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Die Bedeutung des Lohnzettels (L16)

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 4/April 2009


Für die meisten Dienstgeber ist es mittlerweile selbstverständlich, dass zumindest einmal jährlich verpflichtend ein Lohnzettel und Beitragsgrundlagennachweis (L 16) elektronisch an das Datensammelsystem der österreichischen Sozialversicherungsträger (ELDA) bzw. mangels technischer Voraussetzungen in Papierform an das jeweils zuständige Betriebsstättenfinanzamt übermittelt wird.

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Wozu eigentlich ein Lohnzettel?

Die Lohnsteuer eines Arbeitnehmers wird während eines Kalenderjahres vom ausbezahlten Arbeitslohn durch den jeweiligen Dienstgeber berechnet. Übt der Steuerpflichtige beispielsweise mehrere Tätigkeiten aus oder erzielt er sonstige Einkünfte, ist für die Steuerbemessung eine Gesamtsumme des Einkommens zu bilden (Pflichtveranlagung). Somit steht erst im Folgejahr die konkrete Höhe der tatsächlich zu entrichtenden Lohnsteuer fest.

Das Finanzamt benötigt daher die Daten des Lohnzettels, um diese Pflichtveranlagung bzw. eine beantragte Arbeitnehmerveranlagung durchführen zu können.

In der Sozialversicherung spielt der Lohnzettel ebenfalls eine maßgebliche Rolle. So sind z. B. die allgemeinen Beitragsgrundlagen, die Sonderbeitragsgrundlagen sowie die Angaben zur Betrieblichen Vorsorge (BV) notwendig, um die Leistungsansprüche der Versicherten rechtzeitig und korrekt feststellen zu können.

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Welche Nachteile entstehen, wenn der Lohnzettel fehlt?

Liegt also kein Lohnzettel vor oder ist dieser nicht vollständig bzw. nicht korrekt ausgefertigt, können unter anderem

  • Leistungsansprüche aus der Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung sowie die Rezeptgebührenobergrenze nicht festgestellt,
  • Abfertigungsansprüche aus der Betrieblichen Vorsorge nicht geltend gemacht und
  • Anträge zwecks Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung vom Finanzamt nicht bearbeitet werden.


Um den Versicherten dies zu ersparen, wird laufend Kontakt zu den Dienstgebern aufgenommen, um ausständige Lohnzettel einzufordern bzw. fehlerhafte Meldungen zu korrigieren.

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Klärung von Differenzen

Im Rahmen regelmäßiger Überprüfungen durch die Krankenversicherungsträger wird oftmals festgestellt, dass

  • die unterjährig bekannt gegebenen Beitragsgrundlagen (mittels Beitragsnachweisung oder im Vorschreibebereich mittels Entgeltmeldung) nicht mit den Angaben auf dem Lohnzettel übereinstimmen,
  • die gemeldeten Versicherungszeiten nicht mit den mittels L 16 bekannt gegebenen Zeiträumen zusammenpassen,
  • der jeweilige Versicherte der Betrieblichen Vorsorge unterliegt, aber die BV-Beiträge weder gemeldet noch entrichtet wurden, oder
  • Sonderzahlungen nicht gemeldet und/oder nicht abgerechnet wurden.


Derartige Differenzen können bis zu fünf Jahren in die Vergangenheit zurück zu Nachverrechnungen führen (§ 68 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - ASVG).

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Achten Sie daher bitte auf die korrekte Meldungserstattung, Abrechnung und Beitragsabfuhr sowie die ordnungsgemäße Erstattung des Lohnzettels.

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Meldefristen

Um Sanktionen zu vermeiden, ist bei aufrechtem Beschäftigungsverhältnis das Formular L 16 elektronisch bis spätestens Ende Februar des folgenden Kalenderjahres zu übermitteln.

Ist dies mangels technischer Voraussetzungen nicht möglich, muss der Lohnzettel bis spätestens Ende Jänner des folgenden Kalenderjahres an das jeweils zuständige Betriebsstättenfinanzamt übermittelt werden.

Bei jeder unterjährigen Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses ist der Lohnzettel bis zum Ende des Folgemonates vorzulegen.