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Geplante Behandlungen im Ausland: Was ist zu beachten?

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) übernimmt die Kosten für eine geplante Krankenbehandlung im Ausland unter folgenden Bedingungen:

Ärztin mit Laptop und Medikamenten_Quelle: shutterstock

  • Die Krankenbehandlung erfolgt in einem Staat der EU, des EWR bzw. in der Schweiz oder einem bilateralen Vertragsstaat. Die Behandlung erfolgt zu den Bedingungen und Rechtsvorschriften des Behandlungsstaates durch Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung (z.B. S2, E 112,...). In seltenen Einzelfällen ist eine Kostenübernahme auch für Behandlungen außerhalb Europas möglich.

  • Die Krankenbehandlung ist in Österreich als medizinische Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt.

  • Die Krankenbehandlung kann in Österreich nicht innerhalb eines Zeitraums durchgeführt werden, der aus medizinischer Sicht vertretbar ist.

  • Der behandelnde Arzt/ die Ärztin bzw. die jeweilige Behandlungseinrichtung (z.B. Krankenhaus) müssen die Behandlung im Ausland für notwendig halten und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) eine schriftliche Begründung mit Diagnose übermitteln. Dabei ist bereits eine konkrete Behandlungseinrichtung anzugeben. Die Entscheidung, ob die ÖGK die Kosten übernimmt, trifft der  medizinische Dienst der ÖGK. Eine persönliche Vorsprache ist nicht notwendig!


Wird die Behandlung genehmigt, erhalten Sie als Patient oder Patientin ein Anspruchsformular (E112 bzw. S2), das in allen Staaten der EU, des EWR bzw. in der Schweiz gültig ist. Dieses Formular legen Sie jenem Leistungserbringer bzw. jener Einrichtung vor, in der Sie behandelt werden. Als Patient/Patientin müssen Sie sich selbst um einen Termin für die Behandlung kümmern. In vielen Fällen finden Sie dabei Unterstützung bei Ihrem behandelnden Arzt in Österreich.


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So funktioniert die Abrechnung

Der Leistungserbringer/ die Leistungserbringerin bzw. das Krankenhaus im Ausland rechnet mit der jeweils zuständigen ausländischen Krankenkasse die Kosten ab. Die ausländische Krankenkasse schickt die Rechnung für Ihre Behandlung an die ÖGK. Sie müssen sich als Patient oder Patientin um nichts weiter kümmern. Ausgenommen von der Kostenübernahme sind im Behandlungsstaat vorgesehene Kostenbeiträge (z. B. Selbstbehalte, Rezeptgebühren), die Sie vor Ort zahlen müssen. Diese kann die ÖGK nicht zurückerstatten.  

Sollte eine Direktverrechnung mit der ausländischen Krankenkasse nicht möglich sein, müssen Sie die Kosten vorerst selbst bezahlen. Sie können dann die Rechnung für eine Kostenerstattung einreichen.


Eine Direktverrechnung mit der ausländischen Krankenkasse ist nicht möglich wenn z.B. das Krankenhaus mit dem Krankenversicherungsträger keinen Vertrag hat. Ebenso ist eine Direktverrechnung nicht möglich, wenn eine Leistung mit dem ausländischen Krankenversicherungsträger nicht abgerechnet werden kann (z.B. Privatleistungen, nicht anerkannte Behandlungsmethoden).

Bitte beachten Sie, dass eine Kostenerstattung nicht die vollen Kosten decken wird.

Fremdsprachige Rechnungen müssen übersetzt werden!

Nähere Informationen zur Kostenerstattung finden Sie bei den einzelnen Themenbereichen.


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Achtung:
Die hier genannten Regelungen gelten nicht für akut notwendige Krankenbehandlungen während eines Urlaubs, einer Dienstreise etc.!
In diesem Fall läuft die Abrechnung entweder über die Europäische Krankenversicherungskarte oder Sie müssen die Rechnung vorerst selbst bezahlen. Hinterher können Sie eine Kostenerstattung beantragen.