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Spitalsaufenthalt im Ausland


Der Schutz der sozialen Krankenversicherung ist bei vorübergehendem Aufenthalt in zahlreichen europäischen Ländern durch den Abschluss von zwischenstaatlichen Sozialversicherungsabkommen und dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. die Europäische Union (EU) gewährleistet.

Haben Sie sich aus dienstlichen Gründen im Ausland aufgehalten und ein Krankenhaus aufgesucht, dann wenden Sie sich bezüglich der Kostenübernahme an Ihre Dienstgeberin/Ihren Dienstgeber.

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EU-/EWR-Staaten und die Schweiz

Für diese Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK), die auf der Rückseite der e-card angebracht ist. Steht Ihnen keine gültige EKVK zur Verfügung oder wurde diese wegen Verlust gesperrt, stellt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) eine Ersatzbescheinigung in Papierform („Bescheinigung als provisorischer Ersatz für die Europäische Krankenversicherungskarte“) über Antrag in einerKundenservicestelle aus.

Gegen Vorlage der gültigen EKVK bzw. der provisorischen Ersatzbescheinigung können Sie alle Sachleistungen wie Arztbesuche oder Spitalsaufenthalte in Anspruch nehmen, die sich während eines vorübergehenden Aufenthaltes in einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat und der Schweiz, unter Berücksichtigung der Art der Leistung und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer, als medizinisch notwendig erweisen. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass die in Anspruch genommene Behandlungseinrichtung Vertragspartner/in des Krankenversicherungssystems des Aufenthaltsstaates ist.

Zu beachten ist, dass nach den gültigen Rechtsvorschriften des jeweiligen EU-/EWR-Mitgliedstaates Leistungen erbracht werden bzw. auch Selbstbehalte zu bezahlen sind.

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Geplanter Spitalsaufenthalt im Ausland

Wollen Sie eine geplante Behandlung in einem ausländischen Krankenhaus durchführen lassen, weil eine gleichwertige Behandlung in Österreich nicht oder nicht zeitgerecht möglich ist, so setzen Sie sich vor Inanspruchnahme dieser Leistung mit der ÖGK in Verbindung:

  • Leistungsabteilung
    Fachgruppe Krankenanstalten
    1100 Wien, Wienerbergstraße 15–19
    +43 5 0766-111130


Die Bewilligung für eine Kostenübernahme eines geplanten Krankenhausaufenthaltes kann nur mit einer medizinischen Stellungnahme einer Universitätsklinik (z.B.: AKH Wien)) unter der Voraussetzung gewährt werden, dass diese Behandlung im Inland nicht oder nicht rechtzeitig innerhalb eines medizinisch zumutbaren Zeitraumes durchgeführt werden kann. Wurde die Bewilligung durch den Medizinischen Dienst der ÖGK ausgesprochen, erfolgt die Kostenübernahme je nach Behandlungseinrichtung

  • entweder im Rahmen der Direktverrechnung mit dem ausländischen Krankenversicherungsträger
  • oder in Form des Kostenersatzes in Höhe jenes Betrages, der im Behandlungsland vorgesehen ist.


Auch hier sind von der/dem Versicherten die im Behandlungsland vorgesehenen Selbstbehalte zu tragen.

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Behandlung ohne EKVK

Wenn Sie die Kosten für ärztliche Behandlung, Spitalsaufenthalt usw. selbst bezahlt haben, weil Sie keinen entsprechenden Nachweis mitgeführt haben oder die EKVK von der Behandlungsstelle (z.B. Privatspital) nicht angenommen wurde, können Sie nach Ihrer Rückkehr die bezahlten Originalrechnungen zum Kostenersatz bei der ÖGK einreichen (Details zur Kostenerstattung: siehe unten).

Der Kostenersatz richtet sich nach den Tarifsätzen des jeweiligen Landes. Durch die notwendigen Tarifanfragen beim ausländischen Krankenversicherungsträger kann es im Einzelfall zu erheblichen Verzögerungen bei der Bearbeitung Ihrer Rechnungen kommen. 

Manche Länder sehen für bestimmte Leistungen Selbstbehalte vor, die vom österreichischen Krankenversicherungsträger nicht ersetzt werden können.

Wird der Spitalsaufenthalt im EU-/EWR-Mitgliedsstaat oder in der Schweiz durch unseren Medizinischen Dienst gemessen an der Aufenthaltsdauer als nicht notwendig beurteilt oder erfolgte die Ausreise ohne vorheriger Genehmigung zum Zweck der Behandlung im anderen Staat, kann keine zwischenstaatliche Abrechnung erfolgen. Der/dem Versicherten wird bei Vorlage der saldierten Rechnung nur der höchstmögliche Pflegekostenzuschuss nach österreichischer Rechtslage in der Höhe von EUR 266,87 bzw. 90 Prozent dieses Betrages für Angehörige ersetzt (siehe nachfolgend „Kostenersatz“).

Details zur Regelung in den einzelnen Staaten:
Krank im Urlaub

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Kostenerstattung

Nehmen Versicherte (Angehörige) einen notwendigen Spitalsaufenthalt in einer ausländischen Krankenanstalt in Anspruch, erbringt die ÖGK nach Überprüfung durch den Medizinischen Dienst einen maximalen Pflegekostenzuschuss in der Höhe eines täglichen Pauschalbetrages:
EUR 266,87 für Versicherte. Dieser Tagespauschalsatz verringert sich um 10 Prozent für Angehörige. Liegen die Kosten unter dem täglichen Pauschalsatz, wird nur der tatsächliche Aufwand ersetzt.

Zur Abdeckung anfallender Restkosten raten wir zum Abschluss einer privaten Reiseversicherung.

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Unterlagen für die Kostenerstattung

  • Originalrechnung mit Zahlungsbestätigung
  • Aufenthaltsbestätigung
  • Detaillierter Befundbericht mit täglichem Dekurs (Fieberkurve), in Nicht-EU-Staaten bzw. in Staaten, mit denen kein Abkommen über soziale Sicherheit besteht, in deutscher bzw. englischer Sprache
  • Bekanntgabe der Bankverbindung
  • Unser Formblatt Kostenersatz (564.1 KB) gem. §150 ASVG von der Versicherten/dem Versicherten ausgefüllt und unterschrieben.

Die Unterlagen können Sie:

  • persönlich in einer Kundenservicestelle abgeben
    ODER

  • per Post einschicken an die
    Österreichische Gesundheitskasse
    Krankenanstalten
    Wienerbergstraße 15-19, 1100 Wien

Leistungsansprüche aus der gesetzlichen Krankenversicherung können nur von der/dem Versicherten oder ihrem/seinem gesetzlichen Vertreter/in geltend gemacht werden und nur an sie/ihn angewiesen werden. Bei einem Antrag auf Kostenersatz für einen Spitalsaufenthalt handelt es sich um einen Sachleistungsanspruch, der auch dann nicht übertragen oder verpfändet werden kann, wenn die/der Versicherte hierzu ihre/seine Zustimmung erteilt. Demzufolge kann ein Kostenersatz nicht an eine Privatversicherung abgetreten werden. Die Auszahlung des Kostenersatzes erfolgt immer an die Versicherte/den Versicherten unserer Kasse.