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Leistungen Dritter richtig abrechnen

Veröffentlichung: NÖDIS Nr. 9/5.7.2019


Wie Leistungen von einem Dritten beitragsrechtlich zu behandeln sind, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel. 

In die Beitragsgrundlage eines Dienstnehmers können auch Bezüge einfließen, die nicht vom Dienstgeber, sondern von einem Dritten bezahlt werden. 

Voraussetzung dafür ist, dass der Dienstnehmer diese Bezüge auf Grund seines Dienstverhältnisses erhält. Es muss ein ausreichender innerer Zusammenhang (inhaltliche und zeitliche Verschränkung) mit dem Dienstverhältnis bestehen. Maßgebend ist weiters, dass der Dienstgeber selbst ein betriebliches Interesse daran hat, dass der Dienstnehmer für einen Dritten bestimmte Arbeiten verrichtet. Zu den typischen beitragspflichtigen Drittbezügen zählen Trinkgelder und Provisionen.

Trinkgelder

In der Sozialversicherung gelten Trinkgelder als Entgelt Dritter und unterliegen somit der Beitragspflicht. Sie erhöhen daher im jeweiligen Beitragszeitraum die allgemeine Beitragsgrundlage. 

Für bestimmte Gruppen von Dienstnehmern werden je nach Branche und je nach Bundesland unterschiedlich hohe Trinkgeldpauschalen der Beitragsberechnung zu Grunde gelegt.

Provisionen

Erhält der Dienstnehmer z. B. durch die Vermittlung von Bauspar-, Versicherungsverträgen und dergleichen oder durch Werben von Kreditkartenkunden Provisionen von Dritten, gehören diese (wenn die genannten Voraussetzungen vorliegen) zum Entgelt und sind beitragspflichtig zu behandeln. 

Provisionen, die von Dritten an den Dienstgeber und von diesem an seine Dienstnehmer gezahlt werden, sind ebenfalls beitragspflichtig. 

Autorin: Mag. (FH) Karina Sandhofer/NÖGKK