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Was ist Diabetes mellitus?


Diabetes mellitus bedeutet wörtlich "honigsüßer Durchfluss". Auch als Zuckerkrankheit bekannt, ist er eine chronische Stoffwechselstörung. Durch Insulinmangel und/oder verminderte Insulinwirkung kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten. Bei ca. 6 % der Österreicher wurde Diabetes diagnostiziert. Davon sind in etwa 10 % Typ 1 Diabetiker und etwa 90 % Typ 2 Diabetiker.

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Wie kommt der Zucker ins Blut?

Durch die Nahrung werden Kohlenhydrate (u. a. enthalten in Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Zucker, Süßwaren, Mehlspeisen usw.) aufgenommen und zu Traubenzucker abgebaut. Dieser wird über die Darmwand ins Blut aufgenommen. Somit steigt der Blutzucker. Über das Blut wird diese dringend notwendige Energie zu den Körperzellen gebracht.

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Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel in einer bestimmten Höhe (60 – 140 mg/dl) bleibt. Mithilfe des Insulins wird der Zucker aus dem Blut in die Zellen abtransportiert. Dadurch sinkt der Blutzucker.

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Welche Diabetestypen gibt es?

Diabetes mellitus Typ 1
Typ 1 Diabetes wurde früher „Jugenddiabetes“ genannt. Die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Langerhans‘sche Inselzellen) werden durch eine Autoimmunerkrankung zerstört. Der Patient muss ab Diagnose sein Leben lang Insulin spritzen (= Insulinmangeldiabetes).


Diabetes mellitus Typ 2 (ca. 90% aller Diabetiker)
Beim Diabetes mellitus Typ 2, früher auch „Alterszucker“ genannt, unterscheidet man 2 verschiedene
Arten:

  • Den meist normalgewichtigen Diabetiker, dessen Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert (Insulinsekretionsstörung). Dies geschieht durch einen natürlichen Alterungsprozess.
    Manchmal können Tabletten für kurze Zeit die Insulinproduktion noch anregen. Oft ist jedoch eine Kombination aus Tabletten und Insulin oder eine reine Insulintherapie sinnvoller.
  • Den meist übergewichtigen Diabetiker, dessen Insulin durch das Übergewicht nicht wirken kann (Insulinresistenz). Oft sind zusätzlich auch der Blutdruck, die Blutfette und die Harnsäure erhöht – man spricht dann von einem metabolischen Syndrom. Erste Maßnahmen sind die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und mehr Bewegung. Darüber hinaus gibt es Medikamente, die die Insulinwirkung verbessern können. Gelingt die Gewichtsabnahme jedoch nicht oder dauert die Erkrankung viele Jahre, kann sich ein absoluter Insulinmangel entwickeln, sodass Insulin gespritzt werden muss.
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Ursachen für Diabetes mellitus

Gründe für Diabetes können sein:

  • Erbliche Vorbelastung
  • Lebensstil:
    • Übergewicht
    • Bewegungsmangel
    • Ungesunde Ernährung
    • Rauchen
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Diagnose

Die Diagnose einer Zuckerkrankheit wird durch Messung erhöhter Blutzuckerwerte (Nüchternwert, Nicht-Nüchternwert) an mindestens 2 verschiedenen Tagen gestellt oder im Rahmen eines Glukosetoleranztests durchgeführt. Dies muss mit einer Blutabnahme (und nicht mit "Fingerstechen") erfolgen.
Auch eine Diagnosestellung mittels des HbA1c (Blutzuckerlangzeitwert) ist möglich.

Normale
BZ-Werte
Gestörte Glukosetoleranz Diabetes
Nüchtern unter 100 mg/dl 100 – 125 mg/dlab 126 mg/dl

2 Stunden nach OGTT

unter 140 mg/dl140 – 199 mg/dlab 200 mg/dl
HbA1c

unter 5,7 %
(unter 38 mmol/mol)

5,7 – 6,5 %
(38 – 48 mmol/mol)

ab 6,5 %
(ab 48 mmol/mol)

Zuletzt aktualisiert am 22. September 2020