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Abzugsrecht des Dienstgebers

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 13/November 2017 


Gemäß § 58 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG) hat der Dienstgeber als Beitragsschuldner die zu entrichtenden Beiträge zur Gänze einzuzahlen. Er ist daher berechtigt, vom Entgelt seiner Dienstnehmer, Lehrlinge etc. den jeweiligen Versichertenanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen abzuziehen. 

Das Abzugsrecht muss bei sonstigem Verlust spätestens bei der auf die Fälligkeit des Beitrages nächstfolgenden Entgeltzahlung ausgeübt werden. 

Kommt es ohne Verschulden des Dienstgebers zu einer nachträglichen Entrichtung der Beiträge, gilt die zeitliche Beschränkung nicht. Dem Versicherten dürfen bei einer Entgeltzahlung allerdings nicht mehr Beiträge abgezogen werden als auf zwei Lohnzahlungszeiträume entfallen. 

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Sonderbeiträge

Auch von den Beiträgen für Sonderzahlungen (= Sonderbeiträge) kann der Dienstnehmeranteil einbehalten werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass der auf den Versicherten entfallende Teil der Sonderbeiträge nur von den Sonderzahlungen abgezogen wird. 

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20 %-Regel

Der auf den Versicherten entfallende Teil der Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge darf 20 % seiner Geldbezüge nicht übersteigen. Den Unterschiedsbetrag hat der Dienstgeber zu tragen (siehe dazu Beispiel 2). 

Gleiches gilt für die Sonderbeiträge. Die Nebenbeiträge und Umlagen bleiben außer Betracht. 

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Besonderheiten

Für Fachkräfte der Entwicklungshilfe kommt seit 1.1.2014 eine Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung zur Anwendung. In diesen Fällen sind jene Beiträge, die der Dienstnehmer vom Unterschiedsbetrag zwischen der Mindestbeitragsgrundlage und dem Entgelt zu entrichten hat, von der Beurteilung, ob die 20 %-Grenze überschritten wird, ausgeschlossen (§ 53 Abs. 1 ASVG).

Für Pflichtversicherte, die nur Anspruch auf Sachbezüge haben oder kein Entgelt erhalten, hat der Dienstgeber die auf den Dienstnehmer entfallenden Beitragsteile zur Gänze zu tragen (§ 53 Abs. 2 ASVG). Dazu zählen z. B. im Betrieb der Eltern beschäftigte Kinder gemäß § 4 Abs. 1 Z 3 ASVG. 

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Beispiele

Beispiel 1

  • Arbeiter in Beitragsgruppe A1 mit einem Brutto-Monatslohn von € 2.000,00;
  • Beitragszeitraum Oktober 2017


Ermittlung des Dienstnehmeranteiles:

Sozialversicherungsbeiträge A117,12 %€ 2.000,00
€ 342,40
AK und WF (jeweils 0,50 %)1,00 %
€ 2.000,00
€ 20,00
Dienstnehmeranteil gesamt€ 362,40


Beispiel 2

  • Arbeiter in Beitragsgruppe A1 mit einem Brutto-Monatslohn von € 2.000,00 und einem PKW-Sachbezug von € 400,00;
  • Beitragszeitraum Oktober 2017.


Ermittlung des Dienstnehmeranteiles:

Sozialversicherungsbeiträge A117,12 %€ 2.400,00
€ 410,88
Arbeiterkammerumlage0,50 %
€ 2.400,00
€ 12,00
Wohnbauförderungsbeitrag0,50 %
€ 2.400,00
€ 12,00
Errechneter Dienstnehmeranteil€ 434,88


Anwendung der 20 %-Regel:20 %
€ 2.000,00
€ 400,00

Der Dienstnehmeranteil nach Anwendung der 20 %-Regel beträgt daher € 400,00.

Ermittlung des Dienstgeberanteiles:

Sozialversicherungsbeiträge A120,63 %
€ 2.400,00
€ 495,12
Wohnbauförderungsbeitrag0,50 %
€ 2.400,00
€ 12,00
Insolvenz-Entgeltsicherungszuschlag0,35 %
€ 2.400,00
€ 8,40
Errechneter Dienstgeberanteil€ 515,52

Die errechneten Sozialversicherungsbeiträge des Dienstnehmers von € 410,88 übersteigen 20 % der Geldbezüge (€ 400,00).
Der Dienstnehmer trägt daher € 424,00 (€ 400,00 + € 24,00), der Dienstgeber € 526,40 (€ 515,52 + € 10,88 Unterschiedsbetrag).

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK