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Altersteilzeitmodelle - Beitragsgrundlage

Veröffentlichung: "dienstgeber INFO", Nr. 1/Juni 2000


Mit Wirksamkeit ab 1.1.2000 erfolgte durch Einführung bzw. Modifizierung verschiedener Teilzeit-Beschäftigungsmodelle im Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG 1977) und im Arbeitsmarktservicegesetz (AMSG) ein weiterer Ausbau der Beschäftigungsförderung älterer Arbeitnehmer durch Geldleistungen seitens des Arbeitsmarktservices (AMS) an jene Betriebe, die von diesem Angebot Gebrauch machen.

In diesem Zusammenhang wurde auch das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) geändert.

Nachstehend bringen wir eine Information des AMS zum Thema Altersteilzeit und daran anschließend erläutern wir die daraus resultierende Änderung im ASVG-Beitragsrecht.

Altersteilzeitgeld
Anspruch auf Altersteilzeitgeld haben jene Arbeitgeber, die älteren ArbeitnehmerInnen, die ihre Arbeitszeit vermindern, einen Lohnausgleich gewähren und zusätzlich arbeitslos vorgemerkte Personen und Lehrlinge einstellen. Die für den Lohnausgleich anfallenden Bruttolohnkosten inklusive der Sozialversicherungsbeiträge bis zur Höchstbeitragsgrundlage werden ersetzt. Das Altersteilzeitgeld zielt also auf die Aufrechterhaltung der Beschäftigung von älteren ArbeitnehmerInnen und gleichzeitig auf die Eingliederung von arbeitslosen Personen oder Lehrlingen ab.


Anspruchsvoraussetzungen

Altersteilzeitgeld gebührt längstens fünf Jahre für Männer ab Vollendung des 55. Lebensjahres und für Frauen ab Vollendung des 50. Lebensjahres, die 

  • innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeitarbeit mindestens 150 Wochen über der Geringfügigkeitsgrenze versicherungspflichtig beschäftigt waren, wobei Zeiten des Bezuges von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung den Beschäftigungszeiten gleichgestellt sind,
  • aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung ihre der gesetzlichen oder kollektivvertraglich geregelten Normalarbeitszeit entsprechende oder diese nur geringfügig unterschreitende Normalarbeitszeit auf die Hälfte verringert haben,
  • aufgrund eines Kollektivvertrages, einer Betriebsvereinbarung oder einer vertraglichen Vereinbarung das Arbeitsentgelt für die Altersteilzeitarbeit in der Höhe von mindestens 75 % des vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gebührenden Bruttoarbeitsentgeltes bis zur Höchstbeitragsgrundlage gemäß § 45 ASVG erhalten und für die der Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung entsprechend der Beitragsgrundlage vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit entrichtet und
  • aufgrund eines Kollektivvertrages, einer Betriebsvereinbarung oder einer vertraglichen Vereinbarung Anspruch auf Berechnung einer zustehenden Abfertigung auf der Grundlage der Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit haben.

Weitere Voraussetzungen

Altersteilzeitgeld gebührt nur, wenn der Arbeitgeber binnen drei Monaten nach dem Übergang eines Arbeitnehmers in die Altersteilzeitarbeit zusätzlich nicht nur vorübergehend einen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer über der Geringfügigkeitsgrenze versicherungspflichtig beschäftigt oder einen Lehrling einstellt und im Zusammenhang mit dieser Maßnahme kein Dienstverhältnis aufgelöst wird.

Die Voraussetzung der Reduktion der Arbeitszeit auf die Hälfte gilt auch dann als erfüllt, wenn die wöchentliche Normalarbeitszeit in einem Durchrechnungszeitraum bis zu drei Jahren die Hälfte der kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit nicht überschreitet und das Arbeitsentgelt fortlaufend gezahlt wird.

Vorteile
Mit Hilfe des Altersteilzeitgeldes ermöglichen Sie Ihren älteren MitarbeiterInnen eine Reduktion der Arbeitszeit, die auch Ihrem Unternehmen zugute kommt. Die reduzierte Arbeitszeit kann flexibel gestaltet werden und so saisonale oder andere Auftragsschwankungen abfedern.

Ihr Unternehmen kann damit die Arbeitsplätze von qualifizierten und erfahrenen ArbeitnehmerInnen erhalten und Lehrlingen oder arbeitslosen ArbeitnehmerInnen eine Chance geben.

Altersteilzeitbeihilfe
Die Altersteilzeitbeihilfe gebührt für Männer ab Vollendung des 57. Lebensjahres und für Frauen ab Vollendung des 52. Lebensjahres. Die Einstellung einer Ersatzarbeitskraft ist nicht erforderlich. Im übrigen gelten die gleichen Voraussetzungen wie für das Altersteilzeitgeld. Auf die Altersteilzeitbeihilfe besteht kein Rechtsanspruch. Die Altersteilzeitbeihilfe zielt also ausdrücklich auf die Aufrechterhaltung der Beschäftigung von älteren ArbeitnehmerInnen ab.