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Ein besonderes Service der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in OÖ hilft schwer Erkrankten und Unfallopfern

Ein schwerer Unfall, ein Schlaganfall, eine Krebserkrankung — Ereignisse wie diese sorgen bei Patienten und ihren Familien für eine extreme Belastung. Betroffene finden sich plötzlich in einer unüberschaubaren Situation wieder: Wie erhalte ich einen Rollstuhl, einen Badewannen-Lifter, einen Reha-Platz? Werde ich wieder arbeiten können? Und wenn nicht: Wie geht es weiter? Für diese Situationen hat die ÖGK in OÖ ein besonderes Betreuungskonzept entwickelt, das in ganz Oberösterreich angeboten wird: "Netzwerk Hilfe" unterstützt Betroffene auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Rasch, kompetent und kostenlos.

Unser Gesundheits- und Sozialsystem wird immer leistungsfähiger. Für die Betroffenen bedeutet das aber auch, dass das Angebot an medizinischen und sozialen Leistungen immer unüberschaubarer wird. Gerade bei plötzlich auftretenden, akuten Gesundheitsproblemen fühlen sich Patienten und Angehörige daher oft völlig überfordert. Zur Sorge um die Gesundheit kommen Existenz-Ängste und scheinbar unlösbare Fragen hinzu. In dieser Situation bietet das "Netzwerk Hilfe" den Betroffenen kompetente Hilfe und begleitet sie bis zu einem gemeinsam vereinbarten Ziel. "Netzwerk Hilfe" will nicht in eine vom Hausarzt verordnete Therapie eingreifen und in Konkurrenz zu Ärzten, aber auch anderen Anbietern — wie z.B. Hauskrankenpflege —  treten.

Das "Netzwerk Hilfe" beruht auf dem Konzept des Case Management, das aus den USA stammt. Von der ÖGK in OÖ wurde das Konzept weiterentwickelt und auf die speziellen Fragestellungen ihrer Kunden übertragen. "Netzwerk Hilfe" tritt in Aktion, wenn das von den Betroffenen gewünscht wird. "Netzwerk Hilfe" wird aber auch aktiv angeboten, wenn dies beispielsweise vom diplomierten Pflegepersonal im Spital vorgeschlagen wird. Auch die Verordnung eines Krankenbettes für zu Hause ist für die ÖGK ein Signal, dass in dieser Familie ein größeres gesundheitliches Problem eingetreten ist. Dass also möglicherweise Unterstützung benötigt wird.

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Gemeinsame Ziele zwischen Patienten, Angehörigen und "Netzwerk Hilfe"

Wird "Netzwerk Hilfe" gewünscht, so wird zwischen dem "Netzwerk Hilfe"-Betreuer und den Betroffenen ein gemeinsames Ziel vereinbart. Bei einem Schlaganfall kann dieses Ziel beispielsweise lauten, dass der Patient so weit begleitet wird, bis er seinen Lebensalltag wieder ohne Unterstützung bewältigen kann. Sein "Netzwerk Hilfe"-Betreuer informiert, koordiniert, vermittelt und bewältigt Schnittstellen. Er sorgt für einen möglichst raschen Reha-Platz in einer für den Fall geeigneten Einrichtung, vermittelt die entsprechenden Therapien und hilft beim Pensionsantrag, wenn eine Rückkehr in den Arbeitsprozess nicht mehr möglich erscheint. Die Leistungen von "Netzwerk Hilfe" beschränken sich also weder auf den eigentlichen Zuständigkeitsbereich einer Kranken- und Gesundheitskasse noch werden bloß Kontaktadressen und Telefonnummern weitergegeben. Vielmehr soll ein individuelles Versorgungspaket zu einer möglichst raschen Hilfe führen. Zudem sollen alle Fragen, die durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung aufgetreten sind, geklärt werden.

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Flächendeckendes Angebot an Netzwerk Hilfe

Die achtmonatige Ausbildung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit (PROGES) entwickelt und durchgeführt. Wesentliches Merkmal von "Netzwerk Hilfe" ist eben das Netzwerk, das sich jeder Betreuer vor Ort aufbaut, um daraus bei Bedarf die von den Betroffenen benötigten Leistungen abzurufen oder zu koordinieren. Dieses Netzwerk reicht vom regionalen Spital über die Vertragsärzte, Bandagisten, Sozialen Dienste und Selbsthilfegruppen bis hin zum AMS und der Pensionsversicherung. Mit über 70 Netzwerk Hilfe-Betreuern steht das besondere Kundenservice flächendeckend in ganz Oberösterreich zur Verfügung.

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Nutzen für alle Beteiligten

Nicht nur die Patienten und ihre Angehörigen profitieren vom "Netzwerk Hilfe". Auch die ÖGK in OÖ zieht Vorteile aus diesem besonderen Kundenservice. Primär hofft die ÖGK in OÖ, die Zufriedenheit ihrer Kunden weiter ausbauen zu können. Darüber hinaus ermöglicht der koordinierende Eingriff von "Netzwerk Hilfe", Behandlungsverläufe vor allem an den Schnittstellen zwischen Spital, Reha, Arzt und Pflege besser abzustimmen. Dadurch wird die Heilung beschleunigt, Patienten können schneller wieder ihr gewohntes Leben — so weit wie möglich — aufnehmen. Gleichzeitig steigt die Qualität der Versorgung: Da diese besser am individuellen Bedarf des Patienten ausgerichtet werden kann, werden teure Fehlversorgungen ausgeschlossen.


Zuletzt aktualisiert am 17. Februar 2020