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Was Kinder wirklich brauchen (von Mag. Nicole Seiler)


Die Hits der Kids auf dem Prüfstand

Foto: Mag. Nicole Seiler, Ernährungswissenschafterin Eltern versorgen ihren Nachwuchs nicht nur mit Genen, sondern auch mit vorgelebten Essgewohnheiten. Kinder lernen durch Nachahmen und ständiges Wiederholen, dabei werden die Gewohnheiten in jungen Jahren erworben und gefestigt.

Die Verantwortung der Erwachsenen ist also groß. Denn es ist nicht egal, was wir in uns hineinfüllen. Die Qualität der Nahrung bestimmt mit, mit welcher Energie wir durch den Tag gehen. Einseitiges Essen macht sich bei Kindern schnell bemerkbar: Sie werden zappelig oder unkonzentriert, ermüden schneller und sind möglicherweise, aber nicht automatisch, anfälliger für Krankheiten.

Dazu kommt, dass im Alltag immer seltener richtig gekocht wird. Sei es aus Zeitmangel, fehlendem Wissen oder Bequemlichkeit. Oft fehlt uns schon der Bezug zu natürlichen Nahrungsmitteln. Wir sprechen nicht mehr von Kartoffelsorten, sondern von unterschiedlichen Anbietern bei Pommes, Wedges & Co.

Aber auch wenn man sich bemüht, dem Nachwuchs die Mahlzeiten selbst & frisch zuzubereiten, ist die Konkurrenz stark. Lebensmittelkreationen, speziell für Kinder, überschwemmen den Markt. Weltweite Marketingkonzepte haben die Kinder als ideale Zielgruppe für neue Produkte entdeckt. Sie lassen sich schnell und einfach von Namen, Formen und kleinen Geschenken beeindrucken, haben immer mehr Geld zur Verfügung und großen Einfluss auf das Einkaufsverhalten der Eltern.

Mitten in diesem Schlaraffenland an Essen wird es immer schwieriger die richtige Auswahl zu treffen. Die theoretisch gesunde Ernährung mit der alltäglichen Praxis unter einen Hut zu bekommen, stellt uns alle vor Probleme. Deshalb wird mit großen Sagern die Lösung unserer Schwierigkeiten versprochen. Die „ideale Schuljause“, „die Extraportion Milch“, „so wertvoll wie ein kleines Steak“ - das Ganze mit Vitaminen angereichert und herzig bzw. cool verpackt.

Was hinter diesen vollmundigen Ankündigungen steckt und vor allem was da so an „Nebenwirkungen“ mit dabei ist, ist Inhalt des Vortrages. Natürlich werden auch sinnvolle Alternativen angesprochen, die günstig, ansprechend und mit gutem Gewissen den Kindern angeboten werden können.

Essen und Trinken ist und bleibt aber eine genussvolle Angelegenheit und sollte NICHT NUR von Gesundheitsfaktoren beeinflusst sein.


Autorin:
Mag. Nicole Seiler
Ernährungswissenschaftlerin
Wienerstraße 105, 2500 Baden
E-Mail
Homepage: www.nicoleseiler.at

Zuletzt aktualisiert am 31. Oktober 2019