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Unentschuldigtes Fernbleiben

Veröffentlichung: NÖDIS Nr. 8/28.6.2019


Vereinzelt kommt es vor, dass Dienstnehmer unentschuldigt nicht zur Arbeit erscheinen. Für den Dienstgeber stellen sich dabei zwei zentrale Fragen. Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen hat ein derartiges Fernbleiben und wie komme ich meiner Meldeverpflichtung gegenüber der Sozialversicherung korrekt und zeitgerecht nach.

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Arbeitsrecht

Dass der Dienstnehmer anlässlich seines Fernbleibens von der Arbeit seiner Meldeverpflichtung gegenüber seinem Dienstgeber nicht nachgekommen ist, kann unterschiedlichste Gründe haben (z. B. schwere Erkrankung bzw. Unfall). Das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz lässt somit keinesfalls den sofortigen Schluss zu, dass der Dienstnehmer seinen vorzeitigen Austritt erklärt hat und das Beschäftigungsverhältnis somit arbeitsrechtlich endet. 

Ein vorzeitiger Austritt kann in Berücksichtigung der herrschenden Rechtsprechung lediglich dann angenommen werden, wenn keine noch so geringen Zweifel bestehen, dass der Dienstnehmer das Beschäftigungsverhältnis auf diese Art und Weise beenden wollte. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn der Dienstnehmer verlangt, ihm seine Arbeits­papiere auszuhändigen bzw. er bereits eine neue Beschäftigung bei einem anderen Dienstgeber angetreten hat. 

Auch eine sofortige Entlassung seitens des Dienstgebers ist in solchen Fällen im Hinblick auf die vorstehenden Ausführungen sehr problematisch. Hier ist im Vorfeld zu klären, ob überhaupt ein Grund vorliegt, der eine sofortige Entlassung rechtfertigt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Falle eines unentschuldigten Fernbleibens vom Arbeitsplatz keine voreiligen Schlüsse gezogen oder Maßnahmen gesetzt werden sollten. Tritt ein solcher Fall ein, empfehlen wir sich jedenfalls von der zuständigen Interessenvertretung (z. B. Wirtschaftskammer) eingehend beraten zu lassen.

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Sozialversicherung

Die Pflichtversicherung endet mit dem Ende des Entgeltanspruches. Dem Dienstnehmer gebührt für die Dauer seines unentschuldigten Fernbleibens vom Arbeitsplatz grundsätzlich kein Entgelt. Eine Abmeldung von der Sozialversicherung hat binnen sieben Tagen nach dem Wegfall des Entgeltanspruches zu erfolgen. 

Im Falle eines unentschuldigten Fernbleibens vom Arbeitsplatz empfehlen wir, sich jedenfalls von der zuständigen Interessenvertretung eingehend beraten zu lassen. Eine sofortige Entlassung seitens des Dienstgebers kann in derartigen Fällen oftmals äußerst problematisch sein.


Autor: Hannes Holzinger/NÖGKK