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Wann gebührt Krankenentgelt - wann gebührt Krankengeld?

Veröffentlichung: "dienstgeber INFO", Nr. 3/November 2000


Ist ein Arbeitnehmer durch Krankheit bzw. Unfall an seiner Arbeitsleistung verhindert, so erhält er von seinem Arbeitgeber für einen gewissen Zeitraum das Entgelt weiter. Diese auf Grund arbeitsrechtlicher Bestimmungen (Entgeltfortzahlungsgesetz - EFZG, Angestelltengesetz - AngG etc.) gebührende Entgeltfortzahlung nennt man Krankenentgelt.

Bei dem von der Kasse ausbezahlten Krankengeld handelt es sich im Unterschied dazu um eine Leistung der Krankenversicherung aus dem Versicherungsfall der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit.

Grob gesagt, gebührt das Krankengeld dann, wenn der erkrankte bzw. verunfallte Versicherte gegenüber seinem Dienstgeber keinen oder einen verminderten (unter 50 %) Anspruch auf das beispielsweise nach dem EFZG oder AngG fortzuzahlende Krankenentgelt hat. In jenen Fällen, in denen der Versicherte Anspruch auf Fortbezug von genau 50 % der vollen Geld- und Sachbezüge (Krankenentgelt) hat, gebührt ihm das Krankengeld im halben Ausmaß.
 

Krankenentgelt oder Krankengeld?
Krankenentgelt Krankengeld
Grundlagen: Entgeltfortzahlungsgesetz, Angestelltengesetz, Landarbeitsgesetz, Kollektivverträge, etc. Allgemeines Sozialversicherungsgesetz, Satzung des Sozialversicherungsträgers
auszahlende Stelle: Dienstgeber Versicherungsträger
Hintergrund: gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers Sozialversicherungsleistung aus dem Versicherungsfall der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit
Sinn und Zweck: Ersatz des durch Krankheit und Unglücksfall bzw. Arbeitsunfall und Berufskrankheit ausgefallenen Entgeltes teilweiser Ersatz des durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit entfallenden beitragspflichtigen Arbeitsverdienstes
Anspruchsdauer: ist abhängig von der jeweiligen Rechtsgrundlage, der Art der Arbeitsverhinderung und der Beschäftigungsdauer Mindestanspruch von 26 Wochen; bei Erfüllung der Wartezeit verlängert sich die Anspruchsdauer auf bis zu 52 Wochen