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Bessere Diagnostik bei feuchter Makuladegeneration mit Hilfe von künstlicher Intelligenz

Mitarbeiter des Hanusch-Krankenhaus an Nature Medicine-Publikation beteiligt.

Dr. Josef Huemer

20.5.2020 - Dr. Josef Huemer ist seit einigen Monaten Augenarzt im Hanusch-Krankenhaus. Seit 2018 ist er zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moorfields Eye Hospital in London in der Forschungsgruppe von Pearse Keane. Nun konnte die Forschungsgruppe eine Studie zur Diagnostik der feuchten Makuladegeneration mittels künstlicher Intelligenz im Top-Wissenschaftsjournal „Nature Medicine“ publizieren. „Nature Medicine“ gehört zu den wichtigsten wissenschaftlichen Journalen weltweit.

Die feuchte Makuladegeneration (AMD) führt zu einer zunehmenden Verschlechterung des zentralen Sehens, was etwa das Lesen, die Gesichtserkennung usw. stark beeinträchtigt. Ausgelöst wird sie durch das krankhafte Einwachsen von Gefäßen unter den „Makula“ genannten, zentralen Bereich der Netzhaut. Die Makula ist für das zentrale Sehen verantwortlich. Durch die einwachsenden Blutgefäße kommt es zu Blutungen und Schwellungen und die Makula wird so geschädigt.

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz gelang es den Forschern nun, besser einzuschätzen, ob auch das zweite Auge gefährdet ist, die Krankheit zu entwickeln. Dadurch kann dieses intensiver beobachtet bzw. kann eine mögliche Vorbehandlung weiter erforscht werden. Das Forschungsprojekt am Moorfields Eye Hospital wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit von Moorfields, DeepMind und Google Health durchgeführt.

Am Hanusch-Krankenhaus werden jährlich rund 13.000 Patientinnen und Patienten mit feuchter Makuladegeneration mit IVOM behandelt. Dabei werden Medikamente direkt ins Auge injiziert, wodurch eine weitere Verschlechterung des Sehvermögens hintangehalten werden kann. Am Hanusch-Krankenhaus angesiedelt ist das Karl Landsteiner Institut VIROS. Hier wird unter Primarius Univ. Prof. Oliver Findl zur Augenchirurgie geforscht.