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Väterfrühkarenz

Stand: 19.2.2020


Frühkarenzmodelle für Väter ermöglichen berufstätigen Vätern, ihr Dienstverhältnis in den ersten Lebenswochen ihres Kindes zu unterbrechen und das Neugeborene gemeinsam mit der Mutter zu betreuen. Nachstehend finden Sie einen Überblick über die sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen der möglichen Varianten des Papamonates. 

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Papamonat

Für Dienstnehmer besteht ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf Väterfrühkarenz laut Väter-Karenzgesetz (VKG). Weiters besteht ein Anspruch auf Väterfrühkarenz auf gesetzlicher Basis im öffentlichen Dienst sowie in einigen Branchen auf kollektivvertraglicher Ebene. 

Besteht kein Anspruch, können Dienstnehmer und Dienstgeber vertraglich einen Karenzurlaub (= Arbeitsunterbrechung ohne Entgeltzahlung) vereinbaren.

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Väterfrühkarenz laut Väter-Karenzgesetz

Bei der Väterfrühkarenz laut § 1a VKG endet die Pflichtversicherung mit dem Ende des Entgeltanspruches, da Anspruch auf eine Freistellung besteht. Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind erforderlich.

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Väterfrühkarenz im öffentlichen Dienst

Bei Vätern, die einen Frühkarenzurlaub nach § 29o Vertragsbedienstetengesetz oder gleichartigen landesgesetzlichen Bestimmungen in Anspruch nehmen, besteht die Pflichtversicherung weiter (vgl. § 11 Abs. 3 lit. b Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - ASVG). Es ist somit keine Abmeldung zu erstatten.

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Väterfrühkarenz laut Kollektivvertag

Bei einer Väterfrühkarenz laut Kollektivvertrag (KV) endet die Pflichtversicherung unabhängig von der Dauer der Väterfrühkarenz mit dem Ende des Entgeltanspruches, da Anspruch auf Freizeit besteht. Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind erforderlich.

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Vereinbarter Karenzurlaub

Wird Karenzurlaub bis zu einem Monat vereinbart, besteht die Pflichtversicherung weiter. Der Dienstnehmer trägt für diesen Zeitraum den gesamten Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag sowie gegebenenfalls den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag. Der Dienstgeber hat den Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz und gegebenenfalls den Nachtschwerarbeits-Beitrag sowie den Weiterbildungsbeitrag nach dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz weiter zu entrichten. Der Wohnbauförderungsbeitrag, die Arbeiter- bzw. die Landarbeiterkammerumlage (LK) entfallen (Ausnahme: in Kärnten und in der Steiermark ist die LK vom Dienstnehmer weiter zu entrichten). 

Wird ein Karenzurlaub für länger als einen Monat vereinbart, endet die Pflichtversicherung. Eine Abmeldung sowie eine Anmeldung vor Wiederaufnahme der Beschäftigung sind zu erstatten. 

Ein Beispiel zur Beitragsabrechnung bei kürzer als einen Monat andauerndem unbezahlten Urlaub finden Sie unter dem Link "Unbezahlter Urlaub" in der Rubrik "Mehr zum Thema". 

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Überblick 


Väterfrühkarenz lt. Väter-Karenzgesetz (VKG)
ein Monat (Naturalmonat)
Personenkreis Dienstnehmer (ausgenommen freie Dienstnehmer)
Rahmenbedingungen Voraussetzungen gemäß § 1a VKG
Pflichtversicherung endet mit dem Tag vor Beginn der Väterfrühkarenz
Meldungen zur Sozialversicherung (SV) Abmeldung innerhalb von sieben Tagen nach Ende der Pflichtversicherung, Wiederanmeldung vor Arbeitsantritt bei Rückkehr

Abmeldegrund: "SV-Ende - Beschäftigung aufrecht"

Betriebliche Vorsorge (BV) keine Beitragsleistung
BV-Zeit nicht unterbrochen - Feld "Betriebliche Vorsorge Ende" bleibt leer
Wer trägt die SV-Beiträge? keine Beitragsleistung
Finanzielle Leistung für den Dienstnehmer Familienzeitbonus, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind

 


Väterfrühkarenz im öffentlichen Dienst
Personenkreis Bedienstete des Bundes sowie der Bundesländer (ausgenommen Kärnten)
Rahmenbedingungen Voraussetzungen gemäß § 29o Vertragsbedienstetengesetz oder gleichartiger landesgesetzlicher Bestimmungen
Pflichtversicherung besteht weiter (gemäß § 11 Abs. 3 lit. b Allgemeines Sozialversicherungsgesetz)
Meldungen zur Sozialversicherung (SV) keine Abmeldung
Betriebliche Vorsorge (BV) keine Beitragsleistung
BV-Zeit nicht unterbrochen
Wer trägt die SV-Beiträge? Dienstgeber (Wohnbauförderungsbeitrag, Arbeiter- bzw. Landarbeiterkammerumlage entfallen)
Finanzielle Leistung für den Dienstnehmer Familienzeitbonus, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind

 


Väterfrühkarenz laut Kollektivvertrag (KV)
Personenkreis Dienstnehmer, auf die KV anzuwenden sind, die Väterfrühkarenz regeln (z. B. KV der Banken, Sparkassen)
Rahmenbedingungen Voraussetzungen laut jeweils anzuwendendem KV
Pflichtversicherung endet mit dem Tag vor Beginn der Väterfrühkarenz
Meldungen zur Sozialversicherung (SV) Abmeldung innerhalb von sieben Tagen nach Ende der Pflichtversicherung, Wiederanmeldung vor Arbeitsantritt bei Rückkehr
Abmeldegrund: "SV-Ende - Beschäftigung aufrecht“
Betriebliche Vorsorge (BV) keine Beitragsleistung
BV-Zeit nicht unterbrochen, wenn bis zu einem Monat - Feld "Betriebliche Vorsorge Ende" bleibt leer; BV-Zeit unterbrochen, wenn länger als einen Monat - Feld "Betriebliche Vorsorge Ende" = Ende Entgeltanspruch
Wer trägt die SV-Beiträge? keine Beitragsleistung
Finanzielle Leistung für den Dienstnehmer Familienzeitbonus, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind

 


Vereinbarter Karenzurlaub (= Arbeitsunterbrechung ohne Entgeltzahlung)
länger als einen Monat bis zu einem Monat
Personenkreis sämtliche Dienstnehmer
Rahmenbedingungen  keine besonderen Voraussetzungen erforderlich, meist wird eine (schriftliche) Vereinbarung zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer geschlossen
Pflichtversicherung endet mit dem Tag vor Beginn des vereinbarten Karenzurlaubes besteht weiter
Meldungen zur Sozialversicherung (SV) Abmeldung innerhalb von sieben Tagen nach Ende der Pflichtversicherung, Wiederanmeldung vor Arbeitsantritt bei Rückkehr keine Abmeldung


Abmeldegrund: "Länger als 1 Monat währender unbezahlter Urlaub"
Betriebliche Vorsorge (BV) keine Beitragsleistung
BV-Zeit unterbrochen - Feld "Betriebliche Vorsorge Ende" = Ende Entgeltanspruch BV-Zeit nicht unterbrochen

Wer trägt die SV-Beiträge?

 

keine Beitragsleistung Dienstnehmer (Sonderbestimmungen)
Finanzielle Leistung für den Dienstnehmer keine finanzielle Leistung keine finanzielle Leistung