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Mitarbeiterrabatte: Beitragsrechtliche Auswirkungen

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 13/Oktober 2016


Mit dem Steuerreformgesetz 2015/2016 wurde per 1.1.2016 für alle Berufsgruppen eine Freigrenze bzw. ein Freibetrag für Mitarbeiterrabatte eingeführt.

Mitarbeiterrabatte sind seit 1.1.2016 beitragsfrei, wenn

  • sie allen oder bestimmten Gruppen von Dienstnehmern eingeräumt werden und
  • die kostenlos oder verbilligt bezogenen Waren oder Dienstleistungen von den Dienstnehmern weder verkauft noch zur Einkünfteerzielung verwendet und nur in einer solchen Menge gewährt werden, die einen Verkauf oder eine Einkünfteerzielung tatsächlich ausschließen.


In weiterer Folge sind zwei Sachverhalte zu unterscheiden:

  • Der jeweilige Mitarbeiterrabatt ist nicht höher als 20 %: Diese Mitarbeiterrabatte können unbeschränkt, ohne Zusammenzählung und ohne jährliche Begrenzung, beitragsfrei behandelt werden.
  • Der jeweilige Mitarbeiterrabatt ist höher als 20 %: Diese Mitarbeiterrabatte sind zusammenzurechnen, am Lohnkonto zu dokumentieren und nur bis zu einer jährlichen Höhe von € 1.000,00 beitragsfrei. Ein übersteigender Teil ist beitragspflichtig.


Eine Zusammenzählung der "bis zu 20 %-Rabatte" und der "über 20 %-Rabatte" erfolgt nicht.

Der Mitarbeiterrabatt ist von jenem Endpreis zu berechnen, zu dem der Dienstgeber die Ware oder Dienstleistung fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet (sofern der geldwerte Vorteil des Sachbezuges nicht ohnehin schon in der Sachbezugswerteverordnung festgelegt ist). Der Endpreis ist daher jener Preis, von dem übliche Kundenrabatte oder Preisnachlässe bereits abgezogen wurden. 

Sind die Kunden des Dienstgebers keine Letztverbraucher, wie etwa im Großhandel, ist der um übliche Preisnachlässe verminderte übliche Endpreis des Abgabeortes anzusetzen. Der Mitarbeiterrabatt kann auch von einem mit dem Dienstgeber verbundenen Konzernunternehmen gewährt werden.

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Laufender Bezug oder Sonder­zahlung

Da beitragspflichtige Mitarbeiterrabatte grundsätzlich keinem größeren Zeitraum als dem Kalendermonat zuzuordnen sind, sind sie als laufender Bezug im Monat der Zuwendung (Kaufmonat) abzurechnen. Sollten beitragspflichtige Mitarbeiterrabatte im Einzelfall wiederkehrend (z. B. jährlich) gewährt werden, sind sie als Sonderzahlung zu behandeln.

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Mitarbeiterrabatt und ­Geringfügigkeit

Bei geringfügig Beschäftigten ist im Monat der Gewährung eines Mitarbeiterrabattes zu prüfen, ob dadurch die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Dabei ist aber nur der beitragspflichtige Teil des gewährten Mitarbeiterrabattes anzusetzen.

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Beispiele

Beispiel 1
Ein Dienstgeber verkauft ein Produkt um € 100,00 an die Letztverbraucher. Seine Mitarbeiter können dieses Produkt um € 80,00 erwerben.

Lösung: Da hier die 20 %-Grenze eingehalten wird, ist dieser Mitarbeiterrabatt (€ 20,00) beitragsfrei.

Beispiel 2
Ein Dienstgeber verkauft ein Produkt um € 500,00 an die Letztverbraucher. Seine Mitarbeiter können dieses Produkt um € 250,00 erwerben.

Lösung: Hier wird ein Rabatt von 50 % gewährt. Beitragsfreiheit besteht nur, wenn im Kalenderjahr der Betrag von € 1.000,00 nicht überschritten wird. 

Beispiel 3
Ein Dienstgeber verkauft ein Produkt um € 6.000,00 an die Letztverbraucher. Seine Mitarbeiter können dieses Produkt um € 4.700,00 erwerben.

Lösung: Hier wird die 20 %-Grenze über­schritten. Daher sind € 1.000,00 beitragsfrei, sofern im Kalenderjahr noch keine Mitarbeiterrabatte gewährt wurden. Die restlichen € 300,00 sind als beitragspflichtiger Sachbezug zu werten. 

Achtung: Der Betrag von € 1.000,00 ist für dieses Kalenderjahr zur Gänze ausgeschöpft! Es dürfen aber weiter­hin abgabenfreie Rabatte bis zu 20 % gewährt werden.

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK