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"Gratiszahnspange" bei erheblicher Zahn- und Kieferfehlstellung


Alle Kinder und Jugendlichen mit schwerer Zahnfehlstellung sollen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern die Chance auf ein gesundes Gebiss haben. Stellt der Vertragskieferorthopäde eine gesundheitlich relevante Fehlstellung fest, wird die Behandlung bei Vertragspartnern oder in den Zahngesundheitszentren der ÖGK zur Gänze auf Kosten des Sozialversicherungsträgers erfolgen.

Als Kriterium für die Feststellung dient dabei der Index of Orthodontic Treatment Need (IOTN). Bei den Schweregraden 4 oder 5 ist eine Behandlung notwendig.

Wer bekommt eine kostenlose Zahnspange?

  • Kinder ab dem 6. bis zum vollendeten 10. Lebensjahr bei bestimmten Fehlentwicklungen. Ziel dieser Frühbehandlung ist die frühe Korrektur von Zahnfehlstellungen, um eine möglichst normale Weiterentwicklung des Gebisses zu ermöglichen. Meistens wird in diesen Fällen mit abnehmbaren Zahnspangen gearbeitet. Hier spricht man von einer „Interzeptiven kieferorthopädische Behandlung“ bzw. „Frühkindlichen Behandlung“.

  • 10– bis 18-jährige Jugendliche mit medizinisch behandlungsbedürftigen Fehlstellungen der Zähne. In dieser Altersgruppe wird mit festsitzenden Zahnspangen das beste Ergebnis erzielt. Die Behandlung dauert in der Regel 1bis 3 Jahre. Hier spricht man von einer „Kieferorthopädischen Hauptbehandlung“.

 

Welche Leistungen  werden von der ÖGK im Rahmen der Kieferorthopädischen Behandlung von Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr zusätzlich übernommen?

  • Einmalige Erstberatung durch einen Zahnarzt
  • Zweimalige Feststellung des IOTN-Grades zw. dem 12. und 18. Lj. durch einen Kieferorthopäden
  • Eine Reparatur bei der frühkindlichen Zahnspange (interzeptive Behandlung
  • Zwei Reparaturen bei der Zahnspange ab dem 10. Lj. (Kieferorthopädische Hauptbehandlung)
  • Allenfalls weitere notwendige Reparaturen nach Vorbewilligung durch die ÖGK

 

Kostenerstattung für „Gratiszahnspangen“: 

Die ÖGK prüft im Einzelfall, ob eine Kostenerstattung möglich ist. Wenn ja, erstattet sie für kieferorthopädische Leistungen 80 Prozent des gültigen Kassentarifes (nicht des Rechnungsbetrags). Diese Kostenerstattung darf das tatsächlich von Ihnen entrichtete Honorar jedoch nicht übersteigen. Die Bewilligung einer kieferorthopädischen Behandlung wird Ihnen schriftlich mitgeteilt.

Achtung: Eine Kostenerstattung einer KFO-Hauptbehandlung ist nur dann möglich, wenn sie bei einem Wahl-Kieferorthopäden in Anspruch genommen wird und dieser Beginn der Behandlung gegenüber der ÖGK den Nachweis der entsprechenden fachlichen Ausbildung und Erfahrung erbracht hat.  

Die Kostenerstattung für eine KFO-Hauptbehandlung wird in drei Teilbeträgen auf folgender Basis durchgeführt:

  1. Teilbetrag: 45% des Vertragstarifes für die kieferorthopädische Hauptbehandlung für jenen Zeitraum, in den der Behandlungsbeginn fällt;

  2. Teilbetrag: 25% des Vertragstarifes für die kieferorthopädische Hauptbehandlung für jenen Zeitraum, in dem das erste Behandlungsjahr abgeschlossen ist;

  3. Teilbetrag: 30% des Vertragstarifes für die kieferorthopädische Hauptbehandlung für jenen Zeitraum, in den das Behandlungsende fällt. Zur Durchführung der Teilzahlungen ist jeweils die saldierte Originalhonorarnote vorzulegen. 

Kostenerstattung für Interzeptive kieferorthopädische Behandlung:

Nach Abschluss der Behandlung ist die saldierte Honorarnote samt Bewilligungsschreiben der ÖGK vorzulegen. Weiters ist der Behandlungserfolg anhand der vom Behandler erstellten medizinischen Unterlagen nachzuweisen. In diesem Fall leistet die ÖGK eine Kostenerstattung in der Höhe von 80 % des Vertragstarifs (2021: € 769,60), höchstens jedoch den Rechnungsbetrag.