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Arbeits- und Entgeltsbestätigungen

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 14/Dezember 2010


Die richtige Ausstellung von Arbeits- und Entgeltsbestätigungen für Kranken- und Wochengeld (AuE-Bestätigungen) kann in der Praxis oftmals schwierig sein. Hierzu ein paar Tipps zur Vermeidung von Rückfragen und Korrekturen.

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AuE-Bestätigung für Wochengeld

Bemessungsgrundlage: Berechnet wird das Wochengeld aus dem Netto-Arbeitsverdienst der letzten drei Kalendermonate vor Eintritt des Versicherungsfalles. Achtung:

  • Die Höchstbeitragsgrundlage bleibt außer Betracht.
  • Die Anzahl der Sonderzahlungen ist am Formular konkret anzugeben.
  • Beitragsfreie Entgeltteile, die beim "Aussetzen" der Beschäftigung wegfallen (Ersätze für tatsächliche Aufwendungen) vermindern die Bemessungsgrundlage für das Wochengeld.
  • Prämien und Provisionen sind dem Beitragszeitraum zuzuordnen, in dem sie fällig wurden (der Auszahlungszeitpunkt ist für die Ermittlung der korrekten Bemessungsgrundlage nicht relevant).
  • Zeiten, in denen die werdende Mutter keinen oder nicht den vollen Arbeitsverdienst erhält (z. B. wegen Krankheit oder Kurzarbeit), bleiben bei der Ermittlung des Netto-Arbeitsverdienstes außer Betracht.
  • Informieren Sie Ihre Dienstnehmerin, dass bei Erstattung der AuE-Bestätigung via ELDA die ärztliche Bestätigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin an den Krankenversicherungsträger zu übermitteln ist.

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AuE-Bestätigung für Krankengeld

Beschäftigt seit: Als Eintrittsdatum gilt der letzte arbeitsrechtliche Beginn des Beschäftigungsverhältnisses. Karenzurlaub, Zivil- oder Präsenzdienst unterbrechen das Dienstverhältnis nicht.

Häufig wird Folgendes vergessen:

  • Beginn und Ende von Vorerkrankungen sind auf der AuE-Bestätigung einzutragen.
  • Auf Feiertage fallende Krankenstandstage verlängern die EFZ-Ansprüche, wenn diese Tage (ohne Vorliegen des Krankenstandes) Arbeitstage wären.


Bemessungsgrundlage:
Basis für die Krankengeldbemessung ist die Beitragsgrundlage des Monates, das dem Ende des vollen Entgeltanspruches vorangeht. Liegt ein solcher Zeitraum nicht vor, ist der laufende Beitragszeitraum maßgebend (siehe Beispiel 1).

Steht der korrekte Zeitraum fest, ist die Höhe der Bemessungsgrundlage zu bestimmen. Hierbei gilt:

  • Das laufende beitragspflichtige Entgelt (bis zur Höchstbeitragsgrundlage) ist maßgeblich.
  • Teilentgelte sind nicht zu berücksichtigen (siehe Beispiel 2).
  • Entgeltangaben im Formular haben "Brutto" zu erfolgen.

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Beispiele

Beispiel 1

  • Arbeiter, unter fünf Jahre im Betrieb beschäftigt
  • 1. Arbeitsunfähigkeit (AU): 2.2.2011 - 18.3.2011
  • 2. AU: 15.6.2011 - 3.7.2011


Lösung

  • 2.2.2011 - 15.3.2011 = 100 % EFZ
  • 16.3.2011 - 18.3.2011 = 50 % EFZ

Letzter Beitragszeitraum vor dem letzten vollen Entgeltanspruch:
Beitragszeitraum Februar 2011

  • 15.6.2011 - 3.7.2011 = 50 % EFZ

Letzter Beitragszeitraum vor dem letzten vollen Entgeltanspruch:
Beitragszeitraum Mai 2011

Beispiel 2

  • AU von 1.4.2011 - 20.4.2011
  • 1.4.2011 - 10.4.2011 = 100 % EFZ
  • 11.4.2011 - 20.4.2011 = 50 % EFZ
  • AU ab 18.5.2011


Lösung

  • 1. AU: Beitragszeitraum März 2011
  • 2. AU: Beitragszeitraum April 2011 (1.4 - 10.4.2011 und 21.4.2011 - 30.4.2011),
  • Das 50%ige Entgelt von 11.4.2011 - 20.4.2011 ist nicht zu berücksichtigen.

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Freie Dienstnehmer

Krankengeld wird (für Versicherungsfälle, die nach dem 1.11.2010 eingetreten sind) auf Basis der durchschnittlichen Beitragsgrundlage der letzten drei Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles errechnet. Auf der AuE-Bestätigung für Wochengeld ist für freie Dienstnehmerinnen stets der Bruttoarbeitsverdienst anzugeben. 

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Übermittlung der Arbeits- und Entgeltsbestätigungen

Am effizientesten übermitteln Sie Arbeits- und Entgeltsbestätigungen elektronisch via ELDA. Sie erfüllen damit einerseits die gesetzliche Verpflichtung, andererseits profitieren Sie vom einfachen Handling und vom Entfall der Papierformulare. Die elektronische Meldeschiene ist kostenlos und sicher. Registrieren Sie sich auf der ELDA-Website!

Autor: Daniel Korner/NÖGKK