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Primärversorgung in NÖ

Die Stärkung der Primärversorgung nach internationalem Vorbild in Österreich ist ein zentrales Anliegen der Gesundheitsreform.

Ziel der Primärversorgung ist die Schaffung einer zentralen allgemeinmedizinischen Anlaufstelle für die gesundheitlichen Anliegen und Probleme der Bevölkerung. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat mit der niederösterreichischen Ärztekammer in der „gesamtvertraglichen Honorierungsvereinbarung für Primärversorgungseinheiten in NÖ“ die wesentlichen Grundlagen für die Erreichung dieses Ziels festgelegt.

Primärversorgung

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Was sind die Voraussetzungen für die Gründung?

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Personal

  • Mindestens 3 Allgemeinmedizinerinnen bzw. Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag schließen sich freiwillig zu einer Gruppenpraxis oder einem Verein zusammen oder es besteht bereits eine Vertrags-Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin mit mindestens 3 Gesellschafterinnen bzw. Gesellschaftern. 


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Ein Zentrum besteht aus mindestens 2,5 VZÄ-Gesellschafterinnen bzw. -Gesellschaftern (Ärztinnen bzw. Ärzte für Allgemeinmedizin), wobei 1 VZÄ 20 Wochenstunden entspricht. 


Ein Netzwerk umfasst mindestens 3 ärztliche Ordinationen (= mindestens 2,5 Planstellen für Allgemeinmedizin) in mindestens 2 vorzugsweise ländlichen Gemeinden (Gemeinden mit maximal 3 Planstellen für Allgemeinmedizin). Zwischen den einzelnen  Standorten muss ein örtlicher Zusammenhang erkennbar sein, wobei die Fahrzeit mit dem PKW zwischen den Netzwerkstandorten, die am weitesten voneinander entfernt liegen, ca. 20 Minuten betragen darf.


  • Mindestens 20 Wochenstunden diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal pro VZÄ-Gesellschafterin bzw. -Gesellschafter und VZÄ-Standort
  • Ordinationsassistentinnen oder Ordinationsassistenten zur lückenlosen Abdeckung der Öffnungszeiten
  • Orts- und bedarfsabhängig kann eine Fachärztin oder ein Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Teil des Teams sein
  • Kooperation im multiprofessionellen Team.
    Als Mitglieder des erweiterten Teams kommen unter anderem folgende Berufsgruppen in Betracht (entweder als Angestellte oder im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung): Logopädin bzw. Logopäde, Physiotherapeutin bzw. Physiotherapeut, Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeut, Sozialarbeiterin bzw. Sozialarbeiter, Diätologin bzw. Diätologe, Klinische Psychologin bzw. Klinischer Psychologe, Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut, Hebamme, mobile Dienste.
    An jedem Standort sind Terminvereinbarungen mit allen Mitgliedern des erweiterten Teams zu gewährleisten.
  • Bei Bedarf eine PV-Managerin oder ein PV-Manager zur administrativen und organisatorischen Unterstützung, vor allem in der Startphase des Projekts

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Rechtliches

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Honorierung

  • Die Honorierung erfolgt entsprechend der Vereinbarung mit den niederösterreichischen Krankenversicherungsträgern. Sie gliedert sich in eine
    • kontaktunabhängige Grundvergütung zur Abgeltung spezifischer Personal- und Sachmehrkosten pro VZÄ-Gesellschafterin bzw. –Gesellschafter und Standort,
    • eine nach Alterskohorten gegliederte Kopfpauschale,
    • einzelne definierte Leistungspositionen sowie Leistungen im Rahmen des Bereitschaftsdienstes.
  • Mitglieder des multiprofessionellen Teams werden in Abhängigkeit von der Art der Zusammenarbeit honoriert (entsprechend zu vereinbarender, nachzuweisender Gehaltskosten oder nach abrechenbarer Leistung durch die Sozialversicherung)

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Verpflichtendes Leistungsspektrum

Umfassendes Leistungsspektrum von der medizinischen Grundversorgung über die Betreuung chronisch Kranker bis hin zu Gesundheitsförderung und Prävention

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Kontinuität der Behandlung

Es erfolgt eine Koordination und Kontinuität in der Behandlung und Betreuung der Patientinnen und Patienten. Die Einsichtsmöglichkeit in die Patientenakte ist für jedes Teammitglied unter Berücksichtigung der rechtlichen Grundlagen zu gewährleisten.

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Dokumentation

Die Codierung der Diagnosen wird nach den geltenden medizinischen Standards, derzeit ICPC-2 (International Classification of Primary Care), vorgenommen.

Zuletzt aktualisiert am 15. April 2021