DRUCKEN

Nebenbeiträge und Umlagen (SW und NB)

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 11/Oktober 2012


Im vierten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Schlechtwetterentschädigungsbeitrag (SW) und dem Nachtschwerarbeits-Beitrag (NB). 

Schlechtwetterentschädigungsbeitrag

Der SW ist ein Beitrag, der zwar vom Krankenversicherungsträger eingehoben, aber an die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) weitergeleitet wird. Der SW dient dazu, den Aufwand der BUAK für die Rückerstattung der von den Baubetrieben zu leistenden Schlechtwetterentschädigung zu decken.

Wer hat den SW zu entrichten?

All jene Betriebe und die bei ihnen beschäftigten Dienstnehmer, die in den Geltungsbereich des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes fallen (z. B. Hoch- und Tiefbaubetriebe, Zimmereibetriebe, Dachdeckerbetriebe). Kein SW ist zu entrichten für die Dauer einer Beschäftigung von Arbeitern auf Auslandsbaustellen, für Lehrlinge und für Angestellte.

Höhe
Der SW beläuft sich auf 1,40 % der allgemeinen Beitragsgrundlage und der Beitragsgrundlage für Sonderzahlungen (bis zur jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage). Der Beitrag ist je zur Hälfte vom Dienstgeber und vom Dienstnehmer zu entrichten. Während eines unbezahlten Urlaubes ist der SW zur Gänze vom Dienstnehmer zu tragen.

Schlechtwetter - Beitragsgrundlage
Fällt in einem Beitragszeitraum durch Schlechtwetter Arbeitszeit aus, ist folgendermaßen vorzugehen: Das ohne Schlechtwetter gebührende ­volle (fiktive) Arbeitsentgelt ist dem tatsächlich erzielten Entgelt (Lohn plus Schlechtwetterentschädigung) gegenüber zu stellen. Danach ist der Differenzbetrag zwischen dem vollen (fiktiven) und dem tatsächlichen Entgelt zu ermitteln. Nun die Besonderheit: Der Beitrag zur Krankenversicherung (KV-Beitrag) für diesen Differenzbetrag ist zur Gänze vom Dienstgeber zu zahlen. Die Abrechnung für diesen KV-Beitrag erfolgt in der Beitragsgruppe A13. Krankenversichert ist der Dienstnehmer weiterhin mit dem vollen (fiktiven) Entgelt. Ein Beispiel dazu finden Sie hier:

Beispiel zur Schlechtwetterentschädigung laden ... (74.5 KB)


Für alle anderen Beiträge, Nebenbeiträge und Umlagen ist die Beitragsgrundlage dagegen ausschließlich das tatsächlich erzielte Entgelt (Lohn plus Schlechtwetterentschädigung). 

Nachtschwerarbeits-Beitrag

Dienstnehmer, die Nachtschwerarbeit verrichten, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Sonderruhegeld. Zur Finanzierung dieser Leistung aus der Pensionsversicherung wird der NB eingehoben.

Wer hat den NB zu entrichten?
Den NB haben grundsätzlich jene Dienstgeber abzuführen, deren Dienstnehmer Nachtschwerarbeitsmonate im Sinne des Nachtschwerarbeitsgesetzes erwerben.

Nachtarbeit leistet ein Dienstnehmer, der in der Zeit zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr mindestens sechs Stunden arbeitet, sofern nicht in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft fällt.

Nachtschwerarbeit erbringt jemand, der die Kriterien der Nachtarbeit erfüllt und zusätzlich noch unter bestimmten körperlich besonders belastenden Bedingungen tätig wird. Ein Nachtschwerarbeitsmonat liegt grundsätzlich dann vor, wenn ein Dienstnehmer innerhalb eines Kalendermonates an mindestens sechs Arbeitstagen Nachtschwerarbeit leistet.

Kollektivvertragliche Regelungen im Zusammenhang mit Nachtschwerarbeit sind möglich.

Höhe
Der NB beläuft sich auf 2 % (2013 ist eine Erhöhung auf 3,70 % geplant) der allgemeinen Beitragsgrundlage und der Beitragsgrundlage für Sonderzahlungen (bis zur jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage). Der Beitrag ist zur Gänze vom Dienstgeber zu tragen und an den Krankenversicherungsträger abzuführen. Auch während eines unbezahlten Urlaubes ist der NB vom Dienstgeber weiterhin zu entrichten.

Meldungen
Die Dienstgeber haben dem Krankenversicherungsträger per Änderungsmeldung jeden Dienstnehmer nach dem Ende des Kalendermonates, in dem Nachtschwerarbeit geleistet wurde, bekannt zu geben.

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK