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Übernahme von Dienstnehmeranteilen zur Sozialversicherung durch den Dienstgeber

Veröffentlichung: NÖDIS Nr. 3/9.2.2018 


Übernimmt ein Dienstgeber jene Anteile zur Sozialversicherung (SV), die eigentlich der Dienstnehmer zu tragen hätte, stellt dies grundsätzlich einen beitragspflichtigen Vorteil aus dem Dienstverhältnis dar. Doch es gibt Ausnahmen:

1.) Altersteilzeit
Bei Dienstnehmern, für die der Dienstgeber Altersteilzeitgeld bezieht, ist als Beitragsgrundlage die Grundlage vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit heranzuziehen (§ 44 Abs. 1 Z 10 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz – ASVG).

Bei der Altersteilzeit übernimmt der Dienstgeber die Dienstnehmeranteile zur SV vom Differenzbetrag zwischen dem Altersteilzeitentgelt zuzüglich Lohnausgleich und der 100%igen SV-Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit. Diese Übernahme der Dienstnehmeranteile führt zu keiner Erhöhung der "fixen" Beitragsgrundlage nach § 44 Abs. 1 Z 10 ASVG.

2.) 20 %-Regelung
Diese besagt Folgendes: Der den Dienstnehmer belastende Teil der allgemeinen Beiträge darf zusammen mit dem von ihm zu leistenden Beitrag zur Arbeitslosenversicherung 20 % der Geldbezüge nicht übersteigen. Den Unterschiedsbetrag hat der Dienstgeber zu tragen (§ 53 Abs. 1 ASVG). Diese gesetzliche Verpflichtung zur Übernahme von Dienstnehmerbeiträgen stellt keinen beitragspflichtigen Vorteil aus dem Dienstverhältnis dar.

3.) Unbezahlter Urlaub
Während eines bis zu maximal einen Monat dauernden unbezahlten Urlaubes hat der Dienstnehmer die SV-Beiträge sowie den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag zur Gänze selbst zu tragen. Als Beitragsgrundlage gilt der Betrag, der auf jenen Zeitabschnitt entfällt, der unmittelbar vor dem Urlaub liegt und in seiner Länge der Urlaubsdauer entspricht (§ 47 lit. a ASVG). Auch wenn stattdessen der Dienstgeber diese Beiträge übernimmt, kommt es zu keiner Erhöhung dieser "fixen" Beitragsgrundlage.

Autor: Mag. Wolfgang Böhm/NÖGKK