mit einem üblichen Vollwaschmittel gewaschen werden. Danach soll die Wäsche gut getrocknet werden. Das gilt für Kleidung, Bettwäsche und Handtücher. Sammeln Sie die Wäsche der erkrankten Person getrennt und verwenden Sie Handschuhe.
  • Husten und niesen in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das danach gleich in einem verschließbaren Behälter (Mistkübel oder reißfester Plastiksack) gegeben wird.
  • Abfälle der erkrankten Person soll in einem verschließbaren Müllsack im Krankenzimmer gesammelt werden. Der Müll kann dann in dem verschlossenen Sack im Restmüll entsorgt werden.

Alltag in der Quarantäne

  • Lassen Sie sich Einkäufe etc. von Familienmitgliedern, Freundinnen und Freunden oder Nachbarn bringen und vermeiden Sie den direkten Kontakt bei der Übergabe.
  • Kochen Sie möglichst mit frischen, gesunden Zutaten. Das stärkt das Immunsystem! Im Internet finden Sie viele gesunde und schmackhafte Rezepte!
  • Trinken Sie ausreichend ungezuckerte Getränke.
  • Nehmen Sie Mahlzeiten möglichst zeitlich bzw. räumlich getrennt voneinander ein.
  • Lüften Sie alle Räume regelmäßig.
  • Versuchen Sie sich eine Tagesstruktur zu schaffen, etwa mit Kochen, Haushalt, Spielen, Lesen, Fernschauen usw.. Vielleicht wollten Sie schon lange einmal etwas Neues ausprobieren z.B. Malen oder Basteln?
  • Wenn Sie einen Hund haben, organisieren Sie bitte jemanden der mit ihm Gassi geht. Infizierte Personen sollten den Kontakt mit ihren Haustieren möglichst einschränken, um diese zu schützen. Vor und nach dem Kontakt mit dem Haustier immer die Hände waschen.
  • Bleiben Sie per Telefon, Sozialen Medien, Skype usw. in Kontakt mit Ihrem sozialen Umfeld. Das gilt besonders für die Patientin bzw. den Patienten. Die Isolierung kann psychisch belastend sein, scheuen Sie sich nicht, das gegenüber Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt anzusprechen. Es gibt geeignete Unterstützungsangebote per Telefon bzw. Videotelefonie.
  • Wenn Sie sich gesund fühlen, machen Sie auch Zuhause regelmäßig Bewegung wie Gymnastik etc. – auch hier bietet das Internet viele Anregungen.
  • Nutzen Sie für die Information über Covid-19 nur seriöse Quellen wie etwa die Websites des Gesundheitsministeriums, der AGES oder des Robert Koch Instituts. Auch auf der Seite des Österreichischen Gesundheitskasse finden Sie viele Informationen. Konzentrieren Sie sich aber nicht nur auf dieses Thema, sondern versuchen Sie sich auch anders abzulenken.


Quellen: Gesundheitsministerium, AGES, Robert Koch Institut, ÖGK