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Freie Dienstnehmer: Erstellung von Arbeits- und Entgeltbestätigungen

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 6/Juni 2008


Seit 1.1.2008 haben freie Dienstnehmer Anspruch auf ein einkommensabhängiges Kranken- bzw. Wochengeld. Für die Berechnung dieser Geldleistungen ist - wie bei "normalen" Dienstnehmern - eine Arbeits- und Entgeltsbestätigung auszustellen. 

Krankengeld

Ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit gebührt freien Dienstnehmern Krankengeld, sofern kein vertraglicher Entgeltfortzahlungsanspruch besteht. Bemessungsgrundlage ist das beitragspflichtige Entgelt im letzten Beitragszeitraum vor dem Ende des vollen Entgeltanspruches. Liegt ein derartiger Zeitraum nicht vor, ist der laufende Beitragszeitraum maßgebend.

Sollte ein Anspruch auf Sonderzahlungen bestehen, ist dies bekannt zu geben. Andernfalls ist der Vermerk "kein Sonderzahlungsanspruch" anzubringen.

Die Auszahlung des Krankengeldes erfolgt "Brutto für Netto", da freie Dienstnehmer der Einkommensteuerpflicht unterliegen und selbst für die Versteuerung ihrer Einkünfte zu sorgen haben.

Wochengeld

Die Bemessungsgrundlage wird aus dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen bzw. letzten drei Monate vor dem Eintritt des Versicherungsfalles der Mutterschaft gebildet. Hat das Beschäftigungsverhältnis erst in dem Monat begonnen, in dem auch der Versicherungsfall eingetreten ist, so ist nur der in diesem Monat erzielte Arbeitsverdienst zu melden.

Vergessen Sie bitte nicht, die Anzahl etwaig gebührender Sonderzahlungen anzugeben. Für freie Dienstnehmer ist auf der Arbeits- und Entgeltsbestätigung immer der Bruttoarbeitsverdienst (im Gegensatz zu "normalen" Dienstnehmern) anzugeben. Im Unterschied zum Krankengeld bleibt die Höchstbeitragsgrundlage hierbei außer Betracht. Die Umrechnung auf ein Nettoeinkommen erfolgt durch den Krankenversicherungsträger.

Fragen aus der Praxis

Sind für freie Dienstnehmer andere Formulare zu verwenden?
Nein. Im Formular "Arbeits- und Entgeltsbestätigung für Wochengeld" wurde allerdings ein Feld "Bruttobetrag bei freien Dienstnehmern" (siehe nachfolgende Abbildung) eingefügt. Der neue ELDA-Datensatz steht ab 1.7.2008 zur Verfügung.

Formular Arbeits- und Entgeltsbestätigung für Wochengeld_Quelle NÖGKK















Wie ist die Arbeits- und Entgeltsbestätigung auszufüllen, wenn noch keine Honorarnote vorliegt bzw. wenn Akontozahlungen je nach Arbeitsfortschritt vereinbart sind?

In diesen Fällen ist durch Rückfrage des Dienstgebers beim freien Dienstnehmer bzw. Analyse der vertraglichen Situation festzustellen, welcher Entgeltanspruch besteht.

Wie ist vorzugehen, wenn ein Pauschalhonorar vereinbart wurde (z. B. € 3.000,-- vom 15.2. bis zum 2.4.), der freie Dienstnehmer in diesem Zeitraum (z. B. 15 Tage im März) erkrankt, aber dadurch kein Entgeltausfall eintritt?

Erleidet der freie Dienstnehmer auf Grund der konkreten vertraglichen Vereinbarungen keinen Entgeltausfall, führt dies wegen Fortbezuges von mehr als 50 % des Entgeltes aus Sicht der Gebietskrankenkassen zum Ruhen des Krankengeldes. Eine Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend wird diesbezüglich noch eingeholt. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Übrigens: Die monatliche Beitragsgrundlage für Februar, März und April beläuft sich im konkreten Fall auf jeweils € 1.000,-- (vgl. § 44 Abs. 8 ASVG).