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Versicherungsschutz im Urlaub

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 6/Juni 2007

e-card oder Krankenschein? 


Seit Einführung der e-card im Jahr 2006 brauchen Sie für Ihre Dienstnehmer in vielen Fällen keinen Urlaubskrankenschein mehr auszustellen. Denn durch die e-card genießen Versicherte im Urlaub in allen EU/EWR-Staaten plus der Schweiz einen Krankenversicherungsschutz.

Durch die "Europäische Krankenversicherungskarte“ (EKVK), die sich auf der Rückseite der e-card befindet, wird dies möglich. Sollten dort noch keine Daten aufgedruckt sein (weil noch zu wenig Versicherungszeiten erworben wurden), empfehlen wir, dass sich der Versicherte (bzw. sein anspruchsberechtigter Angehöriger) eine Bescheinigung als provisorischen Ersatz für die EKVK holt. Dieser "Ersatzbeleg“ ist beim Krankenversicherungsträger erhältlich.

Wird beispielsweise ärztliche Hilfe benötigt, kann die EKVK direkt dem ausländischen Leistungserbringer (Arzt, Krankenhaus etc.) bei Behandlungsantritt vorgelegt werden. Die EKVK muss von all jenen Ärzten und Spitälern akzeptiert werden, die mit ihren jeweiligen Sozialver­sicherungsträgern Verträge haben. Bei vorübergehenden Aufenthalten in EU-Mitgliedstaaten, EWR-Staaten und der Schweiz können somit der Versicherte und seine anspruchsberechtigten Angehörigen alle im jeweiligen Krankenversicherungssystem vorgesehenen Sachleis­tungen erhalten, die sich während eines Aufenthaltes unter Berücksichtigung der Art der Leistung und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer als medizinisch erforderlich ("unaufschiebbar“) erweisen. Nicht versichert ist der Rücktransport an den Wohnort oder in ein österreichisches Krankenhaus! 

Die EKVK bietet Versicherungsschutz in:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern (griechischer Teil).

Urlaubskrankenscheine gibt es für:
Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei.
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Bei Problemen ...

Wie die Praxis leider zeigt, kann nicht immer gänzlich ausgeschlossen werden, dass ein ausländischer Leistungserbringer (z.B. ein nieder­gelassener Arzt) aus verschiedensten Gründen die Abwicklung mit der EKVK trotz dahingehender Verpflichtung verweigert und auf Barzahlung besteht.

In diesem Fall sollte man sich unbedingt eine detaillierte Rechnung ausstellen lassen. Die bezahlte Rechnung kann nach der Rückkehr im Original beim zuständigen Krankenversicherungsträger eingereicht werden. Die Höhe der (teilweisen) Kostenerstattung richtet sich allerdings nach den österreichischen Tarifsätzen. Liegen die ausländischen Behandlungskosten darüber, muss die verbleibende Differenz entweder selbst bezahlt oder durch eine private Reiseversicherung (teilweise) abgedeckt werden.

Bei ausländischen Ärzten und Spitälern, die keinen Vertrag mit der Sozialversicherung des Aufenthaltsstaates haben, gilt die EKVK nicht. Erkundigungen am Urlaubsort nach Vertragsärzten und Vertragsspitälern sind daher empfehlenswert.

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Urlaubskrankenscheine

Urlaubskrankenscheine gibt es nur mehr für Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien sowie die Türkei. Diese Urlaubskrankenscheine finden Sie in unserem Formularcontainer.

Der Auslandskrankenschein ist im Bedarfsfall gegen einen im Urlaubsland gültigen Behandlungsschein einzulösen. Informationen, bei welcher Stelle der Umtausch erfolgen kann, finden Sie auf dem Urlaubskrankenschein. Bei bereits eingetretener Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit werden die Formblätter nur von der zuständigen Krankenkasse ausgestellt.

Für anspruchsberechtigte Angehörige dürfen die Formulare nur dann ausgefertigt werden, wenn diese ständig in Österreich wohnhaft sind. Jeder vom Dienstgeber ausgestellte Urlaubskrankenschein muss folgende Angaben enthalten:

  • Daten des Versicherten oder seiner Angehörigen;
  • Zeitraum, für den die Bescheinigung gültig ist; Datum; Firmenstempel (inkl. DVR-Nummer) und Unterschrift.


Ein Leistungsanspruch besteht nur für Personen, die sich vorübergehend im Ausland aufhalten und deren Gesundheitszustand eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig macht.

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Weder EKVK noch Krankenschein

In allen anderen Staaten müssen die Kosten für ärztliche Behandlung, Medikamente usw. vorerst selbst bezahlt werden. Es sollte eine möglichst detaillierte Rechnung über Art, Umfang und Datum der Behandlung verlangt werden.

Die bezahlte Rechnung kann dem Krankenversicherungsträger zur (teilweisen) Kostenerstattung vorgelegt werden. Wir raten bei Reisen in derartige Länder zum Abschluss einer privaten Urlaubskrankenversicherung.

Achtung: Fährt jemand nur zum Zwecke der ärztlichen Behandlung ins Ausland, muss für die Kosten­übernahme generell vorher die Zustimmung des zuständigen Trägers eingeholt werden.